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Alles spricht für den Halt in Langen

Magistrat schickt Stellungnahme zur RTW an Regierungspräsidium

16.09.2019

Sie soll Pendler auf die Schiene bringen und dazu beitragen, dass weniger Autos auf den überlasteten Straßen rund um Frankfurt fahren: Die Regionaltangente West (RTW) zählt zu den aktuell wichtigsten Schienenverkehrsprojekten für die Region. Sie wird den Hochtaunuskreis, den Main-Taunus-Kreis, Frankfurt-Höchst, den Flughafen Frankfurt und den Kreis Offenbach direkt verbinden. Allerdings beinhaltet die Planung keinen Anschluss für Langen. Dafür plädiert – quer durch alle Fraktionen – nicht nur die Stadt, sondern längst zum Beispiel auch die Industrie- und Handelskammer Offenbach und die Deutsche Flugsicherung, die ihren Sitz im Wirtschaftszentrum Neurott hat.

Nach aktuellem Stand endet die Trasse im Süden bereits in Dreieich-Buchschlag und nicht am wichtigen Umsteigebahnhof Langen. „Technisch wäre das kein Hindernis und obendrein wirtschaftlich sinnvoll“, betonte Erster Stadtrat Stefan Löbig. Das würden mehrere Gutachten bestätigen, die die Stadt auf Empfehlung des Kreises Offenbach in den vergangenen Jahren beauftragt habe. Der Kreis vertritt in der RTW-Planungsgesellschaft seine Kommunen.

Die zuletzt angeforderte Nutzen-Kosten-Untersuchung spreche ebenfalls für Langen. „Auch wenn das Ergebnis noch nicht abschließend vorliegt, ist absehbar, dass wir für die RTW ein Gewinn sind“, sagte Löbig. Das gleiche Büro, das den Nutzen-Kosten-Index für die gesamte Strecke untersucht hatte, nahm jetzt auch unter die Lupe, wie die wirtschaftlichen Auswirkungen sind, wenn Langen angebunden wird. Positiv wirkt sich beispielsweise aus, dass dafür keine zusätzlichen Züge und keine weiteren Gleise notwendig sind.

Zugleich würde aufgrund der Größe der Stadt, durch die sich entwickelnden Baugebiete gerade an der Bahnlinie und die Arbeitsplatzangebote die Zahl der Fahrgäste erheblich steigen. „Da kommt in der Waagschale eine ganze Menge zusammen, die für unseren Anschluss spricht und den Gesamtnutzen der RTW erhöht“, hob Löbig hervor. Dieser sei entscheidend, wenn es darum gehe, beim Bund Fördermittel für den Bau der Strecke zu beantragen.  

Langen begrüße zwar die guten Fortschritte der RTW, die sich durch das eingeleitete Planfeststellungsverfahren für den südlichen Abschnitt zwischen Kelsterbach und Dreieich zeigten. In einer Stellungnahme dazu an das Regierungspräsidium Darmstadt habe der Magistrat aber deutlich dafür plädiert, die Argumente für die Anbindung der Stadt im Abwägungsprozess zu berücksichtigen. Das Genehmigungsverfahren für die RTW verläuft in vier Abschnitten, von denen mit der derzeitigen Offenlage für den Abschnitt Süd 1 bereits zwei im Planfeststellungsverfahren sind.

Nach Löbigs Worten steht der Magistrat im engen Kontakt und Austausch mit dem Geschäftsführer der RTW-Planungsgesellschaft, Horst Amann, und der Ersten Kreisbeigeordneten Claudia Jäger. „Gemeinsam suchen wir nach einer gangbaren Lösung, die RTW an den Langener Bahnhof zu bringen, ohne das bereits laufende Planfeststellungsverfahren zu stören. Wie wir rechtlich abgesichert ins Boot kommen, wird derzeit geprüft. Wir sind zuversichtlich, dass es bald eine abgestimmte Vorgehensweise geben wird“, erklärte Löbig. „Denn alle Beteiligten stimmen mittlerweile darin überein, dass die Anbindung Langens ein wichtiger Baustein für eine attraktive RTW ist. Sie ist ökonomisch und verkehrsplanerisch sinnvoll und sollte so schnell wie möglich realisiert werden.“

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