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Ehrenamtlich bei Gerichtsverfahren mitwirken

Jugendschöffen für Amts- und Landgericht gesucht

15.01.2018

Sie hören sich die Plädoyers an von Staatsanwälten und Verteidigern vor den Jugendgerichten und Jugendkammern bei den Amts- und Landgerichten, lernen die persönlichen Schicksale von Angeklagten kennen und fällen Urteile mit – die Rede ist nicht von Richtern, sondern von Jugendschöffen, bei denen es sich allerdings um Erwachsene handelt. Für dieses Ehrenamt braucht man keine juristische Ausbildung, nur eine gute Portion gesunden Menschenverstand und Verantwortungsbewusstsein. Jetzt werden wieder Freiwillige gesucht, die sich für fünf Jahre als Schöffe für Strafverfahren am Langener Amtsgericht und am Landgericht Darmstadt verpflichten.

Schriftliche Bewerbungen entgegen nimmt bis Freitag, 2. Februar, der Magistrat der Stadt Langen, Gremienmanagement, Südliche Ringstraße 80, oder die Geschäftsstelle des Kreisjugendhilfeausschusses 51.6, Kreis Offenbach, Werner-Hilpert-Straße 1, 63128 Dietzenbach, (Telefon: 06074 8180-3338). Das Bewerbungsformular finden Sie hier. Das Gremienmanagement prüft die Kandidatenliste und legt sie anschließend dem Jugendhilfeausschuss des Kreises Offenbach vor. Von dort aus geht sie nach abermaliger Prüfung ans Langener Amtsgericht, dessen Schöffenwahlausschuss in der zweiten Jahreshälfte die Haupt- und Hilfsschöffen für den Zeitraum vom 1. Januar 2019 bis 31. Dezember 2023 wählt.

Gesucht werden Bewerberinnen und Bewerber mit deutscher Staatsangehörigkeit im Alter zwischen 25 und 69 Jahren, die die deutsche Sprache ausreichend beherrschen. Sie müssen in Langen wohnen und dürfen nicht vorbestraft sein. Wer beruflich in der Justiz tätig ist oder einer Kirche vorsteht, etwa als Priester, Imam oder Rabbiner, kommt nicht infrage. Jugendschöffen sollten über besondere Erfahrung in der Jugenderziehung verfügen, beispielsweise als Eltern, Ausbilder oder durch die Jugendarbeit.

Für die Teilnahme an Verhandlungen werden sie vom Arbeitgeber freigestellt. Jugendschöffen sind unabhängig, haben das gleiche Stimmrecht wie Berufsrichter, fällen Urteile über Schuld und Unschuld und tragen die Verantwortung für einen Freispruch beziehungsweise eine Geld- oder Freiheitsstrafe. Für jede Verurteilung und jedes Strafmaß ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Gericht erforderlich. Gegen beide Schöffen kann niemand verurteilt werden.

Von den ehrenamtlichen Laienrichtern wird soziale Kompetenz, Lebenserfahrung, gesundheitliche Eignung und Menschenkenntnis erwartet. Außerdem sollen sie unparteiisch und unvoreingenommen sein und objektiv urteilen können. In der Beratung mit den Berufsrichtern müssen Schöffen ihren Urteilsvorschlag standhaft vertreten können und sich von besseren Argumenten überzeugen lassen. Daher sollten sie ihre Rolle im Strafverfahren kennen, über Pflichten und Rechte informiert sein und sich über die Ursachen von Kriminalität und Sinn und Zweck von Strafen Gedanken gemacht haben. Wer aber die persönliche Verantwortung für eine mehrjährige Freiheitsstrafe oder für einen Freispruch wegen mangelnder Beweislage gegen die öffentliche Meinung nicht übernehmen kann oder möchte, sollte besser die Finger von diesem wichtigen Amt lassen.

Zum Bewerbungsformular

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