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Natur erleben und verstehen

Kinder der Kita Mittendrin lernen den Wald kennen und lieben

19.08.2019
Natur erleben und verstehen
Vorlesestunde unter freiem Himmel: Erzieherin Constant Ghogomu und ihre Schützlinge aus der Kita Mittendrin sind gerne an der frischen Luft. Foto: Kita Mittendrin

„Warum werden die Blätter an den Bäumen bunt?“ Diese und andere Fragen rund um die Natur hörte die bilinguale Erzieherin Constant Ghogomu aus der Langener Kita Mittendrin immer wieder von ihren Schützlingen. Um den Wissensdurst der Mädchen und Jungs zu stillen, griff sie zum Bilderbuch. Die Geschichte „Fletcher and the falling leaves“ um einen kleinen Fuchs und seinen Lieblingsbaum im Wechsel der Jahreszeiten gefiel den Kinder so gut, dass sie forderten: „Wir möchten auch in den Wald!“ Daraus entstanden ist ein dauerhaftes Projekt, bei dem die Drei- bis Sechsjährigen ganz nah an der Natur sind.

Anfangs waren es einzelne Ausflüge mit Lupen, Bechern und Werkzeugen, die zehn kleine Forscher aus der kitaeigenen Sonnengruppe unternahmen. Wetterphänomene, Tiere und Pflanzen wurden dabei ganz genau betrachtet und besprochen. „Die Kinder konnten ihre Umgebung mit allen Sinnen erleben“, sagt Constant Ghogomu. „Zwischen Bäumen und Sträuchern haben wir gelauscht, geschnuppert, gefühlt und geschmeckt – das fördert die Wahrnehmung, die physische und psychische Entwicklung.“

Langeweile kam unter den Blätterdächern nicht auf. Die Kinder begriffen, was Nebel ist, wie Wind entsteht und welche Auswirkungen das Wetter auf Flora und Fauna hat. Wie sich ein Eichhörnchen fühlt, wenn es seine versteckten Nüsse nicht mehr findet, erfuhren die Kleinen beim Backerbsen verstecken. Teamwork und soziales Miteinander standen beim Bau eines Bootes im Vordergrund. Zusätzlich stellte sich ein Förster den Fragen der Neugierigen.

„Viele Familien haben im Alltag nur noch wenig Kontakte mit der Natur, daher war es uns wichtig, ein solches Angebot zu schaffen“, erläutert Constant Ghogomu die Motivation des Kita-Teams. „Je öfter die Kinder in den Wald kamen, umso geborgener fühlten sie sich dort.“ Dies sei die Grundlage für eine ökologische Erziehung, die Menschen dazu bringt, verantwortungsvoll mit der Umwelt und ihren Ressourcen umzugehen. Auch die Bewegungsmöglichkeiten draußen seien vielfältiger als im Turnraum und damit ein echter Gewinn für die Motorik.

Die Bilanz nach mehreren Monaten: Kinder und Kita-Team schwärmen vom Frischlufterlebnis. So sehr, dass sich in der Einrichtung an der Zimmerstraße jetzt eine eigenständige Waldgruppe gegründet hat, die regelmäßig ins Grüne zieht. Frühstück und Mittagessen unter freiem Himmel inklusive. „Das Projekt hat seinen Zweck mehr als erfüllt“, berichtet Constant Ghogumou. „Die Natur ist nun fester Bestandteil des Lebens unserer Kita-Kinder.“

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