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Kurzfristig neue Kitas bauen

Projekte beim Turnverein und am Kulturhaus schaffen 100 Plätze

02.11.2020

Die kurzfristige Schaffung von neuen Plätzen in der Kinderbetreuung ist das Gebot der Stunde. Nach wie vor stehen rund 500 Kinder auf der Voranmeldeliste der Stadt. Der Magistrat stößt jetzt zwei Projekte an, um diese Zahl schon bald zu reduzieren. Dabei kommen Betreuungscontainer und Fertigbauten zum Einsatz, um die Bauzeiten zu minimieren.

Der Ausbau der Kinderbetreuung in Langen ist eine Mammutaufgabe, die nicht in kurzer Zeit zu schaffen ist. Doch viele Eltern haben keine Zeit, sie benötigen die Betreuungsplätze jetzt oder zumindest in absehbarer Zeit. Deshalb arbeitet die Stadt mit Hochdruck daran, die beiden Kindertagesstätten noch im kommenden Jahr an den Start zu bringen: die Musikkita am Kulturhaus Altes Amtsgericht sowie den ersten Teil einer Sportkita in Kooperation mit dem Turnverein Langen an der Sehringhalle. Erfreuliches gibt es darüber hinaus von der Kita „Altes Forsthaus“ in der Mörfelder Landstraße zu vermelden. „In dieser eröffnet noch im November eine erste Gruppe im Altbau“, verkündet Bürgermeister Jan Werner.

Über die Schaffung neuer Plätze hinaus sollen die Projekte auch die Vielfalt der Betreuungsangebote in der Stadt erweitern. Bereits jetzt werden durch die städtischen Einrichtungen sowie die freien und kirchlichen Träger unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt. „Mit einer Sport- und einer Musikkita werden wir das Angebot für die Eltern noch weiter ausbauen“, freut sich Jan Werner. „Dazu kommt im Alten Forsthaus der private Betreiber Terminal for Kids, die später auch die Kita an der Asklepios Klinik betreiben.“

Als erstes der neuen Häuser könnte die Tageseinrichtung auf dem Gelände des Turnvereins Langen (TVL) in Betrieb gehen. Im Rahmen der Gesamtentwicklung des „Sportparks Oberlinden“ soll dort mittelfristig eine fünfzügige Sportkita als Herzstück entstehen. Um die Stadt beim zeitnahen Ausbau der Kinderbetreuung zu unterstützen, würde der Verein in einem ersten Schritt eine Interimskita mit drei Gruppen errichten. Die 75 Plätze für Drei- bis Sechsjährige sollen im zweiten Halbjahr 2021 zur Verfügung stehen.

Entstehen soll die Kita in Fertigbauweise. Diese könnte später ohne Probleme an endgültigen Standort umgesetzt und erweitert werden. Erklärtes Ziel des Turnvereins ist es, den Endausbau mit dann fünf Gruppen im Jahr 2024 zu realisieren.

Der TVL ist Bauherr und erstellt das Gebäude sowie das Außengelände. Die Stadt steuert zu Einrichtung und Erstausstattung (Bastel- und Spielmaterial und Ähnliches) 118.000 Euro zu. Für den Betrieb der Einrichtung hat sich der TVL mit dem freien Träger Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Hessen (ASB) zusammengetan.  

Die Sportkita wird das größte Außengelände aller Betreuungseinrichtungen in Langen haben. „Aus Sicht des ASB und des TVL macht das die Kita attraktiv für Erzieher und Erzieherinnen“, sagt Jan Werner. Der Betreiber gehe deshalb davon aus, dass es trotz der Engpässe auf dem Fachkräftemarkt kein allzu großes Problem sei, ausreichend Personal zu finden.

Die Kosten für den Bau werden auf die Betriebskosten des ASB umgelegt. Dieser wird von der Stadt verpflichtet, alle Möglichkeiten zu nutzen, um Zuschüsse und Spenden zu erhalten und den städtischen Anteil zu verringern. Im städtischen Etat eingeplant ist für die „Sportkita“ ein Betriebskostenzuschuss von rund 450.000 Euro für das Jahr 2022.

Vom Sport zur Musik: Dass das Kulturhaus Altes Amtsgericht, das auch die Musikschule beherbergt, einen großen Garten hat, ist vielen Langenern gar nicht bewusst. Gut 1.300 Quadratmeter groß ist das Areal. „Es ist hervorragend geeignet, um dort eine Tageseinrichtung für Kinder zu errichten“, sagt Bürgermeister Jan Werner. Sie soll in Containerbauweise entstehen.

In städtischer Trägerschaft soll dort eine Gruppe mit 25 Ganztagsplätzen für Kinder über drei Jahren geschaffen werden. Sie wird organisatorisch an die Kita „Am Steinberg“ angebunden, um Synergieeffekte bei Personal und Leitung zu erzielen.

Bei den Planungen hat der städtische Fachdienst Kinderbetreuung festgestellt, dass die Kosten für einen Kauf der Container nur unwesentlich über denen für eine Anmietung für fünf Jahre liegen. Aus diesem Grund schlägt der Magistrat vor, die erforderlichen 19 Containermodule zu kaufen und sie im hinteren Bereich des Gartens aufzustellen. Auch soll die Außenfläche entsprechend umgestaltet werden, unter anderem ist ein von einer Bepflanzung umgebenes Rondell als Musikbereich geplant. Eine erste Schätzung geht von Gesamtkosten von gut 700.000 Euro aus. Als Eröffnungstermin ist ebenfalls das zweite Jahreshälfte 2021 vorgesehen.

„Wir haben damit zwei Projekte vorgelegt, mit denen wir in kurzer Zeit 100 neue Plätze schaffen können“, sagt Jan Werner. „Jetzt muss die Politik entscheiden, ob sie das möchte und es langfristig auch finanzieren will. Der Haushalt weist coronabedingt bereits jetzt ein großes Defizit auf. Wer den zügigen Ausbau der Kinderbetreuung möchte, darf sich aber der dafür erforderlichen Grundsteuererhöhung nicht verschließen.“ Mit den beiden Kita-Projekten befasst sich die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 5. November.

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