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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer

Die geselligen Glücksbringer werden immer seltener

19.06.2020
Rauchschwalben Egelsbach Büchenhöfe Foto Z. Lace
Die hungrigen jungen Rauchschwalben warten im Nest auf dem Egelsbacher Pferdehof geduldig auf ihre Eltern. Foto: Z. Lace

Schwalben sind äußerst nützliche Vögel, vertilgen sie und ihre Jungen doch massenhaft Fliegen, Schnaken und Stechmücken. Die Insekten können sie sogar noch in einer Höhe von 100 Metern fangen. Für den Schutz der zwitschernden Flugkünstler setzt sich vor Ort besonders der Naturschutzbund Langen/ Egelsbach (NABU) ein, dessen Mitglieder auch jährliche lokale Zählungen vornehmen. Der Verein zeichnet schwalbenfreundliche Häuser aus, berät Vogelfreunde und hilft Garten- und Hausbesitzern bei der Beschaffung von Nisthilfen.

In unseren Breiten leben hauptsächlich Rauch- und Mehlschwalben. Als Kulturfolger brauchen sie menschliche Siedlungen als Lebensraum. Während Rauchschwalben in Ställen oder offenen Nebengebäuden von Bauernhöfen ihre Nester bauen, bevorzugen Mehlschwalben Hauswände unter geschützten Dachvorsprüngen. Hier nisten sie oft in großen Kolonien. Seit längerem brüten auch in einer Halle der Kläranlage Langen-Egelsbach-Erzhausen Rauchschwalben, 2019 wurden sechs Paare gezählt. Leider schrumpft die Anzahl der Vogeleltern, die Küken aufziehen wollen, bei Schwalben zunehmend. Denn häufig finden sie keine geeigneten Nistmöglichkeiten mehr. Auch die Anzahl der Ställe oder Scheunen als Brutstätten verringert sich stetig. Zusätzlich schwindet das Nahrungsangebot durch den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln und durch die Versiegelung der Landschaft.

Um Schwalben und Mauerseglern bei der Wohnungssuche zu helfen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Schon beim Neubau von Gebäuden können Niststeine oder -kästen in die Hausfassaden integriert werden. Aber auch bei Fassadenrenovierungen oder Dacharbeiten lassen sich die künstlichen Nisthilfen nachträglich einbauen. Mitunter findet sich auch unter dem Dachüberstand oder flachen Garagendächern ein trockenes Plätzchen für fertige und selbstgebaute Schwalbennester oder einen Mauerseglernistkasten. Um Kotspuren an den Wänden zu vermeiden, gibt es eine ganz simple Lösung: Ein einfaches Brettchen, das circa 60 Zentimeter unterhalb des Nestes angebracht wird, fängt den Schwalbendreck unproblematisch auf. Wichtig für Hausbesitzer: Nicht nur die Schwalben selbst, auch ihre Nester sind durch das Bundesnaturschutzgesetz ganzjährig geschützt. Sie dürfen also auch im Winter, wenn sie leer stehen, nicht beseitigt werden.

Hat sich ein Schwalbenpaar für einen Neubau ihrer Behausung entschieden, kommt viel Arbeit auf die Tiere zu. Unzählige Male müssen sie feuchten Lehm oder Erde suchen, mit ihrem Speichel vermischen und die Kügelchen an eine Wand anbringen. Vogelfreunde können ihnen das Leben erleichtern in dem sie kleine feuchte Schlammpfützen vorbereiten oder eine Wasserschale aufstellen. Am liebsten setzen die Schwalben jedoch bereits gebrauchte Vogelwohnungen vom Vorjahr im Stand und ersparen sich so eine Menge kraftzehrender Arbeit. Hausbesitzer sollten daher alte Nester unbedingt bewahren, denn gut gepflegt können diese zehn Jahre und mehr hintereinander bewohnt werden. Eine gute Alternative dazu sind Kunstnester, die die Vögel gerne angenehmen. Und viele insektenfreundliche Gärten sorgen dafür, dass sie und ihre Kleinen keinen Hunger leiden müssen.

Tipps und sachkundige Antworten bei Fragen rund um den Schwalbenschutz erteilt gerne der „Schwalbenfachmann“ Rudolf Lehmann unter der Rufnummer 43380 oder via E-Mail: rudolf@xlehmann.de. Fertige Nistmulden und Kotbretter für Rauch- und Mehlschwalben können unter www.nabu.de bestellt werden. Auch Helfer beim Beobachten und Zählen der Populationen sind immer willkommen. Weitere Informationen über die Vögel gibt es im Internet auf den Seiten: www.nabu-langen.jimdofree.com und www.lbv.de/ratgeber/lebensraum-haus/schwalben.

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