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Letzter Schliff für den Belzborn

Endausbau der Straßen im olympischen Viertel

09.04.2020

Attraktive Häuser, die Nähe zur Natur, Anliegerstraßen, ein großer Spielplatz mit benachbarter Kindertagesstätte direkt vor der Haustür und eine moderne und energiesparende Wärmeversorgung durch ein Blockheizkraftwerk der Stadtwerke – aus dem Neubaugebiet Belzborn ist nach den Worten von Bürgermeister Frieder Gebhardt ein gefragtes Viertel mit hoher Lebensqualität geworden. Jetzt bekommt das Gebiet im Süden von Langen den letzten Schliff. Unter der Regie der Kommunalen Betriebe beginnt am Montag, 20. April, der Endausbau der Straßen, die überwiegend wie die olympischen Ringe angeordnet sind und Namen von erfolgreichen Olympioniken tragen.

Dazu zählen der Turner Hermann Weingärtner, der sehr erfolgreich an den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit 1896 in Athen teilnahm, und das Multitalent Carl Schuhmann, der dort sowohl beim Pferdsprung als auch am Barren und Reck sowie bei den Ringern siegte. Ein weiterer Ring ist dem Kunstturner Konrad Frey gewidmet, der 1936 in Berlin aus deutscher Sicht die meisten Medaillen gewann. Ebenfalls Namenspatin ist Rosa Reichert, die in den 1950er Jahren den Skisport in der Bundesrepublik dominierte. Sie war 1956 in Cortina d´Ampezzo im Riesenslalom die erste deutsche Ski-Olympiasiegerin nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihr benachbart ist der Helga-Haase-Ring, deren Namensgeberin zu den Spitzensportlerinnen des DDR-Eisschnelllaufs gehörte und bei den Spielen in Squaw Valley Gold und Silber holte. In Gedenken an die jüdischen Turner Alfred Flatow und seinen Cousin Gustav Felix Flatow gibt es zudem eine Flatowstraße. Beide Olympiasportler wurden von den Nationalsozialisten im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet.

In der Vergangenheit hatte Langen noch keine Straßen, die die Namen von Sportlerinnen oder Sportlern tragen. „Mit dem Konzept der olympischen Ringe im Belzborn wollen wir vor allem auch die Bedeutung des Sports für unsere Kommune unterstreichen“, betonte Gebhardt. Die Haupt-, Zu- und Abfahrt erfolgt über die Darmstädter Straße schräg gegenüber dem Wertstoffhof. Im Westen begrenzt die Egelsbacher Straße das Quartier.

Als erstes rücken die Bauarbeiter nun auf dem Carl-Schuhmann-Ring an. Er wird als Wohnstraße ähnlich wie der Hegweg gepflastert. Es gelten gleiche Rechte für Autofahrer, Radler und Fußgänger. Dies bedeutet Schrittgeschwindigkeit für den Fahrzeugverkehr. Stellplätze sind durch anthrazitfarbene Steine gekennzeichnet. Das Parken ist in dem verkehrsberuhigten Bereich nur innerhalb der dort dafür ausgewiesenen Flächen zulässig. Nach gleichem Schema gestaltet werden der Olympische Weg, die Ringe und die Parallelerschließung zur Darmstädter Straße. Für die Egelsbacher Straße und die Flatowstraße ist Asphalt vorgesehen mit einseitigen Parkstreifen und beidseitigen Gehwegen. Außerdem werden hier wie an einer Allee Bäume gepflanzt, die zu einem durchgrünten Viertel beitragen.

Wenn es zu keinen Verzögerungen kommt, könnten die Arbeiten Anfang nächsten Jahres zu Ende gehen. Vor Beginn eines neuen Abschnitts informiert die Baufirma die jeweiligen Anlieger per Post. Dann müssen sie mit Einschränkungen rechnen, weil sie ihre Grundstücke vorübergehend nicht mehr direkt anfahren können. 

Der Belzborn hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte. Ursprünglich hatte die Stadt Langen größere Pläne. Die ersten Ideen stammen noch aus den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Damals sollte bis zum SSG-Sportgelände gebaut werden. Aus Landschafts- und Naturschutzgründen wurde aber deutlich abgespeckt. Gleichwohl kann sich das Endresultat sehen lassen – „als wichtiger Beitrag Langens zur Wohnraumversorgung“, erklärte Gebhardt. Entstanden seien auf einer Fläche von 8,7 Hektar rund 260 Wohneinheiten in gut 100 Reihen- und 80 Einzel- und Doppelhäusern. „Wir haben eine neue Heimat für rund 600 Menschen geschaffen und zudem an der südöstlichen Ecke des Viertels eine Tageseinrichtung für Kinder“, bilanzierte der Verwaltungschef.

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