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Die Stadt und ihre Töchter

Magistrat legt Beteiligungsbericht vor

27.01.2020

Jede hessische Kommune hat das Recht, sich wirtschaftlich zu betätigen, indem sie selbst Unternehmen betreibt oder sich an solchen beteiligt. Das ist auch bei der Stadt Langen bewährte Praxis. Direkt oder indirekt erstreckt sich ihr Konzernnetzwerk über 20 Firmen. Das jedenfalls ist der Stand zum Jahresende 2018, den der Magistrat jetzt in seinem Beteiligungsbericht dokumentiert hat.

Langen macht es wie viele andere Gemeinden im Land und hat verschiedene Aufgaben in die Hände von Tochterunternehmen gelegt. Dabei gilt unter anderem die gesetzliche Vorgabe, dass der öffentliche Zweck das Unternehmen rechtfertigt. Außerdem muss es in einem angemessenen Verhältnis zu der Leistungsfähigkeit der Gemeinde beziehungsweise zum voraussichtlichen Bedarf stehen.

Die Höhe der Beteiligungen ist im Falle Langens ganz unterschiedlich. Mal sind es 100 Prozent, mal ist es aber auch weniger als ein Prozent. Für die politischen Gremien, die den Zweck und den Umfang der Beteiligungen kontrollieren, dürfte es hilfreich sein, wenn sie den Überblick behalten. „Dafür gibt es den Beteiligungsbericht. Er schafft Transparenz - auch für die breite Öffentlichkeit“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt.

Neben allgemeinen Informationen wie Gründungsjahr, Rechtsform und Unternehmenszweck der aufgeführten Tochterunternehmen informiert das 65 Seiten starke Dokument über den jeweiligen Geschäftsverlauf der abgeschlossenen Berichtsperiode und listet Bilanzdaten auf. „Diese Fakten sind eine wichtige Grundlage für politische Entscheidungsträger und geben einen umfassenden Überblick zum Konzern Stadt Langen“, erläutert Gebhardt.

Ganz oben in der Struktur steht die Beteiligungsmanagement Langen GmbH (BML) – eine 100-prozentige Tochter der Stadt – die Kapital verwaltet und selbst Beteiligungen hält, so 55,6 Prozent an der Pittler Pro Region Berufsausbildung GmbH, der wiederum die Pittler Berufsausbildung gGmbH komplett gehört. Eine hundertprozentige Tochter der BML wiederum ist die Bäder-und Hallenmanagement Langen GmbH‚ während sie an der Stadtwerke Langen GmbH zu 75,2 Prozent beteiligt ist. Die Stadtwerke investieren in sechs weitere Unternehmen, und zwar in die Stadtwerke Langen Immobilien GmbH (100 Prozent), die Baugenossenschaft Langen (9,7 Prozent), die Dynega Energiehandel GmbH (6,67 Prozent), die Windpool GmbH & Co. KG (1,25 Prozent), die ENTEGA Windpark Erksdorf GmbH (12,5 Prozent) und die Bürger Energiegenossenschaft (13,1 Prozent).

Im Besitz der Stadt sind obendrein 5,66 Prozent der Hessischen Flugplatz GmbH Egelsbach, 5,88 Prozent der Regionalpark Rhein-Main Süd-West GmbH, 1,95 Prozent der Baugenossenschaft Langen, 3,45 Prozent der Kreisverkehrsgesellschaft, 1,2 Prozent der Kultur Region Frankfurt Rhein Main, 0,072 Prozent der Nassauischen Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungs GmbH, 0,03 Prozent der Volksbank Dreieich und 60 Prozent des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen im Betriebszweig Entwässerung und Reinigung.

Die Kommunalen Betriebe Langen gehören der Stadt komplett, sind aber streng genommen ein Eigenbetrieb und keine Beteiligung. Sie waren 2018 alleinige Gesellschafterin der ALEG Abfallservice Langen Egelsbach GmbH (vormals: ASG Abfallservice Südhessen GmbH), bevor die Nachbargemeinde zu Beginn des Jahres 2019 mit 25 Prozent in diese Gesellschaft einstieg.

Das meiste städtische Kapital steckt im Eigenbetrieb Kommunale Betriebe (13 Millionen Euro) und bei den Stadtwerken Langen (5,76 Millionen Euro). Jeweils 2,3 Millionen Euro investiert die Stadt in die Beteiligungsmanagement Langen GmbH und die Bäder- und Hallenmanagement GmbH. Mit einem Anteil im Wert von 1,25 und 1,07 Millionen ist sie in der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH und im Abwasserverband Langen/Egelsbach/Erzhausen eingebunden.

Der Beteiligungsbericht legt ebenfalls offen, welche Vereinsbeiträge die Stadt zahlt. Insgesamt 49 Verbände oder Organisationen führen Langen als Mitglied. Darunter sind die Hessische Apfelwein und Obstwiesenroute, das Klimaschutzbündnis, der Deutsche Kinderschutzbund Westkreis Offenbach und die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessen.

Das Papier wird im Haupt- und Finanzausschuss (30. Januar) zur Kenntnis genommen und bei Bedarf nochmals detailliert in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 13. Februar, erörtert. Danach liegt es im Rathaus an der roten StadtInfo-Theke, im Fachdienst Controlling und Finanzen und in der Stadtbücherei (Südliche Ringstraße 77) zur Einsicht aus. Digital veröffentlicht die Stadt den Beteiligungsbericht auf ihrer Webseite unter www.langen.de.

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Beteiligungsbericht - Organigramm
1.1 MB

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