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Friedens-Ginkgos wachsen weiter

Paten pflegen Bäume aus japanischem Saatgut

07.09.2020
Ginkgos 2020
Die Langener Ginkgo-Bäume aus dem japanischen Saatgut wachsen in der Gärtnerei von Schloss Wolfsgarten (links oben), beim Obst- und Gartenbauverein (rechts) und bei den Bewohnern des Mehrgenerationenprojektes Ginkgo-Haus. Grafik: Dexheimer/Stadt Langen

Echte japanische Ginkgos wachsen in Langen als Zeichen für Frieden und Völkerverständigung. Die Pflanzen aus dem Saatgut eines über 100 Jahre alten Baumes in Hiroshima fanden den Weg nach Langen über eine Ausstellung der „Mayors for Peace“ (zu Deutsch: Bürgermeister für den Frieden) vor drei Jahren. Seither werden sie von fachkundigen Paten gehegt.

Die Herkunftsgeschichte der Samenkapseln ist ein kleines Wunder. Am 6. August 1945 explodierte die Atombombe, die die Amerikaner „Little Boy“ nannten, im wolkenlosen Sommerhimmel der Stadt Hiroshima. Nur etwa einen Kilometer vom Epizentrum der damaligen Explosion steht der Hosenbo-Tempel. Ein riesiger Gingko-Baum, der heute noch vor dem Eingang des Gebäudes wächst, schützte das Heiligtum vor der Gluthitze und der Wucht der Druckwelle. Der Baum wurde durch die Kraft der Detonation gespalten, seine Äste und Blätter verbrannten, aber er überlebte. Aus dem schwarzverkohlten Holz sprossen neue Triebe, die den Einwohnern Hiroshimas Hoffnung gaben. In Kooperation mit dem Mayors-for-Peace-Sekretariat in Japan exportierte die Stadt Hiroshima die Samen des Baumes als Friedenssymbole viele Jahre später in alle Welt.  

In Langen gedeihen die jungen Gewächse ganz prächtig in der Gärtnerei von Schloss Wolfsgarten, wo sie im Auftrag von Donatus Landgraf von Hessen aufgezogen werden. Ihre botanische Verwandtschaft sprießt in einem beschaulichen Altstadtgarten unter kompetenter Obhut des Langener Obst- und Gartenbauvereins. Kerngesund ist auch der Mini-Baum, den Gartenfreunde aus dem namensgleichen Ginkgo-Mehrgenerationenhauses liebevoll pflegen. Sobald die Stämmchen kräftig genug sind, sollen alle an repräsentativen Orte im Stadtgebiet ausgepflanzt und mit einer Gedenkplakette, die über ihre Bedeutung aufklärt, versehen werden. Nach Angaben der Paten werde dies aber noch ein paar Monate dauern, damit die Ginkgos ausreichend Widerstandskraft gegen Witterung und Schädlinge entwickeln können.

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