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Stadtbusse deutlich länger unterwegs

Optimiertes Liniennetz, kostenfreies WLAN und neuer Betreiber

01.07.2019
Neue Stadtbusse

Der Ruf nach einem effektiveren öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) wird vor dem Hintergrund des Klimawandels, verstopfter Straßen und der Feinstaubbelastung immer lauter. Auf lokaler Ebene geben die Stadtwerke Langen mit einem erweiterten Angebot die richtige Antwort. Vom 1. Juli an sind die Stadtbusse in Langen und Egelsbach deutlich länger unterwegs. Zugleich wurde das Liniennetz optimiert. Zum Beispiel ist das Langener Fachmarktzentrum an der Pittlerstraße jetzt viel besser als bisher angebunden und bei den Neubauten im Norden der Stadt gibt es künftig ebenfalls Haltestellen. Ein weiterer Pluspunkt: Die meisten Ziele sind im Halbstundentakt erreichbar, indem sich zwei Linien ergänzen. Und schließlich: Zeitgleich mit dem Fahrplanwechsel übernimmt im Auftrag der Stadtwerke Langen ein neuer Betreiber des Liniennetzes das Ruder: der Omnibusbetrieb Schau ins Land Hain GmbH aus Rödermark. Alles gleich bleibt nur bei den Fahrpreisen.

Nach den Worten von Stadtwerke-Direktor Manfred Pusdrowski hat sein Unternehmen gemeinsam mit der Stadt Langen, der Gemeinde Egelsbach und der Beratungsgesellschaft IG Dreieichbahn GmbH ein Konzept erarbeitet, das sich an den Bedürfnissen der Bevölkerung orientiert. Es berücksichtige die Belange von älteren Menschen genauso wie von Berufstätigen und Schülern und mache klimaschonende Mobilität für alle möglich, die auch mal aufs Auto verzichten wollten.

Für Langens Ersten Stadtrat Stefan Löbig ist ein qualitativ hochwertiger ÖPNV ein wichtiger Beitrag zur Lebensqualität vor Ort. Der Stadtbus und auch das Anruf-Sammel-Taxi würden darüber hinaus die Wirtschafts- und Arbeitsplatzstandorte in den beiden Kommunen stärken und vor allem auch ökologische Kriterien erfüllen.

Das neue Angebot baut auf dem alten Fahrplan auf und orientiert sich damit an einer bisher schon vergleichsweise komfortablen Situation. Es berücksichtigt nicht nur die Entwicklung der beiden Kommunen, die auf Wachstumskurs sind, sondern auch geänderte Lebensgewohnheiten. So hat sich das Einkaufsverhalten längst auch in die Abendstunden verlagert. Entsprechend länger sind die Fahrgäste unterwegs.

Die Betriebszeiten für die Stadtbusse werden daher werktags einschließlich samstags bis 22 Uhr ausgedehnt. Bisher war schon um 19 Uhr Schluss. Nach wie vor starten die ersten Busse um 6 Uhr. Einschränkungen gibt es lediglich werktags von 20 bis 22 Uhr und samstags von 7 bis 9 und von 16 bis 22 Uhr. In diesen Zeiträumen gilt ein 60-Minuten-Takt. Wie in der Vergangenheit fahren sonn- und feiertags keine Stadtbusse.

Neu ist, dass die Linie OF-71 (Linden - Langen Bahnhof – Bayerseich – Egelsbach Bahnhof) und die Regionalbuslinie 662 (Darmstadt-Arheilgen – Neu-Isenburg) im Abstand von 30 Minuten von Langen nach Egelsbach und umgekehrt verkehren. Damit besteht ab Juli nicht nur werktags, sondern auch samstags eine Verbindung von und nach Egelsbach.

Eine andere Linienführung gibt es für die OF-72 vom Neurott über Langen Bahnhof und das Nordend zum Steinberg. Neue Haltestellen an der Elisabeth-Selbert-Allee sind „Aranda-de-Duero-Platz“ und „Sophie-Scholl-Straße“. Dafür entfallen die Haltestellen „Feldbergstraße“ und „Nordendstraße“.

Ebenfalls verändert wurde die Linienführung für die OF-75. Sie verläuft künftig vom Lutherplatz über die Hans-Kreiling-Allee, die B 486 und Bahnhof Langen West bis zur Albert-Einstein-Schule. Das Fachmarktzentrum wird in beide Richtungen angebunden. Neue Haltestellen an der Hans-Kreiling-Allee sind jeweils auf beiden Seiten „Sportzentrum Nord“ und „Hans-Kreiling-Allee“. Auf der Pittlerstraße (Richtung Linden) wird die Haltestelle „Monzastraße“ vor den Parkplatz am Edeka verlegt. Zusätzlich werden jeweils auf der gegenüberliegenden Seite der bestehenden Haltestellen „Am Weißen Stein“ und „Bahnhof Westseite“ Stationen eingerichtet, außerdem zwei neue Haltestellen am Wernerlatz.

