Corona-Pandemie: Bitte die Informationen auf der Startseite www.langen.de beachten!

Aktuelles Bürgerstiftung | Aktuelles Rathaus | Aktuelles Familie/Soziales | Slider Kultur/Freizeit

Zehn Jahre Gutes wachsen lassen

Bürgerstiftung Langen feiert Jubiläum und freut sich über Bäume

13.03.2020
Gutes wachsen lassen
Seit zehn Jahren lässt die Bürgerstiftung Langen Gutes wachsen. Foto: Fotolia

Sie hat sich eine bessere Lebensqualität für die Stadt Langen auf ihre Fahnen geschrieben, will Gutes wachsen lassen und setzt in ihrem Jubiläumsjahr auf Baumgeschenke: Seit zehn Jahren macht sich die Bürgerstiftung Langen verdient. Sie gibt den Bürgerinnen und Bürgern genauso wie Unternehmen die Möglichkeit, sich durch Spenden und Zustiftungen für Langen zu engagieren. Davon profitieren ganz viele. Mit gut 160.000 Euro hat die Bürgerstiftung bislang sinnvolle Projekte unterstützt.

Mit mehr als 30.000 Euro dickster Brocken ist der Sozialbereich. Dazu zählt die Unterstützung der Langener Tafel genauso wie die Übernahme von Ferienspielgebühren, weil sich das eine Familie schlichtweg nicht leisten konnte. Ein weiterer Schwerpunkt ist die kulturelle Bildung, in die eine ähnlich hohe Summe floss. Zum Beispiel wurden Theateraufführungen der Behindertenhilfe gefördert, genauso wie Kinderkonzerte der Musikschule und der Gitarrenunterricht für Kinder geflüchteter Menschen. Sportvereine können sich ebenfalls auf die Bürgerstiftung verlassen. Knapp 21.000 Euro gingen vor allem an die Sport- und Sängergemeinschaft, den Fußballclub, den Turnverein und an den Roll- und Eissportclub.

Unter dem Stichwort „Völkerverständigung“ gibt die Bürgerstiftung Geld für das Städtetreffen des Fördererkreises für europäische Partnerschaften. Einen Scheck über 11.000 Euro ausgestellt hatte sie darüber hinaus für das Tor der Freundschaft, das am Stresemannring hochgezogen wurde. In die Integration flossen mehr als 20.000 Euro, so in Sprachkurse für geflüchtete Menschen, aber auch in Fahrradkurse.

Vom segensreichen Wirken der Stiftung profitieren außerdem die Kinder– und Jugendfarm, die Hausaufgabenhilfe durch den Verein für Jugendsozialarbeit, der Verkehrs- und Verschönerungsverein, die Begegnungsstätte Haltestelle und die Seniorenhilfe Langen. Nicht zuletzt hat die Bürgerstiftung den offenen Bücherschrank in der Romorantin-Anlage mitfinanziert und wird demnächst für einen zweiten in Oberlinden einen Bewilligungsbescheid ausstellen. Gleiches gilt für den Einbau von Fenstern des Langener Glaskünstlers Johannes Schreiter in der Stadtkirche und im Gemeindehaus von St. Albertus Magnus.

„Insgesamt haben wir bis heute mehr als 100 einzelne Bewilligungen ausgesprochen. Nutznießer davon waren 37 Vereine, Institutionen und Einzelpersonen“, bilanzierte Stiftungsvorstand Uwe Daneke und konnte weitere Erfolge vermelden. Demnach hat sich das Stiftungskapital von 200.000 Euro bei der Gründung im Laufe der zehn Jahre durch Zustiftungen auf rund 575.000 Euro fast verdreifacht. Zu verdanken ist das 32 Zustiftern, die einen Teil ihres Vermögens zum Wohle der Stadtgesellschaft zur Verfügung stellten. Aus der Anlage der Stiftungsmittel wurden bisher Erträge von knapp 90.000 Euro erzielt. Das hört sich vielleicht nicht übermäßig viel an, ist aber in Zeiten von Null- und sogar Negativzinsen durchaus beachtlich.

Das Stiftungsvermögen und die Erträge daraus sind aber nur eine von drei Quellen, aus denen die Stiftungsmittel fließen. Hinzu kommen Spenden (98.000 Euro), zum Beispiel bei runden Geburtstagen und Firmenevents und sonstige Einnahmen (32.000 Euro), vor allem vom Amtsgericht Langen, wenn Strafverfahren gegen Geldauflage eingestellt werden. Unterm Strich generierte die Bürgerstiftung bisher also knapp 220.000 Euro, die sie für gute Zwecke verwendete oder noch verwendet. „Wir wollen immer dort ergänzen, wo es nötig, aber dem Stadtsäckel nicht mehr möglich ist“, brachte es Daneke auf den Punkt.      

