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Höhere Gebühren auf dem Wertstoffhof

Annahme von Gewerbeabfällen nicht mehr möglich

18.12.2017

Wer Bauschutt, Restabfälle oder Sperrmüll zum Langener Wertstoffhof bringt, muss vom 1. Januar an höhere Gebühren zahlen. Das sieht eine Änderung der städtischen Abfallsatzung vor, die jetzt von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Hintergrund sind drastisch gestiegene Kosten, die die Kommunalen Betriebe (KBL) ihrerseits für die Weitergabe der Materialien an Fremdfirmen und Recyclinganlagen aufbringen müssen. Für Restabfälle aus Haushalt und Gewerbe haben sich die Ausgaben mittlerweile verdreifacht. Auch bei Altholz, Bauschutt und bei gefährlichen Abfällen wird es immer teurer. Auswirkungen auf den Wertstoffhof hat auch die seit August bundesweit geltende Novelle der Gewerbeabfallverordnung.

Die Kommunalen Betriebe profitieren laut Manfred Pusdrowski noch von einer europaweiten Ausschreibung der Abfallentsorgung von Mitte 2016. Zu diesem Zeitpunkt habe es erst moderate Steigerungen gegeben, erklärt der Betriebsleiter. Gleichwohl führe nun an einer Erhöhung kein Weg vorbei, zumal ein Ende der Kostenspirale nicht erkennbar sei. Demnach steigen die Gebühren für „sortenreinen“ Bauschutt von zwei Euro pro 100 Liter auf 4,50 Euro. Gips, Rigips, Bims und Gasbeton werden nur separat angenommen, da Bauschutt sonst auf einer Deponie entsorgt werden muss und nicht recycelt werden kann.

Die Gebühr für Grünabfall geht von einem auf 1,50 Euro pro 100 Liter nach oben. Die ersten 300 Liter bleiben aber nach wie vor kostenfrei. Für die Entsorgung von Restabfall aus Haushalten und Gewerbebetrieben werden fünf statt vier Euro verlangt, für Pkw-Reifen vier statt zwei Euro und für Lkw-Reifen ebenfalls das Doppelte, nämlich 20 statt zehn Euro.

Die Annahmemengen von Restabfällen aus Haushalten wurden ebenso wie beim Bauschutt auf 500 Liter begrenzt. Bisher betrug die Obergrenze 3.000 Liter. Altöl und Ölkanister nimmt der Wertstoffhof nicht mehr an. Dafür gibt es nach Pusdrowskis Worten Entsorgungsmöglichkeiten über den Handel und das Schadstoffmobil der Rhein-Main-Abfall GmbH (RMA). In Gesprächen mit der RMA sei erreicht worden, dass der Service ausgedehnt werde und das Schadstoffmobil pro Quartal zusätzlich einen weiteren Tag am Wertstoffhof Station mache. Pusdrowski weist darauf hin, dass Langen auch nach Änderung der Annahmemodalitäten und später nach dem Umzug des Wertstoffhofs an die Darmstädter Straße ausreichende und ordnungsgemäße Entsorgungsmöglichkeiten für alle relevanten Abfälle gewährleiste.

Als neuen Service bieten die Kommunalen Betriebe auf Wunsch zusätzliche Biotonnen für Gartenabfälle an. Sie haben ein Volumen von 120 Liter und kosten 75 Euro pro Stück und Jahr. Während der Hauptvegetationszeit mit reichlich Rasenschnitt und anderem mehr, das nicht mehr in die übliche Biotonne passt, könnten sich Gartenbesitzer mit einem weiteren Behältnis Fahrten zum Wertstoffhof sparen – so der Hintergrund der geplanten Aktion.

Bei einer weiteren Änderung, die ebenfalls von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, geht es um höhere Wegegebühren. Sie müssen ab einer Entfernung von zehn Metern für den Hin- und Rücktransport von Tonnen an den Straßenrand bezahlt wer-den. In Anspruch nehmen diesen Service etwa Anwohner in der Altstadt oder an Wohnwegen in Oberlinden, wo die Müllfahrzeuge keine Chance haben, bis vor die Haustür zu fahren. Weil die Gebühren vor allem bei größeren Strecken wegen des Zeitaufwandes nicht kosten-deckend sind, werden sie in einem ersten Schritt zum Jahresbeginn 2018 bei einer vier-zehntäglichen Leerung von 34 auf 40 Euro steigen. Dies gilt für Behälter zwischen 35 und 240 Litern. Bei Containern von 1.100 Litern in Wohnanlagen gibt es eine Anhebung von 126,50 auf 150 Euro, bei einer wöchentlichen Leerung von 253 auf 300 Euro.   

Änderungen bringt auch die neue Gewerbeabfallverordnung mit sich. Sie hat zur Folge, dass die Anlieferung von Gewerbeabfällen auf dem Wertstoffhof nicht mehr zulässig ist. Allerdings können Unternehmen nach wie vor Abfälle aus ihrem privaten Bereich bringen. Ihre Gewerbeabfälle (einschließlich Bau- und Abbruchabfälle) müssen sie nach der Verordnung bereits am Entstehungsort trennen. Falls das nicht möglich oder nicht zumutbar ist, können sie weiterhin im Gemisch erfasst werden, dass dann aber nachweislich in eine Vorbehandlungsanlage gebracht werden muss. Die Unternehmen müssen dokumentieren, dass sie sich an diese Pflichten halten und ob es Gründe für Ausnahmen gibt. Für die Überwachung ist das Regierungspräsidium Darmstadt zuständig. Gewerbebetriebe werden von KBL entsprechend informiert.

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Infofaltblatt zur Gewerbeabfallverordnung
0.2 MB

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