Aktuelles Rathaus | Slider Startseite

Das Wetter immer im Blick

Kommunale Betriebe gut auf Wintereinbruch vorbereitet

02.12.2019
Winterdienst KBL
Gerüstet für Schnee und Eis: der Winterdienst der Kommunalen Betriebe Langen, hier im Einsatz auf dem Lutherplatz-Kreisel. Foto: Sorger/Stadt Langen

Wann kommen Schnee und Eis nach Langen? Gefrorene Autoscheiben gaben bereits einen Vorgeschmack. Wie jedes Jahr ist der Winterdienst der Kommunalen Betriebe (KBL) gut auf alle Eventualitäten vorbereitet, um Rutschpartien auf den Straßen nach Möglichkeit zu verhindern. Im KBL-Domizil an der Darmstädter Straße neben der Feuerwehr stehen die Räumfahrzeuge bereit und das Salzlager ist gefüllt, wie KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski berichtet. „Wir haben das Wetter immer im Blick.“

Winterdienst-Chef Peter Müller hat längst die Dienstpläne für die kalte Jahreszeit geschrieben. Ein eingespieltes Team von 22 Mann kann er bei Schnee und Eis jederzeit zu Sonderschichten rausschicken, bei Bedarf auch mitten in der Nacht. Kommt es tagsüber zu Engpässen, wird die Winterdiensttruppe um weitere Beschäftigte aufgestockt. Da das Personalkontingent aber begrenzt ist, holen die Kommunalen Betriebe wieder einen privaten Dienstleister mit ins Boot. Er kümmert sich ums Wirtschaftszentrum Neurott.

Zum Streuen und Räumen sind vier Großfahrzeuge jederzeit startklar. Traktoren übernehmen Radwege. Fußgängerüberwege, Bushaltestellen und die Bahnunterführungen müssen in Handarbeit gestreut werden. Priorität haben Südliche Ringstraße, Bahnstraße oder Fahrgasse, über die der meiste Verkehr rollt. Gleich danach sorgt der Winterdienst für rutschfreie Gefällstrecken auf dem Steinberg und ist rund ums Rathaus und auf den Busschleifen tätig. Auf Nebenstraßen kann der Service allerdings nur nachrangig bei extremer Glätte ausgedehnt werden „Der Zeit- und Kostenaufwand wäre ansonsten einfach zu hoch“, erklärt Müller.

Zum Streuen verwenden die Kommunalen Betriebe sogenanntes Feuchtsalz. Es gilt als um-weltfreundlich, wirtschaftlich und effektiv. Bei dem Verfahren befeuchtet das Räumfahrzeug herkömmliches Streusalz direkt vor dem Auswerfen mit einer Natriumchlorid-Lösung. Die Kommunalen Betriebe stellen sie selber her und machen sich dadurch unabhängig von eventuellen Lieferengpässen. Die Mischung verhindert, dass trockenes Salz durch Windböen oder fahrende Autos in den Straßengraben geweht wird. Das senkt nicht nur deutlich den Verbrauch, sondern schont auch die Vegetation der Seitenstreifen. „Sowieso achten wir da-rauf, so wenig wie nötig zu salzen“, betont Müller. Denn gerade nach der extremen Trockenheit im vorigen und in diesem Sommer seien vor allem die Bäume geschwächt und würden umso mehr leiden, wenn sie mit Salz in Berührung kommen.

Bis minus acht Grad taut Feuchtsalz Eis und Schnee problemlos auf. Wenn es noch kälter wird, bewahrt nur noch Splitt davor, ins Rutschen zu kommen. Mit 250 Tonnen Streusalz sind die Kommunalen Betriebe gut ausgestattet. Auf dem Betriebshof lagern 150 Tonnen in der Salzhalle, der Rest befindet sich in einem großen Silo, von dem aus die Einsatzfahrzeuge befüllt werden. Bei Bedarf können die Kommunalen Betriebe auf weitere 50 Tonnen in einem Lager in Wiesbaden zurückgreifen, das mehrere Kommunen eingerichtet haben. 

Mit dem Winterdienst kommen Städte und Gemeinden ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Reinigungs- und Verkehrssicherungspflicht nach. Sie gilt jedoch nur auf wichtigen und gefährlichen Straßen wie zum Beispiel Gefällstrecken. Fußgängerwege müssen durch die Anlieger durchgängig von 7 bis 20 Uhr schnee- und eisfrei gehalten werden. Abstumpfende Mittel wie Sand und Splitt gibt’s kostenlos auf dem Wertstoffhof an der Darmstädter Straße. Splittkästen stehen zudem an mehreren Stellen im Stadtgebiet und können ebenfalls in Anspruch genommen werden.

Nach den Worten von KBL-Betriebsleiter Pusdrowski „leisten wir in Langen im Sinne einer sicheren Mobilität häufig mehr als das gesetzlich vorgeschriebene Maß. Bei starken und an-haltenden Schneefällen bitten wir jedoch um Verständnis, dass wir uns auf die wichtigsten Straßen konzentrieren müssen.“

Alle Verkehrsteilnehmer sollten bei Schnee und Eis Vorsicht walten lassen. Geeignetes Schuhwerk beugt Stürzen vor. Eine dem Straßenzustand angepasste Fahrgeschwindigkeit vermindert das Risiko von Unfällen und manchmal ist es besser, das eigene Fahrzeug stehen zu lassen.

Zurück