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Mehr Betreuungsplätze für den Nachwuchs

Magistrat legt Kita Bedarfs- und Entwicklungsplan vor

16.09.2019

Langen wächst und ist besonders auch als Wohnort für junge Familien ausgesprochen beliebt. Nach derzeitigen Prognosen wird sich die Einwohnerzahl von heute gut 38.000 Einwohnern auf rund 42.000 Menschen bis 2021 erhöhen. Der Zuzug bringt unweigerlich einen steigenden Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen mit sich. Wie dieser Herausforderung zu begegnen ist, skizziert der städtische Fachbereich Soziales und Bildung in seinem druckfrischen Bedarfs- und Entwicklungsplan, der den Zeitraum bis 2026 abdeckt. Das Papier ist bereits die zweite Auflage in diesem Jahr, da die Stadtverordnetenversammlung eine Überarbeitung der Ergebnisse und Ausblicke vom Mai gewünscht hatte.

Auf 21 Seiten macht das Werk deutlich, wie viele Kinder betreut, wie viele Plätze akut und künftig gebraucht werden und welche Schritte geplant sind, um das Angebot weiter zu verbessern. Formaler Hintergrund für die Aufbereitung der statistischen Daten ist das Hessische Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch, das einen solchen Bedarfs- und Entwicklungsplan von den Kommunen fordert. „Die Vorlage dient der Planung von Betreuungsplätzen, Personal und notwendigen Finanzmitteln, soll aber auch der Öffentlichkeit Informationen über den Stand der Kinderbetreuung in Langen geben“, erklärt Constantin Strelow Castillo, der den Fachbereich Soziales und Bildung im Langener Rathaus leitet.

Derzeit kann der Fachdienst Kinderbetreuung den Eltern für deren Nachwuchs exakt 1.713 Betreuungsplätze anbieten. 308 davon stehen für Krippenkinder unter Drei zur Verfügung (davon 65 bei Tagespflegepersonen). 1.168 Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren werden in den Einrichtungen der Stadt, der freien oder kirchlichen Träger umsorgt. Die Fördervereine der Schulen, die Langener Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die stadteigenen Kitas verfügen zusammen über Betreuungskapazitäten für rund 800 Schüler im Alter von Sieben bis Zehn. In Relation zur Einwohnerzahl bedeutet das: Für 34 Prozent der Ein- bis Dreijährigen, 88 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und 56 Prozent der Sechs- bis Zehn-jährigen gibt es jeweils einen Betreuungsplatz.

Erster Stadtrat Stefan Löbig betont: „Es ist unsere Absicht bis 2022 den Versorgungsgrad für den U-3-Bereich auf 44 Prozent zu erhöhen und damit den tatsächlichen Bedarf zu decken. Bei Kindern über drei Jahren wollen wir eine 100-prozentige Versorgung gewährleisten.“ Ganz einfach ist das aber nicht: Zum einen müssen passende Räumlichkeiten geschaffen werden. Zum anderen erschwert der anhaltenden Fachkräftemangel die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Nach einer Erhebung des Kreises Offenbach dürften in den kreisangehörigen Kommunen bis Ende 2020 mindestens 466 Erzieherinnen und Erzieher fehlen.

Bereits in naher Zukunft wird sich die Situation im U3- und Ü3-Bereich in Langen verbessern. Möglich machen dies die erweiterte Kita Sonnenschein (Ohmstraße) und die Tagestätte der AWO an der Frankfurter Straße. In ihnen ist zusätzlicher Platz für knapp 48 Kinder zwischen einem und drei Jahren und 98 für Jungen und Mädchen über drei Jahren. Darüber hinaus werden weitere Kitas innerhalb des Neubaugebiets an der Liebigstraße und an der Steubenstraße im Neurott einen Zuwachs von rund 177 Plätzen bringen.

„Damit und durch den Umbau des alten Forsthauses an der Mörfelder Landstraße kann die Stadt Langen den Eltern und Kindern insgesamt mehr als 520 neue Plätze zur Verfügung stellen. Um dieses ehrgeizige und wichtige Ziel zu erreichen, arbeiten wir eng mit den freien und kirchlichen Trägern, dem Kreis Offenbach und den politisch Verantwortlichen zusammen“, betont Löbig.

Die Verwaltung setze sich weiter dafür ein, das Angebot der Kinderbetreuung vor Ort nachhaltig zu verbessern. „Wir gehen davon aus, dass sich die Nachfrage bei der Schulkinderbetreuung in den kommenden Jahren abermals erhöhen wird. Der Kreis Offenbach hat den Beschluss gefasst, Betreuungsangebote an den Grundschulen weitgehend bedarfsgerecht in Kooperation mit den kreisangehörigen Kommunen zu schaffen. Davon sollen 85 Prozent der Schülerinnen und Schüler profitieren“, erläutert Fachbereichsleiter Strelow Castillo.

Der „Bedarfs- und Entwicklungsplan Kinderbetreuung“ geht am Donnerstag, 19. September, zur Beratung in den Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport und am Donnerstag, 26. September, in den Haupt- und Finanzausschuss. Die Stadtverordnetenversammlung befasst sich damit in ihrer Sitzung am Donnerstag, 17. Oktober. Beginnt ist jeweils um 20 Uhr im Rathaus.

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