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Gott

Schauspiel nach Ferdinand von Schirach mit Ernst Wilhelm Lenik, Klaus Mikoleit, Karin Boyd, Wolfgang Seidenberg u.a.

06.10.2020

Die Schauspielreihe der Neuen Stadthalle Langen startet am Mittwoch, 21. Oktober, 20 Uhr, mit dem gefeierten Schauspiel Gott nach Ferdinand von Schirach mit unter anderem Ernst Wilhelm Lenik, Klaus Mikoleit, Karin Boyd, Wolfgang Seidenberg, Christian Meyer und Susanne Theil.

Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.

So heißt es in der Bibel, gleich im ersten Buch Mose. Dürfen die Herrscher über Fische, Vögel, Vieh und Gewürm auch über ihr eigenes Ende entscheiden, ihren eigenen Tod selbst bestimmen? Nach geltendem bundesdeutschen Strafrecht, gemäß § 217 des Strafgesetzbuches, war die „geschäftsmäßige Förderung“ von Suizid, also Sterbehilfe, bislang strikt verboten und wurde mit bis zu drei Jahren Haft geahndet. Dagegen hatten Schwerstkranke, Ärzte, Rechtsanwälte, Sterbebegleiter und Pfleger beim Bundesverfassungsgericht geklagt – und bekamen im Frühjahr 2020 tatsächlich Recht. Das Recht auf selbstbestimmtes Sterben, so die Richter, schließe die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und dabei Angebote und Hilfe von Dritten wahrzunehmen. Einen Rechtsanspruch auf Sterbehilfe gebe es freilich nicht, kein Arzt könne gegen seine Überzeugung dazu gezwungen werden. Jetzt ist es am Bundestag, die Suizidhilfe per Gesetz neu zu regeln; vom Tisch ist die schwierige moralische und ethische Frage damit also nicht und beantworten muss sie sowieso letztlich jede/r für sich selbst.

In seinem aktuellen Theaterstück mit dem nicht unbescheidenen Titel Gott widmet sich der Strafverteidiger, Buchautor und Dramatiker Ferdinand von Schirach diesem gesellschaftspolitisch höchst brisanten Thema. Gott wirft Fragen auf, die die menschliche Autonomie und Selbstbestimmung betreffen, im Spannungsfeld von Moral, Christentum und Politik und die vor allem eines zeigen: Dass die Welt nicht schwarz-weiß ist.

Diesmal tagt in Schirachs Bühnenwerk - unter Einbeziehung des Publikums - kein Gericht (wie in Terror, seinem ersten großen Theatererfolg), sondern der Deutsche Ethikrat. Verhandelt wird der Todeswunsch eines älteren, gesunden Mannes, der sich die Freiheit nehmen will.

Für eine solche Hauptrolle braucht es selbstverständlich einen überragenden Könner der Schauspielkunst und Ernst Wilhelm Lenik ist genau das. Womöglich erinnern Sie sich: In Florian Zellers Tragikomödie Vater spielte er jüngst auf der Langener Stadthallenbühne den achtzigjährigen, an Alzheimer erkrankten André. Diesmal werden an seiner Seite unter anderem Klaus Mikoleit, Karin Boyd und Christian Meyer spielen, alles renommierte Mimen und zusammen gewiss ein exzellentes Ensemble.

Und Ferdinand von Schirach, Autor millionenfach verkaufter Bestseller (Verbrechen, Schuld, Der Fall Collini, Tabu, Die Würde des Menschen ist antastbar oder Kaffee und Zigaretten), gibt uns einen Gedanken mit auf den weiteren Lebensweg: Wir glauben, wir seien sicher, aber das Gegenteil ist der Fall: Wir können unsere Freiheit wieder verlieren. Und damit verlören wir alles. Es ist jetzt unser Leben und unsere Verantwortung.“

www.schirach.dewww.wolfgangseidenberg.dewww.karinboyd.de

Die Zuschauerkapazität ist von der Landesregierung als Schutzmaßnahme vor Ansteckung begrenzt. Die Organisatoren bitten daher die Besucher, sich sicherheitshalber ab sofort im Vorverkauf bei den bekannten Stellen oder im Internet auf der Seite www.adticket.de die Karten zu besorgen. Bei dieser Gelegenheit müssen sie auch verpflichtend Angaben zu den Personalien jedes einzelnen Besuchers machen. Obligatorisch ist außerdem das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auf dem Weg vom Eingang zu ihrem Platz und zurück. Grundsätzlich werden die Veranstaltungen in der Neuen Stadthalle unter Einhaltung von Sicherheitsabständen und allen vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen (Plexiglas als Trennvorrichtung) ausgerichtet. Diese Vorkehrungen werden ständig der Rechtslage angepasst und diese können sich jederzeit kurzfristig ändern.

Eintrittskarten gibt es im Reisebüro Mister Travel, Westendstraße 2 in Langen, Telefon: 06103 25021, im Buchladen am Lutherplatz in Langen, Telefon: 06103 28717 und an allen bundesweit bekannten Vorverkaufsstellen von „AD Ticket“, www.adticket.de, Tickethotline 0180 6050400.

Die Abendkasse öffnet am 21. Oktober bei eventuellen Restkarten um 19 Uhr. Karten gibt es für 30,60 Euro und 28,40 Euro im Vorverkauf. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter 06103 203-431 oder im Internet unter www.neue-stadthalle-langen.de und www.facebook.com/NeueStadthalleLangen.

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