Ins Leben gerufen wurde die Einrichtung einst von der Beteiligungsmanagement Langen GmbH, in der die Stadt ihre Beteiligungen wie beispielsweise an den Stadtwerken oder an der Bäder- und Hallenmanagement Langen GmbH bündelt. Den finanziellen Grundstock in Höhe von 200.000 Euro lieferten die Stadtwerke, die eine Rückstellung für steuerliche Risiken auflösen konnten und einen Teil dieses Ertrages für die Stiftungsgründung zur Verfügung stellten. Erste Zustifterin war die Stadt Langen selbst. Sie brachte rund 18.000 ein. Das Geld stammte von zwei verstorbenen Einwohnern, die es für die Armenfürsorge zur Verfügung gestellt hatten.   

„Das eigentliche Motiv der Gründung war natürlich die finanzielle Lage der Stadt Langen, die es immer schwerer machte, besondere soziale, kulturelle, sportliche und andere der Stadtgesellschaft dienende Aktivitäten auf die Beine zu stellen“, blickte der ehemalige Fachbereichsleiter Daneke zurück, der bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand auch für den städtischen Haushalt zuständig war. In Geld schwimmt Langen nach wie vor nicht. Deswegen ist die Bürgerstiftung nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt ausgesprochen wertvoll und wichtig. „Von ihr profitieren viele in unserer Stadt und alle können sich einbringen für eine sozial friedliche, umweltfreundliche und kulturell vielfältige Kommune.“

Wer die Bürgerstiftung unterstützen und ihre Zwecke fördern möchte, hat zwei Möglichkeiten: spenden oder zustiften. Spenden fließen ohne Abstriche in den Haushalt der Stiftung und werden zeitnah verwendet. Wer spendet, kann den Verwendungszweck festlegen. Ansonsten macht das der Stiftungsvorstand.

Eine weitere Form, sich zu engagieren, sind Zustiftungen. Das können Geldbeträge oder andere Vermögensgegenstände – etwa aus Erbschaften oder Vermächtnissen – sein, die das Stiftungsvermögen aufstocken und dadurch zu höheren Erträgen führen. Angetastet werden darf das Vermögen laut Stiftungssatzung nicht.

Ab 10.000 Euro können die Zustifter bestimmen, was mit den Erträgen aus ihren Gaben geschehen soll. Ab 500 Euro haben sie auf Lebenszeit Sitz und Stimme in der Stifterversammlung. Sowohl bei Spenden als auch bei Zustiftungen gibt es steuerlich absetzbare Zuwendungsbestätigungen.

Die Stifterversammlung wählt das Stiftungskuratorium und legt die Stiftungszwecke fest. Das Kuratorium beschließt unter anderem über den Wirtschaftsplan, die Verwendung der Erträge des Stiftungsvermögens und der Zuwendungen. Außerdem ist es für die Berufung und Abberufung des Stiftungsvorstandes verantwortlich.

Feste Mitglieder des Kuratoriums sind der Langener Bürgermeister und der Geschäftsführer der Stadtwerke Langen GmbH. Hinzugewählt wurden der frühere Bürgermeister und Langener Ehrenbürger Dieter Pitthan, Stadtverordnetenvorsteher Stephan Reinhold, außerdem Dr. Elke Vietor (Lions Förderverein Langen), Stephan Langner (Baugenossenschaft Langen), Stephan Braun (Kaufhaus Braun), Stefan Schmidt (Volksbank Dreieich) und Nico Gormsen (Hahn Air). Vertreten wird die Bürgerstiftung durch den Vorstandsvorsitzenden Uwe Daneke und seinen Stellvertreter Juan Lopez Schnecker (Prokurist bei den Stadtwerken). 

Zu ihrem Jubiläum wünscht sich die Bürgerstiftung nichts weniger als die Wiederaufforstung Langens nach dem schweren Sturm im August vorigen Jahres. Die Aktion „Bäume für unsere Stadt“, ist bereits angelaufen. Auf der Homepage www.buergerstiftung-langen.de gibt es fürs Bäum schenken ein Formular, auf dem neben dem Betrag auch ein Standortvorschlag für die Linde, die Platane oder den Spitzahorn eingetragen werden kann.

Zurück