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Wandel der Bestattungskultur

„Tag des Friedhofs“ in Langen mit viel Informationen und Musik

04.09.2017

Friedhöfe sind viel mehr als bloße Orte der Trauer. Sie sind auch Orte des Lebens. Das wird alljährlich beim bundesweiten „Tag des Friedhofs“ in besonderer Weise deutlich. Dieses Mal - am Sonntag, 17. September - beteiligt sich auch der Naturfriedhof Langen an der Aktion, die unter dem Motto „Raum für Erinnerung“ steht. Die Friedhofsverwaltung der Kommunalen Betriebe hat dafür ein Programm zusammengestallt, das Führungen, Vorträge, Musik und viele Informationen beinhaltet. Die Veranstaltung soll vor allem Gelegenheit für Gespräche mit Fachreferenten und Menschen bieten, die auf dem Friedhof tätig sind oder in einer anderen Weise beruflich mit ihm zu tun haben. Im Vordergrund steht der sich abzeichnende Wandel der Bestattungskultur. 

Das Erdgrab als über Jahrzehnte gepflegte Familiengrabstätte wird immer seltener gewünscht. In einer mobilen Gesellschaft gewinnen pflegefreie Grabformen zunehmend an Bedeutung. Der Langener Naturfriedhof hat sich darauf eingestellt und begleitet den Wandel durch attraktive, neue Grabarten. Gerne beantworten die Mitarbeiter des Friedhofs Fragen und nehmen Anregungen entgegen.

Auftakt ist um 15 Uhr. Dann öffnet in einem Pavillon vor der Trauerhalle das Friedhofscafé, das vom Langener Weltladen organisiert wird. Zum kleinen Preis gibt es Langener Stadtkaffee, Teespezialitäten und Kuchen. Im Andachtsraum stellt Pfarrerin Christiane Musch (Pfarramt Johannes) das neue Trauercafé im evangelischen Begegnungszentrum „Katharina-von-Bora-Haus“ (Westendstraße 70) vor. Unterstützt wird sie dabei von Friederike Geppert (Koordinatorin im Begegnungszentrum) und von Mitgliedern der Hospizgruppe Langen. Dauer: 15 bis 16 Uhr.

Um 15.15 Uhr beginnt eine Führung über den Friedhof, bei der den pflegefreien Grabarten die besondere Aufmerksamkeit gilt. Um 16 Uhr hält Pfarrer Dr. Christian Mulia (Stadtkirche) in der Trauerhalle einen Vortrag über den Wandel der Bestattungskultur. Dem schließt sich am gleichen Ort um 16.30 Uhr eine Gesprächsrunde für Fragen und Anregungen zum Friedhof an. Mit von der Partie sind Pfarrerin Musch, die freie Rednerin Birgit Seidel, Vertreter der Friedhofsverwaltung und von einer Pietät.  

Den Abschluss der Veranstaltung bildet ab 18 Uhr ein literarischer Klavierabend. Er entführt in die Zeit, als Paris Mitte des 19. Jahrhunderts das musikalische Zentrum Europas war. „Die edle Tonkunst überschwemmt unser ganzes Leben“, schrieb damals der scharfzüngige Heinrich Heine. Mit Kompositionen von Frédéric Chopin, Franz Liszt und Claude Debussy, gespielt von dem Pianisten Martin Engel, und von dessen Vater Dr. Burkhard Engel vorgetragenen Heine-Texten wird diese große Epoche wieder lebendig.

„Martin Engel verfügt nicht nur über eine frappierend brillante Spieltechnik, sondern eine auf sorgfältiger Reflexion gründete Autonomie im Ausdruck, die seine Interpretationen über das hinaushebt, was sonst zu hören ist“, schrieb der Münchner Merkur einmal über den 1986 geborenen Pianisten, der auf zahlreiche Rundfunk- und Fernsehauftritte zurückblickt und von Geburt an blind ist. Der Eintritt ist frei.

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