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Auf den Wegen bleiben und die Umwelt schützen

Zahlreiche Besucher gefährden Natur in Langener Schutzgebieten

15.03.2021

Sonniges Frühlingswetter und der Lockdown locken viele Menschen verstärkt in die Natur vor der eigenen Haustür. Auch in Langen sind in den vergangenen Wochen vermehrt Fußgänger und Radfahrer auf Wald- und Feldwegen in der Gemarkung unterwegs. Das hat mitunter Folgen für die Pflanzen- und Tierwelt.

Von den 344 Naturschutzgebieten in Südhessen leiden laut dem Regierungspräsidium Darmstadt viele, besonders beispielsweise die Schwanheimer Dünen in Frankfurt, massiv unter dem Fehlverhalten von Besuchern, die sich nicht an Verhaltensregeln halten. Plattgetrampelte Pflanzen, achtlos weggeworfener Müll und Zigarettenstummel inmitten der Flora und Fauna gehören zu den Nebenerscheinungen des Besucheransturms. Auch das etwa 48 Hektar große Langener Naturschutzgebiet „Kammereckswiesen, Herchwiesen, Schmale Wiesen und Belzbornwiesen“ im Süden der Sterzbachstadt ist aktuell Ziel etlicher Spaziergänger, die sich nach frischer Luft sehnen. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, findet die Langener Umweltberatung im Rathaus. Allerdings gibt es in dem besonders empfindlichen Lebensraum klare Regeln, die zum Schutz der Natur eingehalten werden müssen.

„Leider ist dies aktuell nicht der Fall“, sagt der ehrenamtliche Vogelschutzbeauftragte der Stadt Langen, Dieter Ohler. Bei Kontrollgängen stellt er immer wieder fest, dass zahlreiche Passanten sich jenseits der offiziellen Wege aufhalten und ihren Unrat auf Feldern und Wiesen liegen lassen. „Die Einsicht der Menschen hält sich in Grenzen“, berichtet Ohler. „Und das, obwohl in dem Naturschutzgebiet auch vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu Hause sind.“ Die extensiv genutzten, nährstoffarmen Magerwiesen mit Röhrichtbeständen beherbergen nicht nur den Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine seltene Schmetterlingsart, sondern noch eine Vielzahl anderer seltener Pflanzen- und Tierarten. Dazu zählen die Pracht- und Heidenelke, das breitblättrige Knabenkraut (eine Orchideenart) und das Schwarzkehlchen, die Rohrammer sowie zahlreiche Amphibien, Reptilien, Spinnen und Insekten.

Das Betreten des Naturschutzgebietes ist verboten, erinnert Dieter Ohler und appelliert an Spaziergänger, auf den Wegen zu bleiben und nicht querfeldein über die Wiesen zu laufen. Nur so können die empfindlichen bodenbrütenden Vögel und Pflanzen vor Schaden bewahrt werden. Während der Brut- und Setzzeit vom 1. März bis 1. Oktober herrscht außerdem Leinenzwang für Hunde und auch das Pflücken oder Ausgraben von Pflanzen ist untersagt. Der städtische Fachdienst Öffentliche Sicherheit und Ordnung wird in Zukunft verstärkt kontrollieren und, falls nötig, auch Bußgelder wegen Ordnungswidrigkeiten verhängen.

Hinweisschilder rund um das Naturschutzgebiet weisen auf das Betretungsverbot hin. Wer sich an der Natur erfreuen möchte, ohne Schäden anzurichten, kann einen Blick auf den Infoflyer der Stadt werfen, der das offizielle Wegenetz in der Südgemarkung mit verschiedenen Routenvorschlägen enthält. Das Faltblatt gibt es hier auch online.

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