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Langen lockt die Firmen an

Neuansiedlungen im Wirtschaftszentrum Neurott

05.02.2018

Zentrale Lage mitten in Deutschland, direkte Nähe zum Flughafen, erstklassige Verkehrsverbindungen per Straße und Schiene und schnelle Entscheidungen – der Standtort Langen hat für Unternehmen eine ganze Menge zu bieten und die städtische Wirtschaftsförderung viele Asse im Ärmel, um den Betrieben die Ansiedlung in Langen schmackhaft zu machen. Im vorigen Jahr ließen sich 16 Unternehmen neu in Langen nieder. Nennenswerte Abwanderungen waren hingegen so gut wie Fehlanzeige. Die Anstrengungen der Wirtschaftsförderung, die vielen Firmenbesuche, Gespräche, Marketingaktionen und die Netzwerkarbeit haben sich gelohnt. „Wir sind optimistisch, unser Wirtschaftszentrum Neurott weiter erfolgreich zu gestalten“, sagen Bürgermeister Frieder Gebhardt und Wirtschaftsförderer Joachim Kolbe.

Dahinter steckt natürlich auch der Wunsch, die Finanzlage der Stadt Langen zu verbessern. Seit Längerem gibt es bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer eine Aufwärtsentwicklung. Für 2018 sind im Haushalt 14,35 Millionen eingeplant. Das ist immer noch deutlich weniger als der bisherige Rekord von 38 Millionen Euro aus dem Jahr 2008, der durch die Unternehmenssteuerreform und die damalige Wirtschaftskrise weggebrochen ist. Aber die Tendenz geht nach oben. „Unsere Ansiedlungspolitik, unser Bekanntheitsgrad und das Vertrauen, das wir uns bei den Unternehmen erworben haben, zahlen sich aus“, betonen Gebhardt und Kolbe.

Und sie bringen neue Jobs: 400 bis 500 zusätzliche Arbeitsplätze sind in den vergangenen beiden Jahren in Langen hinzugekommen – in zukunftsweisenden Branchen wie in der Informationstechnologie, in der Automotive-Branche, bei der Elektromobilität, in der Medizintechnik oder in der Scannertechnologie. Ein Meilenstein der guten Entwicklung ist der Multipark mit zwei mächtigen Hallen direkt an der Bahnlinie, der den Mietern dank seiner flexiblen Nutzung maßgeschneiderte Lösungen bietet. So zum Beispiel der Firma Akasol, einem Pionier auf dem Sektor der Elektromobilität, der nun in Langen mit bis zu 150 Beschäftigten die europaweit größte Batteriesystemfabrik für elektrische Nutzfahrzeuge betreibt. Ein weiteres bedeutendes Unternehmen haben die Multipark-Betreiber von MP Holding mit der Volkswagen Zubehör GmbH gewinnen können. Die VW-Tochtergesellschaft ist jetzt mit 9.400 Quadratmetern der Platzhirsch in den komplett vermieteten Hallen.

Neu im Langen Park an der Paul-Ehrlich-Straße ist die Firma edelkrone GmbH, die mit mechanischem und technischem Equipment für die Foto- und Filmproduktionsindustrie handelt und sich um den Vertrieb kümmert. Edelkrone kommt aus den USA und hat jetzt in Langen seinen Vertriebsstandort für Deutschland. Die Procoin GmbH ist mit 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Frankfurt an die Ampèrestraße (ehemalige Tyco-Flächen) gewechselt. Procoin zählt zu den marktführenden Anbietern für professionelles Cash Management und bietet von hochwertigen Banknotenzählern über Münzsortierer, -zähler und -roller bis hin zur kompletten Verpackungsanlage alles rund ums Geldzählen. Am gleichen Standort wurde auch die ReneSola heimisch, die ebenfalls von Frankfurt umgezogen ist. Der internationale Hersteller und Lieferant von umweltfreundlichen Produkten wie vor allem energieeffiziente Beleuchtung für Häuser, Büros, Lager und Fabriken hat 1.100 Quadratmeter gemietet. Vom Main kam schließlich auch die Prymos Brandschutz GmbH. Sie ist spezialisiert auf Herstellung und Vertrieb innovativer Feuerlöscher und Feuerlösch-Sprays und belegt rund 800 Quadratmeter Lager- und Bürofläche im Steubenpark an der Siemensstraße.

