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Startschuss für Mega-Wohngebiet

„LiebigCarree“ Auftakt für Langens neuen Stadtteil

05.03.2018

Über das Baugebiet Liebigstraße zwischen Nordumgehung und Alpha-Hochhaus ist in der vergangenen Zeit viel gesprochen worden. Es wurden Bebauungspläne aufgestellt, städtebauliche Konzepte entworfen, Grundstücke verkauft und für den nördlichen Teil laufen Umlegungen und erste Erschließungsarbeiten. Doch nun wird es konkret. Im April will die Wohnwerte Langen GmbH mit den Arbeiten für drei mehrgeschossige Wohnanlagen auf dem ehemaligen Stadtwerke-Gelände schräg gegenüber dem Bahnhof beginnen. Außerdem wird der Investor hier ein Hotel hochziehen. Hinzu kommt ein Einkaufszentrum mit rund einem Dutzend Ladeneinheiten, dass die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH mit Sitz in Hamburg voraussichtlich ab Mai errichtet. 

Das künftige Quartierszentrum, das die einzelnen Bauteile bilden, ist nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt eines der sichtbaren Zeichen für den Aufbruch in Langen. Direkt an der Bahn entstehe eine markante Silhouette in moderner Architektur. Ein Gewinn sei neben den zusätzlichen Wohnungen und dem Einzelhandel auch das geplante Hotel.

Zwischen Darmstadt, Frankfurt und dem Flughafen gebe es eine hohe Zimmernachfrage. Und da liege Langen mittendrin. 

Das „LiebigCarree“ besteht aus drei Wohnanlagen mit bis zu sieben Vollgeschossen (rechtes Gebäude). Unten links an der Liebigstraße ist das geplante Hotel angedeutet, in der Mitte liegt das flache Einkaufszentrum.  

Seit Kurzem weist auf dem insgesamt rund 18.000 Quadratmeter umfassenden Grundstück ein großes Schild darauf hin, dass unter dem Namen „LiebigCarree“ 162 Eigentumswohnungen und eine Tiefgarage entstehen. Vermarktungsbeginn ist in den nächsten Tagen. Potenzielle Interessenten können sich in einem Informationscenter schlaumachen. 

Laut Stefan Weidner, Geschäftsführer der Vertriebsgesellschaft Ainsley GmbH, investiert die Wohnwerte Langen GmbH rund 40 Millionen Euro in den Standort, davon zehn Millionen in das Hotel. Die Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen der Walldorfer Wohnbau GmbH und der Demir Bau GmbH, beide aus Mörfelden-Walldorf. Die Walldorfer Wohnbau hat in Langen bereits mit den Europaquartieren an der Bahnhofsanlage ein Zeichen gesetzt und mit den Station-Point-Restaurants auch zu einer gastronomischen Bereicherung beigetragen.

Die drei Gebäude des „LiebigCarrees“ verfügen über fünf, sechs und sieben Vollgeschosse und eine zweigeschossige Tiefgarage. Das Ensemble bildet einen Übergang zum deutlich höheren Alpha-Hochaus, das noch aus den siebziger Jahren stammt. Weidner hebt nicht nur die großzügigen Flächen in der Tiefgarage hervor, sondern auch eine Stromtankstelle, an der vier Autos gleichzeitig aufgeladen werden könnten.

Die Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen zeichneten sich durch praktische Grundrisse und helle Räume aus. Bei Wohnflächen von 34 bis 158 Quadratmetern richteten sie sich gleichermaßen an Singles, Paare und Familien, an Jung und Alt und an Kapitalanleger und Eigennutzer. Die Wohnwerte Langen GmbH achte auf Bauqualität und Energieeffizienz. Die Häuser würden nach dem Standard des KfW-Effizienzhauses 55 errichtet. Das bedeutet, dass sie nur 55 Prozent der Energie verbrauchen, die nach der aktuellen Energieeinsparverordnung zulässig ist. Das Vorhaben erfahre zudem ein baubegleitendes Qualitätsmanagement durch den TÜV Süd, was nur wenige Bauherren nachweisen könnten. Die Fertigstellung ist für Ende 2019 geplant. Dann werden rund 350 Bewohner in ihre neuen Wohnungen einziehen können. 

Der Startschuss für das Hotel soll ebenfalls noch in diesem Jahr fallen. „Derzeit führen wir intensive Gespräche mit einem namhaften Betreiber für ein Drei-Sterne-Haus“, berichtet Weidner. Geplant seien 144 Zimmer und eine attraktive Gastronomie, die sich zum künftigen Einkaufszentrum hin öffne. Bis Ende kommenden Jahres solle auch das Hotel in Betrieb gehen. 

Das Quartierszentrum in bester Lage am Regional- und S-Bahnhalt ist nicht nur das Entree für das weitere Wohngebiet und garantiert eine gute Nahversorgung. Es wird auch zum Bindeglied zwischen der Innenstadt und dem künftigen Viertel, das (mit einigem Abstand) bis zur Nordumgehung und zur Hans-Kreiling-Allee reichen wird. Die Stadt ebnet hier den Weg für die größte Wohnungsbauoffensive seit der Entstehung von Oberlinden in den sechziger Jahren. Nach den Worten von Bürgermeister Gebhardt profitiert Langen von diesem Wachstumskurs, gewinne an Bedeutung und finanzieller Stärke. „Zugleich tragen wir Verantwortung, indem wir angesichts der enormen Nachfrage den Wohnungsbau forcieren“, betont der Verwaltungschef.

Mit dem Hotel-Projekt werde das vorläufig letzte Puzzle in der Planung für das neue Mega-Wohngebiet an die richtige Stelle gesetzt. Mitten in der Rhein-Main-Region entstehe ein Vorzeige-Stadtteil mit modernen Wohnungen, Geschäften, Kindertagesstätten, weiteren kommunalen Einrichtungen und eben dem Hotel.

Ein wichtiger Akteur bei der ganzen Entwicklung sind die Stadtwerke Langen, die an der Liebigstraße knapp 30.000 Quadratmeter (drei Hektar) Grund und Boden für Einzelhandelsflächen, vor allem aber für die dringend benötigen Wohnungen freigemacht haben. Direktor Manfred Pusdrowski hebt hervor, dass jetzt alle Verträge zum Verkauf der großen Stadtwerke-Flächen an der Liebigstraße unter Dach und Fach seien.

Langen spiele bei der Schaffung von zusätzlichem und bezahlbarem Wohnraum im Rhein-Main-Gebiet eine mustergültige Rolle. Die großen Brachflächen im Stadtgebiet seien unter der Regie von Bürgermeister Gebhardt in den vergangenen Jahren systematisch entwickelt und zur Baureife gebracht worden. „Ich bin stolz darauf, dass die Stadtwerke dabei eine aktive Rolle gespielt haben und in Zukunft weiter spielen werden“, sagt Pusdrowski.

Langen zeige in vorbildlicher Weise, wie dem Wohnraumproblem im Ballungsraum beizukommen sei und wie Wohnraum erhalten und entstehen könne: durch systematische Baulandentwicklung und durch die Bestandspflege bei den Geschosswohnungen der Baugenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. „Überall in Langen sieht man den Aufbruch, der der wachsenden Bevölkerung in einer prosperierenden Stadt direkt zugutekommt.“

Pusdrowski freut sich, dass durch die Bebauung auch der Standort der Stadtwerke aufgewertet wird. „Bisher lagen wir eher in einer Einöde, bald befinden wir uns im Herzen eines modernen, pulsierenden Stadtteils, für den wir innovative Energiekonzepte mit Fernwärmeversorgung entwickeln und einsetzen.“

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