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Langen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt

Neues Buch von Dr. Manfred Neusel über die Zeit von 1806 bis 1918

20.12.2018

Mehrere Bücher über die Vergangenheit Langens hat Dr. Manfred Neusel bereits herausgebracht. Darunter sind Werke über die Bahnstraße, das Neurott, Linden und Oberlinden. Die bisherige große Resonanz auf seine lokalhistorischen Arbeiten veranlasste ihn, die Geschichte der Sterzbachstadt in der Zeit zwischen 1806 und 1918 zu beleuchten. Sein neuestes Buch trägt den Titel „Langen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt“.

Auf rund 240 Seiten, ergänzt um 95 Abbildungen, beschreibt der Historiker, wie Langen zu einem sogenannten Marktflecken wurde und durch den Großherzog die Stadtrechte erhielt. Die ereignisreiche napoleonische Ära wird genauso thematisiert wie der Wiener Kongress und seine Folgen. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Fürstentümern behielten in Hessen-Darmstadt die französischen Reformen Napoleons im militärischen und zivilen Bereich auch nach 1816 ihre Gültigkeit. Dazu gehörte unter anderem die Emanzipation der Juden.

Unruhig wurde für die Langener Bevölkerung das Revolutionsjahr 1848. Im 19. Jahrhundert führte die Darmstädter Regierung das Wahlrecht ein und weitete es allmählich auf breitere Schichten aus, allerdings nur für die Männer. Zudem verschob sich das Machtverhältnis zwischen Kirche und Staat. Besonders deutlich zutage trat das bei der Schulaufsicht. Durch die Modernisierungspolitik der hessischen Großherzöge erhielt der Ort neue Behörden, was dazu führte, dass die Bevölkerung wuchs und sich die Stadt nach Süden und Norden ausbreitete. Spannende und turbulente Zeiten gab es durch die Reichsgründung 1871, den Ersten Weltkrieg und die Revolution im November 1918.

Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt bedankte sich über die Publikation, die hilfreich sei, um die Entwicklung Langens zu verstehen. „Herr Dr. Neusel hat wieder einmal ein wichtiges Kapitel unserer Stadtgeschichte aufgeschlagen und damit einen wertvollen Beitrag zur Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Heimat geleistet.“ Der Autor wurde 1941 in Frankfurt am Main geboren und wuchs in Langen auf. Nach dem Abitur und Studium arbeitete der Deutsch- und Geschichtslehrer im Dreieichgebiet. 1985 erhielt er den Langener Kulturpreis für seine regionalgeschichtlichen Forschungen und Veröffentlichungen.

Der Heimatforscher stellt sein Werk vor bei einer Lesung in der Stadtbücherei am Mittwoch, 23. Januar, 19 Uhr. Es ist im Groß-Gerauer Verlag Ancient Mail erschienen und kostet zwölf Euro. Darüber hinaus präsentieren an dem Abend Heinrich Konrad Werner seine Lebenserinnerungen und der ehrenamtliche Stadtarchivar Heribert Gött berichtet von seiner Wirkungsstätte. Die Hofreite an der Wilhelmstraße und die frühere Scherervilla auf dem Steinberg sind Themen in den Vorträgen von Kristof Doffing und Gaby Klein, die dabei von Dr. Neusel unterstützt werden. Das Fotoarchiv der Familie Vetter mit wertvollen Glasplattenbildern seines Großvaters Wilhelm Pons aus der Zeit um 1925 stellt Professor Dr. Rudolf Vetter vor und den Werkhof an der Fahrgasse beschreibt Gertrud Schürrlein dem Publikum.

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