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Lebensmittelmarkt reaktivieren

Magistrat empfiehlt Bebauungsplan für Darmstädter Straße

29.08.2022
Ehemaliger Lebensmittemarkt Darmstädter Straße [(c): Stadt Langen]
Ein Investor möchte an der Darmstädter Straße wieder einen Lebensmittelmarkt ansiedeln sowie Wohnraum schaffen. Der Magistrat schlägt deshalb vor, mit einem Bebauungsplan die Voraussetzungen dafür zu schaffen. Foto: Schaible/Stadt Langen

Nach fast eineinhalb Jahren Leerstand ist in einen Teil des früheren Lebensmittelmarktes im Süden der Darmstädter Straße mit einem Spendencenter für Flüchtlinge kürzlich wieder etwas Leben eingekehrt. Doch das ist nur eine Zwischennutzung. Ein Investor hat Pläne für das gesamte Areal, die sich mit den Vorstellungen der Stadt decken. Deshalb empfiehlt der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nun die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans „Nahversorgungszentrum Darmstädter Straße“ mit dem Ziel, wieder einen Lebensmittel-Vollversorger anzusiedeln sowie Wohnungen zu schaffen. Auch der Verkehrsfluss am Knoten Darmstädter Straße/Südliche Ringstraße soll verbessert werden.

Den Mix von Lebensmittelmarkt und Wohnen gab es an diesem Standort auch bislang schon. Allein sind die Flächen für einen Einkaufsmarkt, aber auch die Wohnungen nicht mehr zeitgemäß. Der Supermarkt hatte Ende Dezember 2020 geschlossen. Die Mieter sind mittlerweile größtenteils ausgezogen. Zwischenzeitlich nutzt die Stadt einige Wohnungen, um Geflüchtete aus der Ukraine unterzubringen.

Der aktuelle Eigentümer möchte das Areal reaktivieren. Der Standort Darmstädter Straße ist zusammen mit dem benachbarten Lebensmittel-Discounter im „Einzelhandels- und Zentrenkonzept für Langen“ als Nahversorgungszentrum ausgewiesen. „Dass dies so bleibt, darüber besteht Einigkeit mit der Stadt“, betont Bürgermeister Jan Werner. „Deshalb sollen zeitgemäße Verkaufsflächen für einen Lebensmittel-Vollversorger entstehen. Davon profitieren besonders die Bewohner des Steinbergs genauso wie die Menschen im Belzborn und entlang der Südlichen Ringstraße.“

Die bereits vorhandene Kombination mit Wohnen in den Obergeschossen ist nach Meinung des Magistrats im Sinne der nachhaltigen Nutzung von Grund und Boden städtebaulich sinnvoll und vermeidet die Inanspruchnahme von Fläche außerhalb. Auch eine höhere Ausnutzung wird an diesem Standort als stadtraumverträglich angesehen. „Wert legen wir dabei auf Begrünung, attraktive Fassadengestaltung und eine Baumreihe entlang der Darmstädter Straße“, erläutert Erster Stadtrat Stefan Löbig.

Die Hochbauplanung steht erst ganz am Anfang und wird im Laufe des Verfahrens konkretisiert. Weiteres wichtiges Ziel ist es, den Verkehrsfluss am Knotenpunkt Darmstädter Straße/Südlichen Ringstraße zu verbessern. Ideal wäre aus Sicht des Magistrats ein leistungsfähiger Kreisverkehr. Dieser wäre möglich, wenn der Eigentümer einen Teil seiner Fläche einbringt und sich größtenteils an den Baukosten beteiligt.

Mit dem bisherigen Bebauungsplan ist das Vorhaben nicht so umzusetzen, zumal ein Teil des Areals außerhalb seines Geltungsbereichs liegt. Deshalb empfiehlt der Magistrat die Aufstellung eines neuen B-Plans mit der Bezeichnung „23.I Nahversorgungszentrum Darmstädter Straße“. Im Laufe des Verfahrens soll zuerst ein Architekturbüro einen Hochbau-Vorentwurf erstellen, auf dessen Grundlage dann der zuständige städtische Fachdienst den Bebauungsplan auf den Weg bringt. Alle Ziele sollen zudem mit einem städtebaulichen Vertrag zwischen Eigentümer und Stadt festgeschrieben werden.

Mit dem Thema befasst sich der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch, 7. September. Endgültig beschlossen werden soll der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan dann in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 29. September. Wie der finale Bebauungsplan aussehen wird, entscheiden die Stadtverordneten Anfang 2023.

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