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Grenzen überschreiten - Horizonte öffnen

Langener Frauenbeauftragte bei digitaler Bundeskonferenz dabei

13.09.2021

Die Licht-, aber auch die Schattenseiten einer sich immer stärker digital ausrichtenden Welt hat die 26. Bundeskonferenz der kommunalen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten beleuchtet. Ganz besonders wurde dabei von den rund 400 Teilnehmerinnen, zu denen auch die Langener Frauenbeauftragte Sabine Nadler zählte, der gleichstellungspolitische Aspekt des Themas beleuchtet.

„Gleichstellung digital: Grenzen überschreiten - Horizonte öffnen“ lautete das Thema der Konferenz in Flensburg, die angesichts der Corona-Pandemie tatsächlich digital stattfinden musste. Rund 400 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte aus ganz Deutschland schalteten sich virtuell in Foren, Vorträge und Workshops zu, um sich über Digitalisierung unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit auszutauschen.

„Unser Ziel ist es, alle Menschen beim digitalen Wandel mitzunehmen. Wie wir die Digitalisierung so gestalten, dass Frauen und Männer gleiche Verwirklichungschancen haben, steht im Mittelpunkt des Dritten Gleichstellungsberichts der Bundesregierung. Der Bericht gibt uns wertvolle Impulse für unsere weitere Politik“, erklärte Bundesfrauenministerin Christine Lambrecht bei der Eröffnung.

„Gleichstellung muss die Wechselwirkungen zwischen Geschlechterverhältnis und Digitalisierung berücksichtigen. Damit kann ein Beitrag zum Abbau struktureller Ungleichheiten, Geschlechtsstereotypen und Diskriminierungen geleistet werden“, ergänzt die Langener Frauenbeauftragte Sabine Nadler.

Der Handlungsbedarf ist nach ihren Worten groß, wie aktuelle Zahlen zeigen: So liegt der Frauenanteil in der Digital- und Informatikbranche bei lediglich 16 Prozent. Und im Topmanagement sind Frauen in der Digitalbranche eine Seltenheit. Der sogenannte Gender Leadership Gap (er beschreibt den Frauenanteil an den Beschäftigten im Verhältnis zum Anteil an der ersten Führungsebene) liegt bei fünf zu eins.

Der Teilzeitanteil von Frauen in IT-Berufen beträgt 19 Prozent (bei anderen Berufen 31), bei den Männern fünf Prozent (andere Berufe: acht). Und nur ein Drittel aller Studienanfänger in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sind Frauen. In den zurückliegenden 20 Jahren hat sich der Frauenanteil in der Informatik nur um fünf auf 22 Prozent gesteigert.

Dagegen haben 70 Prozent aller Frauen im Internet bereits Bedrohungen und Beleidigungen erlebt. Doch digitale Gewalt hat fatale Folgen: 19 Prozent aller Betroffenen ziehen sich nach dem Erlebten aus dem Diskurs zurück.

Nur eine konsequente Gleichstellungspolitik auf allen staatlichen Ebenen kann Abhilfe schaffen, ist sich Sabine Nadler mit den Mitstreiterinnen aus der ganzen Bundesrepublik einig: Die Bundesregierung wird deshalb in der bei der Tagung erarbeiteten Flensburger Erklärung aufgefordert, die strukturelle Benachteiligung von Frauen abzubauen. Um dies zu erreichen, wurden klare Vorgaben formuliert: Neue Gesetze zu Homeoffice und mobilem Arbeiten müssen die Diskriminierungseffekte auf Frauen systematisch ausschließen, Frauen in MINT-Berufen gefördert, Zugänge zu Gründerinnenkapital erleichtert und Standards für die größtmögliche Selbstbestimmung über den wechselnden Arbeitsort festgelegt werden.

„Der digitale Wandel kann nur gelingen, wenn er geschlechtergerecht gestaltet wird“, sagt Sabine Nadler. „Insofern sind unsere Forderungen kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger und unerlässlicher Beitrag, um die Digitalisierungsprozesse im erforderlichen Maße voranzubringen.“

Weitere Themen der Konferenz waren die Arbeitssituation der Pflegebranche, Gewalt gegen Frauen, die Notwendigkeit kostenfreier Verhütungsmittel sowie die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219a StGB.

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