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Rund 44.000 Langener im Jahr 2027

Demografiebericht verdeutlicht Herausforderungen und Chancen

12.08.2019

Wie entwickelt sich die Stadt Langen? Welche Auswirkungen werden die neuen Baugebiete haben? Was sind die Chancen, was die Herausforderungen, was wird gebraucht? Eine gute Basis zur Beantwortung dieser Fragen liefert ein Demografiebericht, den der Magistrat jetzt erstmals vorgelegt hat.

Erarbeitet hat das Papier der Student Lars Fitterer innerhalb seines sozialwissenschaftlichen Praktikums im Rathaus. Die Untersuchung beleuchtet die demografischen Verhältnisse der Stadt Langen im Jahr 2018. Bürgermeister Frieder Gebhardt sprach von einer gelungenen Arbeit, die wertvolle Erkenntnisse liefere und künftig fortgeschrieben werden soll. Die Arbeit zeigt die Perspektiven für die Bevölkerungsentwicklung auf und nennt viele Detailinformationen und Eckpunkte für die weitere Stadtentwicklung.

„Die Fakten darin sind von großer Bedeutung, wenn wir die demografischen Herausforderungen der Zukunft meistern wollen“, betont Bürgermeister Frieder Gebhardt. „Unsere Stadt bietet viele Vorteile, ist ausgesprochen beliebt und eine Wachstumskommune. Durch die neuen Wohngebiete wird Langen weiter an Format gewinnen“, ergänzt der Verwaltungschef. Der Demografiebericht sei hilfreich, um die eingeleitete Entwicklung weiterhin erfolgreich gestalten zu können.

Langen hat aktuell rund 39.000 Einwohner, bis 2027 dürften es rund 44.000 sein. Am Belzborn entstehen 260 neue Wohneinheiten für rund 650 Menschen. In den Häusern an der Elisabeth-Selbert-Allee finden bis 2020 etwa 600 Neu-Bürger ein neues Zuhause und entlang der Liebigstraße wird bis zum Jahr 2027 Platz für rund 3.600 Bewohner geschaffen.

Allerdings verändert sich nicht nur die Größe Langens, sondern auch die demografische Zusammensetzung der Bevölkerung der Stadt, wie Fitterer in seinen Bericht verdeutlicht. Wie in der gesamten Bundesrepublik, wächst auch zwischen Neurott und Steinberg der Anteil älterer Menschen. Zugleich ziehen verstärkt junge Familien mit ihrem Nachwuchs in die frisch errichteten Quartiere. „Unsere Aufgabe dabei ist es, alle Neu-Langener bestmöglich in die Stadtgesellschaft zu integrieren“, sagt Gebhardt.

Fitterers Erhebung zeigt, dass sich die Einwohnerzahlen von 1927 mit etwa 8.100 Langenern bis heute fast verfünffacht haben. Allerdings gab es immer wieder Schwankungen. Wuchs die Kommune bis 1945 nur moderat, nahm die Entwicklung in der Wirtschaftswunder- und Wiederaufbauzeit nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erheblich an Fahrt auf. In jüngerer Zeit gab es den größten Zuwachs durch den Bau des Stadtteils Oberlinden in den Jahren 1960 bis 1965. Doch während der Ölkrise in den 1970er Jahren schrumpfte Langen wieder. Bergauf ging es abermals mit der zunehmenden Bautätigkeit im Nordend. An dem Wachstumskurs hat sich bis zum heutigen Tage nichts geändert.

Nach dem Demografiebericht wohnen die meisten Langenerinnen und Langener (rund 7.550) in der Stadtmitte, gefolgt vom Nordend (7.300) und dem Viertel am Steinberg (5.500). Etwa 5.700 Menschen leben in Oberlinden, 5.000 in der Altstadt, 4.100 westlich der Goethestraße und 2.900 im Neurott.

Langen ist trotz des demografischen Wandels eine vergleichsweise „junge“ Stadt. Knapp 27 Prozent der hiesigen Bevölkerung sind unter 27 Jahre alt (10.300). Unter ihnen sind rund 2.800 Mädchen und Jungen bis sechs und mehr als 5.000 Kinder, Teenager und junge Erwachsene zwischen sieben und 20. 52 Prozent der Langener gehören 2018 zur mittleren Gruppe im Alter zwischen 28 und 64 (20.450). Über 7.400 Personen sind Rentner und Pensionäre, darunter sogar 87 ältere Herrschaften, die noch in den „Goldenen Zwanzigern“ des vergangenen Jahrhunderts und früher geboren wurden.

Die Stadt ist bunt und international, auch das untermauert der Bericht. Mehr als 130 Nationen leben am Sterzbach zusammen. Im vergangenen Jahr hatten rund 30.600 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit, mehr als 7.600 besaßen einen Pass aus einem anderen Land. Der Blick auf die Herkunftsländer zeigt, dass die meisten europäischen Migranten aus Kroatien (612), Italien (606), Bulgarien (rund 459), Polen (431) und Rumänien (426) stammten. Den höchste Anteil von Bürgern aus einem außereuropäischen Land hatten die Türken (920 Einwohner), aus Afghanistan waren etwa 560 Männer und Frauen und aus Syrien rund 280 gemeldet.

Die meisten Nichtdeutschen leben im Nordend (24 Prozent), die wenigstens in Oberlinden (16 Prozent). Bei den übrigen Quartieren liegt der Ausländeranteil zwischen 17 und 22 Prozent. Die Untersuchung gibt Aufschluss darüber, dass die Zuwanderer gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilt sind.

„Der Demografiebericht hält uns vor Augen, dass Langen wie viele andere Kommunen in Deutschland vielfältiger wird, was neben großen Chancen auch Integrationsanstrengungen erfordert“, erklärt Gebhardt. „Zudem altert die Gesellschaft bei uns wie überall in der Republik. Das stellt die Verwaltung in Hinblick auf die steigende Lebenserwartung vor weitere Herausforderungen. Auf der anderen Seite wachse durch den Zuzug junger Familien auch der Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen. „Auf diese Entwicklung reagieren wir aktuell durch den Bau und die Planung von neuen Kitas und die Erweiterung von bestehenden Betreuungseinrichtungen.“

Alles in Allem beschreibt die Erhebung nach Gebhardts Worten die Entwicklung Langens als positiv. Das kommunale Monitoring unterstreiche, dass die Stadt in der Lage ist, die kommenden Herausforderungen anzunehmen und diese als Chance zu nutzen: Sowohl im ökonomischen als auch im sozialen Bereich.

Vorgestellt und zur Kenntnis genommen wird der Demografiebericht der Stadt Langen 2018 am Donnerstag, 19. September, im Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport.

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