Bei den Schulbussen bleibt alles beim Alten. Lediglich die Liniennummer ändert sich. Eine zusätzliche Fahrt für die Albert-Schweitzer-Schule ins Neurott beginnt um 15.10 Uhr. 

Längere Zeiten für die Stadtbusse bedeutet kürzere für das Anruf-Sammel-Taxi (AST). Es fährt dann, wenn der Busverkehr ruht, und zwar künftig in Langen von 22.20 bis 0.20 Uhr und zusätzlich sonntags von 8.20 bis 0.20 Uhr und in Egelsbach von 21.50 bis 23.50 Uhr (sonntags von 8.50 bis 23.50 Uhr).

Stadtwerke-Chef Pusdrowski hob hervor, dass sein Unternehmen auch in Zeiten knapper Kassen auf einen leistungsfähigen ÖPNV setze. Für die Stadtwerke sei der Stadtbus trotz der rund 1,5 Millionen Fahrgäste im vergangenen Jahr zwar ein finanzielles Verlustgeschäft, für Langen und Egelsbach aber ein großer Gewinn.  

Das Wettbewerbsrecht habe die Stadtwerke dazu gezwungen, den Betrieb der Linien europaweit auszuschreiben. „Deshalb müssen wir uns alle paar Jahre auf einen neuen Partner einstellen.“ Pusdrowski begrüßt es, dass mit der Firma Schau ins Land ein bodenständiges Unternehmen aus der Region das Rennen gemacht hat. Es sei mit den Verkehrsbedingungen im Kreis Offenbach und in Langen und Egelsbach vertraut. Das mache den Übergang einfacher. Die Rödermärker lösen die Langener Firma Georg Becker GmbH & Co. KG ab, die seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 die Bussparte betrieb – „und mit deren Arbeit wir sehr zufrieden waren“, betonte Pusdrowski.

Neu sind jetzt nicht nur die ausgedehnten Betriebszeiten bis 22 Uhr und auf einigen Linien die Streckenführung, neu sind auch die Busse, erkennbar am blauen, farbenfrohen Aussehen. Nach den Worten von Ronny Hain, Chef des Omnibusunternehmens Schau ins Land, werden in Langen und Egelsbach 14 Busse unterwegs sein, die auf dem aktuellsten Stand der Technik sind und die strenge Abgasnorm Euro 6c erfüllen. Gesteuert werden sie von 20 Fahrerinnen und Fahrern. Die meisten kennen sich vor Ort schon hervorragend aus, weil sie hier oder ganz in der Nähe wohnen.  

Die Flotte glänzt nicht nur durch ihr frisches Äußeres. Auch die inneren Werte können sich sehen lassen. Denn erstmals gibt es in den Langener Stadtbussen von nun an kostenloses WLAN. Davon profitieren alle, die bei einer Fahrt ihr Datenvolumen schonen möchten.

„Wir sind sehr gut vorbereitet. Ich sehe dem Betriebsstart am 1. Juli gelassen entgegen, hoffe aber auch auf Verständnis, wenn das eine oder andere am Anfang nicht gleich hundertprozentig klappt“, meinte Hain. Fahrräder könnten mit in den Bus genommen werden. Kameras, mit denen der Busfahrer den ganzen Fahrgastraum überblicken kann, sollen für Sicherheit sorgen. Einstieg ist nur vorne, um die Fahrkartenkontrolle lückenlos zu gewährleisten.

Seit Anfang Juni laufen die Einweisungen der Fahrer und der Probebetrieb, seit Mitte des Monats ist das Team komplett. Einsatzleiter ist Alexander Morosch, der wie die gesamte Firma Schau ins Land den Ehrgeiz hat, mit der Mannschaft vom ersten Tag an einen Bilderbuch-Start hinzulegen. „Wir wollen und werden in Langen und Egelsbach für die Stadtwerke einen guten Job machen. Schau ins Land nimmt den Auftrag sehr ernst“, erklärte Hain. Untermauert wird diese Aussage durch die Tatsache, dass die Rödermärker eine Einsatzzentrale mit Tankstelle und Abstellplatz der Busse an der Robert-Bosch-Straße in Langen geschaffen haben. Von da aus wird Einsatzleiter Morosch Regie führen.

Die neuen Fahrplanhefte wurden inzwischen per Zeitungsbeilage verteilt. Darüber hinaus sind sie im Kundenzentrum der Stadtwerke an der Weserstraße 14, im Langener und Egelsbacher Rathaus und in den Fahrkarten-Vorverkaufsstellen erhältlich. Alle Details zum Liniennetz und die genauen Fahrzeiten stehen zudem im Internet unter www.stadtwerke-langen.de. Bei Fragen hilft das Kundenzentrum der Stadtwerke unter der Rufnummer 06103 595-152 (Brigitte Ravensberger) gerne weiter.

 

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