Reichlich Zuwachs gab es im vergangenen Jahr in der Büroimmobilie Ohmstraße 12. Mit 35 Beschäftigten von Dreieich dorthin gezogen ist die audimex AG, ein Entwickler und Anbieter komplexer Softwarelösungen für die interne Revision und Compliance. Das Gebäude ist außerdem neue Adresse der Kosei Pharma GmbH. Sie ist ein führender japanischer Pharmavertrieb. Als Grund für den Standortwechsel von England nach Langen nannten Firmenvertreter die unsichere Situation aufgrund des Brexits. Weitere Firmen, die sich in den vergangenen Monaten an der Ohmstraße 12 eingemietet haben, sind die Timeworks Dienstleistungs GmbH, beco engineering AG, versendo UG, Turner Engine Control Solutions GmbH, TEAM Communication Technology Management GmbH, ADL Verwaltungsgesellschaft mbH und ABZ Dienstleistungen & Sanierung GmbH. Als vorteilhaft erwies sich, dass der Eigentümer von der flurweisen Vermietung abgerückt ist und nun Flächen von 30 bis 400 Quadratmetern anbietet.   

Im Technologiepark direkt am Bahnhof ist die Vermarktung ebenfalls vorangeschritten. Hier hat die LIG Bau GmbH aus Langen mehr als 4.700 Quadratmeter gekauft und möchte eine repräsentative Büroimmobilie errichten. LIG Bau hat sich als kompetenter Partner für schlüsselfertiges Bauen einen Namen gemacht. Darüber hinaus will die im Technologiepark bereits ansässige Advancis Software & Services GmbH expandieren und hat dafür 12.500 Quadratmeter erworben. Die benachbarte RUG Semin GmbH, Deutschlands führender Hersteller von Revisionsklappen, beabsichtigt, an der Pittlerstraße weitere Gebäude zu errichten.

Als Übergangslösung nutzt das Unternehmen Datalogic seit Kurzem eine Immobilie an der Robert-Bosch-Straße. Dauerhaft will der erfolgreiche, aus Darmstadt kommende Hersteller von Barcode-Lesegeräten auf einem Gewerbegrundstück am „Nikon-Kreisel“ ansässig werden, muss dort aber erst noch seine Deutschlandzentrale errichten. Etwas weiter ist da schon die Firma Erweka. Der Produzent von Tablettentestgeräten für die pharmazeutische Industrie, der auf diesem Gebiet eine Spitzenstellung einnimmt, hat im vorigen Jahr an der Pittlerstraße mit dem Bau seines Firmenhauptsitzes begonnen, der dann von Heusenstamm hierher verlegt wird.

Eine Vielzahl von Langener Unternehmen wirtschaftet so erfolgreich, dass es Expansionswünsche gibt – am besten vor Ort, denn die Firmen profitieren von den vielen Vorteilen Langens. Und sie haben mit der Wirtschaftsförderung und den anderen Experten der Stadtverwaltung starke Partner an ihrer Seite, die jederzeit Helfer und Kümmerer sind. Jedenfalls ist es auch im vergangenen Jahr gelungen, den Wegzug in andere Kommunen zu verhindern und ansässigen Firmen durch Umzüge innerhalb des Wirtschaftszentrums Erweiterungen zu ermöglichen. Weil zwischen der Bahnlinie und der Paul-Ehrlich-Straße die Flächen immer knapper werden, wird es nach den Worten von Bürgermeister Gebhardt und Wirtschaftsförderer Kolbe künftig vor allem darum gehen, vorhandene Standorte zu optimieren: mit erweiterten, zusätzlichen oder modernisierten Immobilien. Denn für das Standortmarketing sei es unerlässlich, attraktive und kurzfristig verfügbare Gewerbeflächen anbieten zu können.

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