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Fair vernetzt

Langen unterstützt „Faire europäische Metropolregion“ Rhein-Main

01.03.2021

Die Corona-Krise hat gravierende Auswirkungen auch auf die sogenannten Entwicklungsländer. Vielfach sehen sich die Menschen mit Einkommensrückgang und Jobverlust, aber auch mit schwachen Gesundheitssystemen und ungenügenden staatlichen Sicherungsnetzen konfrontiert. Dazu kommen Ausfuhrprobleme, Ausgangssperren und der stark behinderte Warenverkehr im Weltmarkt sowie ein Nachfragerückgang in Europa. Dies betrifft auch den Export von Fair-Handels-Produkten. Umso wichtiger ist es, den Fairtrade-Gedanken im Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger auch in Langen und dem Rhein-Main-Gebiet zu verankern.

Immer mehr Kommunen setzen sich seit Beginn der 2010er Jahre für eine nachhaltige Entwicklung ein. Davor waren es hauptsächlich die Weltläden und Kirchengemeinden, die mit dem Verkauf fair gehandelter Produkte aus den Entwicklungsländern die Forderung nach mehr globaler Gerechtigkeit erhoben. In Langen wurde 2003 der Weltladen gegründet, der inzwischen in der Bahnstraße erfolgreich ein Ladengeschäft betreibt und mit Informationsmaterial und Veranstaltungen politische Aufklärungsarbeit leistet. Intention ist, auf die Situation kleinbäuerlicher Betriebe und Menschen in den Billiglohnländern des Südens, die unter den Bedingungen des Welthandels produzieren müssen, aufmerksam zu machen. Nahziel ist die Erhöhung des Marktanteiles an fair gehandelten Lebensmitteln und Produkten über eine Veränderung des Verbraucherbewusstseins.

Auf Initiative von Margarete Rölz arbeitet seit 2010 eine Steuerungsgruppe aus Kirchengemeinden, Schulen und der Stadtverwaltung an der „Fairtrade-Stadt“. Als solche wurde Langen bereits dreimal ausgezeichnet. Die Arbeit der Fairtrade-Towns gehört zu einer weltweiten Kampagne, die in Deutschland durch den Verein TransFair in Köln getragen wird und sich inzwischen in Landkreise und Wirtschaftsregionen vernetzt. Als Metropolregion treibt auch Frankfurt/Rhein-Main seit 2015 mit dem Verein Rhein.Main.Fair und Unterstützung des Regionalverbandes sowie der Fairtrade-Städte und -Landkreise den Prozess der nachhaltigen Entwicklung voran. Jetzt hat sie die Auszeichnung als „Faire europäische Metropolregion“ bekommen.

Daran hat auch die Stadt Langen ihren Anteil, da sie eine der Unterstützer-Kommunen ist. Anlässlich des jüngsten Vernetzungstreffens haben die Mitglieder der Steuerungsgruppe sowie Bürgermeister Jan Werner deshalb mit Stolz die entsprechende Urkunde entgegengenommen. „Der faire Handel ist ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen“, sagt Jan Werner. „Er sichert den Menschen in den Produktionsländern ein existenzsicherndes Einkommen und beugt damit Fluchtursachen vor. Auch Kinderrechte, Umweltschutz und die Förderung von Bildung-, Sozial- und Gesundheitseinrichtungen sind wichtige Themen, die von den Akteuren des fairen Handels weltweit vorangebracht werden.“

„Jeder Konsument kann durch den Einkauf fair gehandelter Waren zu einer gerechteren Weltwirtschaft beitragen“, erklärt Margarete Rölz. In Supermärkten sind die Produkte am Fairtrade-Siegel erkennbar. Ein vielfältiges Angebot von Produkten aus Fairem Handel bietet der Weltladen; das ehrenamtliche Team hält wöchentlich frische Bananen, eine reiche Auswahl an Kaffee, Tee, Schokolade und Feinkost bereit.

Die Fairtrade-Stadt-Steuerungsgruppe sucht auch noch weitere Mitstreiter. Interessenten können sich bei Margarete Rölz, Telefon 0151 17503532, informieren.

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