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Kein Chaos, aber Verbote werden ignoriert

Die ersten Tage der Brückensperrung

16.04.2018
Brückensperrung - Chaos ausgeblieben
Die viel befahrene Brücke über die Bahn ist gesperrt. Ein Ordnungspolizeibeamter weist am Kreisel Pittlerstraße den Weg in Richtung Nordumgehung. Foto: Sorger/Stadt Langen

Die Sperrung der viel befahrenen Bahnbrücke (20.000 Autos am Tag) hat in Langen nicht zum großen Durcheinander geführt. Allerdings ignorieren offenbar zahlreiche Lkw-Lenker das Durchfahrtsverbot für den Schwerlastverkehr am sogenannten Leerwegtunnel zwischen der Liebig- und der Paul-Ehrlich-Straße. Außerdem nehmen Autofahrer den Weg durchs Loh, obwohl sie keine Anwohner sind. 

Die Brücke über die Bahn zwischen der Südlichen Ringstraße und der Mörfelder Landstraße muss grundlegend saniert werden. Sie ist deswegen seit Samstagnachmittag gesperrt. Die Arbeiten dauern bis zum Dezember. Die Stadt hatte im Vorfeld umfangreich über die Situation informiert und die Verkehrsteilnehmer auf die Umleitungen hingewiesen. Sie erfolgen hauptsächlich über die Nordumgehung, über die jetzt zwar mehr Autos rollen, was aber bisher nicht zu wesentlichen Beeinträchtigungen geführt hat.

Der Pkw-Verkehr kann auch durch den Leerwegtunnel fahren. Weil der aber relativ eng ist, müssen hier seit jeher Lkws außen vor bleiben. Auf der Liebigstraße machen das gleich drei Verbotsschilder kenntlich, auf der Paul-Ehrlich-Straße sind es zwei. Erlaubt sind nur Linienbusse, die Müllabfuhr und Rettungsfahrzeuge.

Die Realität sieht indes anders aus. Kontrollen der Ordnungspolizei ergaben zahlreiche Verstöße. Die Folge sind Knöllchen über jeweils 75 Euro, für die, die sich nicht an das Durchfahrtsverbot halten. „Wir machen das nicht aus Schikane oder um Geld einzunehmen, sondern wegen der Verkehrssicherheit“, erklärt Erster Stadtrat Stefan Löbig. „Wenn sich im Tunnel zwei Laster begegnen, kann das brenzlig werden. Da passt nicht mehr viel Luft dazwischen und sie weichen auf den Geh- und Radweg aus, was wiederum für Fußgänger und Radler äußerst gefährlich werden kann.“

Löbig appelliert deshalb an die Brummifahrer, sich an das Verbot zu halten und über die Nordumgehung ihre Ziele anzusteuern. Die Kontrollen würden fortgesetzt.

Kontrolliert wird auch auf den Zufahrten in die Wohnsiedlung Loh, wo ein - noch schmalerer - Tunnel unter der Bahnlinie hindurchführt. Deshalb dürfen dort nur Anlieger mit dem Auto unterwegs sein, was durch entsprechende Schilder ersichtlich ist. Sie stehen am Ende der Berliner Allee in Höhe Wagnerstraße, am Leukertsweg (am Beginn der Feldgemarkung), und auf der Egelsbacher Straße im Anschluss an das Neubaugebiet Belzborn. Wer verbotswidrig durchs Loh abkürzt und erwischt wird, muss 20 Euro zahlen.

Um sich problemlos legitimieren zu können, stellt die Stadt für alle gemeldeten Bewohner des Lohs Durchfahrtsgenehmigungen aus. Sie müssen unter Angebe des Namens, der Adresse, einer Telefonnummer und des Autokennzeichens per E-Mail an strassenverkehr@langen.de beantragt werden. Alternativ ist das auch auf dem Postweg möglich: Magistrat der Stadt Langen, Referat Ordnung und Verkehr, Südliche Ringstraße 80, 63225 Langen. Gartenbesitzer müssen zusätzlich über Grundbuchauszüge und/oder Pachtverträge nachweisen, dass sie eine Berechtigung haben, ins Loh zu fahren. Es reichen Kopien, die an die genannte E-Mail-Adresse oder mit der Post geschickt werden. Die Durchfahrtsgenehmigungen werden dann zugeschickt.

Wer Fragen zur Brückensperrung und zu den Umleitungen hat, kann sich über die Behördennummer 115 informieren. Bitte dabei die Rathausvorwahl 203 weglassen, weil ansonsten ein Mitarbeiter der Verwaltung erreicht wird, der mit der Thematik nicht vertraut ist.

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