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Deutlich mehr Frauen in Führungspositionen

Vereinbarkeit von Familie und Beruf wichtiges Thema für die Stadt

22.11.2021
Frauen in Führungspositionen
Rund die Hälfte der Führungskräfte bei der Stadt Langen sind weiblich: Ein Teil von ihnen versammelte sich mit Bürgermeister Jan Werner (Mitte) zum Fototermin. Foto: Stupp/Stadt Langen

Die Frauenquote in Kommunalverwaltungen ist traditionell hoch, bei den Führungspositionen gibt es allerdings häufig Nachholbedarf. In Langen wird deshalb seit Jahren daran gearbeitet, mehr Frauen mit Führungsaufgaben zu betrauen. Und das mit großem Erfolg: In der Kernverwaltung haben zum Jahresende 2020 die Frauen bei den Führungskräften einen Anteil von 49 Prozent erreicht. 2017 waren es mit nur 34 Prozent noch deutlich weniger. Dies zeigt der jüngst vorgelegte Zwischenbericht zum Frauenförder- und Gleichstellungsplan 2018 bis 2023, der den Zeitraum Januar 2018 bis Dezember 2020 beleuchtet.

Zum Stichtag 31. Dezember 2020 zählte die Stadtverwaltung 572 Beschäftigte – 434 Frauen und 138 Männer. Das entspricht einer Verteilung von 76 zu 24 Prozent. Ein Grund dafür ist der Bereich Soziales und Kinderbetreuung, in dem nach wie vor überwiegend Frauen beschäftigt sind.

Während sich an der prozentualen Verteilung weiblich/männlich gegenüber dem Jahresende 2017 in Bezug auf die Gesamtzahl der Beschäftigten keine Veränderung ergeben hat, sieht das Bild bei den 39 Führungskräften anders aus: 19 Frauen und 20 Männer haben in der Kernverwaltung Vorgesetzten- und Leitungsaufgaben. Zum Jahreswechsel 2017/18 waren es nur 14 Frauen, aber 27 Männer (bei damals 41 Führungskräften). Damals lagen von den vier Fachbereichsleitungen drei in Männerhand, mittlerweile herrscht Gleichstand. Die gesamte Stadtverwaltung Langen verzeichnet 66 Beschäftigte mit Führungs- oder Leitungsaufgaben (2017: 65), davon sind 42 Frauen (35) und 24 Männer (30). Nicht mitgerechnet werden bei diesen Zahlen die beiden Wahlbeamten, also Bürgermeister und Erster Stadtrat.

„Der Bericht zeigt, dass Frauenförderung im Langener Rathaus großgeschrieben wird“, betont Bürgermeister Jan Werner. „Gleichzeitig muss ich aber auch herausstellen, dass bei uns Frauen nicht wegen eines Plans mit Führungsaufgaben betraut werden, sondern weil sie hoch kompetente Kolleginnen sind.“

Große Bedeutung in der Stadtverwaltung hat auch das Thema Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dabei spielen gleitende Arbeitszeit, Telearbeitsplätze und ganz speziell Teilzeitmodelle eine wichtige Rolle. So arbeiteten mit Stichtag 31. Dezember 2020 in der Gesamtverwaltung 47 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit, sechs Prozent mehr als 2017. Der größte Teil ist mit 242 weiblich. 28 Männer mit Teilzeitbeschäftigung bedeuten zehn Prozent, was aber zumindest einen leichten Anstieg von einem Prozent im Vergleich zu Ende 2017 bedeutet. Die meisten Teilzeitbeschäftigten gibt es in der Altersgruppe 50 bis 59 Jahre, gefolgt von den Gruppen 30 bis 39 sowie 40 bis 49 Jahre.

Wie viele Wochenstunden jeweils gearbeitet wird, ist dabei höchst unterschiedlich. Zuwächse gab es in allen Arbeitszeitgruppen. „Dies verdeutlicht den Wunsch nach einem hohen Grad an Flexibilität in den Teilzeit-Arbeitsmodellen, welchem die Stadt Langen, soweit es die dienstlichen Belange ermöglichen, weitgehend nachkommt“, heißt es in dem Bericht.

Unterschiede zeigen sich beim genaueren Blick auf einzelne Gruppen: Im Beamtenbereich arbeiten 27 Prozent in Teilzeit, bei den Tarifbeschäftigten der Kernverwaltung 43 Prozent. Und bei den Tarifbeschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst sind es gar 54 Prozent.

Wie die Teilzeitarbeit werden auch Telearbeitsplätze in der Langener Stadtverwaltung überwiegend von Frauen wahrgenommen: Der Zwischenbericht weist einen Anstieg von sieben auf elf Telearbeiterinnen binnen drei Jahren aus, lediglich ein Mann arbeitete bis zu seinem Ausscheiden Mitte 2019 größtenteils an einem Heimarbeitsplatz. Nicht berücksichtigt dabei ist die Arbeit im Homeoffice während der Corona-Pandemie, da diese anders zu bewerten ist.

„Der Wiedereinstieg in den Beruf mit geringem Arbeitszeitvolumen ist eine wichtige Maßnahme der Stadt, die Frauen genügend Flexibilität ermöglicht, um Familie und Beruf verbinden zu können“, betont die interne Frauenbeauftrage der Stadtverwaltung, Claudia Brücher. „Die Möglichkeit der Teilzeitbeschäftigung wird von den weiblichen Beschäftigten gut angenommen. Und: Wir profitieren sehr von dem schnellen und flexiblen Wiedereinstieg nach der Mutterschaft. Die Kolleginnen sind nicht lange weg und können somit sofort wieder an ihre bisherige Tätigkeit anknüpfen.“

Ein weiterer Bedarf der Belegschaft, besonders von Seiten der Frauen, liegt bei beruflichen Rahmenbedingungen, die es ihnen erleichtern, Beruf und Pflege von Angehörigen zu vereinbaren. Neben einer Arbeitszeitreduzierung, um die zusätzlichen Aufgaben im privaten Bereich meistern zu können, ist auch der Austausch mit anderen Betroffenen äußerst hilfreich. Die Stadtverwaltung Langen unterstützt daher betroffene Beschäftigte: So existiert ein Gesprächskreis für pflegende Angehörige.

Frauenförderung betreibt die Stadtverwaltung auch beim Nachwuchs: In Ausbildungsberufen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, wurden bei gleicher Eignung Frauen mindestens zur Hälfte berücksichtigt. Ausnahme auch hier: der technische Bereich, in dem es an entsprechenden Bewerbungen mangelte.

Alles in allem kommt der Zwischenbericht aber zu einem positiven Fazit: „Die Ziele sind weitestgehend erfüllt. Eine Änderung des Frauenförder- und Gleichstellungsplanes ist aus heutiger Sicht nicht erforderlich.“

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