Aktuelles Rathaus | Aktuelles Umwelt/Bauen

Kein Naturpark am Langener Waldsee

Fläche an der Ostgrube ist zu klein

27.11.2017

Der Langener Magistrat sieht keine Möglichkeit, die Ostgrube des Waldsees nach Abschluss der Rekultivierung als Naturpark zu gestalten und auszuweisen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich für diese Idee erwärmt und den Magistrat beauftragt zu prüfen, ob sie verwirklicht werden kann. „Von der Oberen Forstbehörde, der Oberen Naturschutzbehörde und der Bergaufsicht kamen aber Antwortschreiben, die das Vorhaben unisono ablehnen“, teilt Bürgermeister Frieder Gebhardt mit.

Grund ist die zu geringe Größe, die bei bestehenden Naturparks wie etwa dem Kellerwald oder dem Hessischen Spessart mehrere Zehntausend Hektar umfasst. Die Rekultivierungsfläche am Waldsee ist nach Angaben der beim Regierungspräsidium Darmstadt (RP) angesiedelten Behörden mit knapp 50 Hektar demnach viel zu klein. „Da weder die geforderte Großräumigkeit noch die weiteren materiell-rechtlichen Voraussetzungen im vorliegenden Fall erfüllt sind, bestehen keine Chancen, einen Naturpark am Langener Waldsee zu realisieren“, heißt es in der Absage.  

Die Vorstellungen der Stadtverordnetenversammlung liefen darauf hinaus, die Ostgrube zu einem Naherholungsgebiet zu gestalten: mit einem Wegenetz zur Verhinderung unerwünschter Trampelpfade, Beobachtungsplattformen, Schautafeln, Insektenhotel oder einer Terrasse am hoch gelegenen Ostufer mit Blick über den See. Auch wenn das RP diese Pläne jetzt verworfen hat, kann sich die Behörde dennoch ein Naturschutzgebiet vorstellen. Aber erst müsse die Rekultivierung abgeschlossen sein. Wann dieser Zeitpunkt ist, steht derzeit aber noch nicht fest. „Wir rechnen damit, dass dies noch mehrere Jahre dauern wird“, sagt Gebhardt.

Tatsächlich ist die Rekultivierung durch die dafür verantwortliche Firma Sehring, die im Waldsee-Gebiet Kies fördert, fast komplett abgeschlossen, aber die Forst- und Naturschutzbehörden haben erst einen kleineren Teil des rund 50 Hektar großen Areals abgenommen. Ein wesentlicher Grund ist, dass sich die Natur auf den verfüllten Flächen nur unzureichend an den Vorgaben aus dem Planfeststellungsbeschluss von 1991 gehalten hat. Das heißt: Die darin vorgesehenen Bäume, Büsche und Sträucher haben sich zum Teil nicht ausreichend entwickelt oder mussten wieder ausgetauscht werden. Gebhardt betonte, dass das Unternehmen Sehring stets voll und ganz seinen Verpflichtungen nachgekommen ist und den Anordnungen der Behörden jederzeit Folge geleistet habe.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass der Regionalverband Frankfurt/Rhein an einem langfristig tragbaren Konzept für den Waldsee als größtem Freizeit- und Erholungsgebiet im südlichen Rhein-Main-Gebiet arbeitet. Zielrichtung sei, eine stärkere Nutzung für Sport, Freizeit und Erholung mit dem Naturschutz zu vereinen. „Dies geschieht in Abstimmung mit der Stadt und sollte für uns die Basis für alle weiteren Schritte sein“, hob Gebhardt hervor. 

Zurück