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Hochwertig wohnen in attraktivem Stadtviertel

Magistrat treibt Planungen für Liebigstraße voran

10.04.2017

Es ist nach Oberlinden in den sechziger Jahren die größte Wohnungsbauoffensive der Stadt Langen: An der Liebigstraße sollen von der Nordumgehung bis zur Westendstraße und von der Bahnlinie bis zur Hans-Kreiling-Allee in den kommenden Jahren auf 28 Hektar Grund und Boden Häuser für rund 2.500 Bewohner entstehen. Der Magistrat macht Tempo und treibt das Mammutprojekt voran. Während das Quartierszentrum (mit Einkaufszentrum, Wohnen und Hotel) auf dem ehemaligen Stadtwerke-Betriebsgelände schräg gegenüber dem Bahnhof planerisch schon weit fortgeschritten ist, wird es auch auf den Flächen des Gleisschwellenwerkes und dem sich nördlich anschließenden Gelände immer konkreter. Im kommenden Jahr soll dann die Bauleitplanung für das Rodehau-Gelände westlich des Stadtwerke-Turms beginnen.

„Das Projekt Liebigstraße ist auch in den Dimensionen des Rhein-Main-Gebietes ein großer Wurf“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt. Die Wohnungsnachfrage sei enorm, speziell auch in Langen. Dabei spielten nicht nur die niedrigen Zinsen eine Rolle. Langen sei wegen seiner hervorragenden Lage, seiner Infrastruktur und seiner vielen Angebote in besonderer Weise begehrt. Und die Menschen schätzten den Vorteil, nicht vom Fluglärm geplagt zu werden.

Der neue Vorzeige-Stadtteil soll sich durch ansprechende Architektur, Familienfreundlichkeit und ökologische Werte auszeichnen, soll zu einem hochwertigen und attraktiven Standort werden. Auf den Weg gebracht hat der Magistrat in seiner jüngsten Sitzung einen Bebauungsplan mit dem Titel „Wohngebiet Liebigstraße Süd“ und – als Vorstufe eines solchen - ein städtebauliches Konzept für das „Wohngebiet Liebigstraße Nord“. Der Südteil umfasst im Wesentlichen die etwa fünf Hektar große Fläche des Gleisschwellenwerkes, das seinen Betrieb Ende dieses Jahres einstellt. Zum Norden (18,5 Hektar) zählen der Bau- und Wertstoffhof der Kommunalen Betriebe, der an die Feuerwehr umzieht, einige wenige bebaute Grundstücke und jede Menge Ackerland. Die Umlegung ist in diesem Abschnitt bereits in vollem Gang.

Vorgesehen ist da wie dort eine Mischung aus Geschosswohnungsbau, Punkt-, Reihen- und sogenannten Kettenhäuern, die immer mit einer Seite direkt an der Grenze zum Nachbargrundstück stehen. Im Norden kommen noch Doppelhäuser hinzu. Im Süden sind es etwa 310 Wohneinheiten, im Norden 950.   

Am westlichen und nördlichen Rand (entlang der Liebigstraße und südlich der Nordumgehung) schützen drei- bis viergeschossige Gebäude das Wohngebiet vor Verkehrslärm von der Straße und der Schiene. Zum wirksamen Lärmschutz sollen auch Elemente zwischen den Häusern beitragen und zur Lebensqualität Wohnhöfe im hinteren Teil. Ebenfalls Geschosswohnungsbau und sechs gestaffelt angeordnete Punkthäuser (drei bis fünf Stockwerke plus Staffelgeschoss) sieht das Konzept für den südöstlichen Abschluss des Areals vor. Hier soll eine Erschließungsstraße in einen neuen Kreisverkehr auf der Hans-Kreiling-Allee münden und die reibungslose Zufahrt zur Nordumgehung gewährleisten.

Neben weiteren Haupterschließungsstraßen gibt es innerhalb der kleinteiligen Bebauung ein Wohnstraßensystem (eine Fläche für alle, keine Bürgersteige) zum Teil mit Quartiersplätzen an den Kreuzungen, außerdem diverse Fußwege, einige Parkflächen und als Verlängerung der Elisabethenstraße eine Fahrradstraße. Beim Geschosswohnungsbau sind Tiefgaragen angesagt. An Standorte für Car-Sharing ist ebenfalls gedacht – und an den öffentlichen Personennahverkehr mit einer Buslinie.

Im Norden wird die erste Häuserreihe natürlich nicht direkt an die Umgehungsstraße heranrücken. Vielmehr liegt dazwischen als Puffer ein etwa 30 bis 40 Meter breiter Bürgerpark. Darin hat bereits die Kinder- und Jugendfarm eine neue Heimat gefunden. Als künftige Nachbarin will der Magistrat – im nordöstlichen Teil des Grüngürtels – eine Kindertagesstätte ansiedeln. Eine große Fläche im Nordwesten des Baugebiets ist darüber hinaus für ein Familienzentrum reserviert, das ebenfalls eine Kita beinhaltet. Im Osten des bisherigen Gleisschwellenwerks ist im Anschluss an drei- bis viergeschossige Punkthäuser eine öffentliche Grünfläche mit Spielplätzen geplant, die zum Treffpunkt für den gesamten Stadtteil werden soll. Bestandsschutz im Sinne ihrer Baugenehmigung genießen die Gebäude auf drei bebauten Grundstücken an der Liebigstraße (wie der Reifenhändler an der Zufahrt zum Bauhof) und ein weiteres an der Elisabethenstraße.

Das Bebauungsplanverfahren für die Liebigstraße Süd und das städtebauliche Konzept für den nördlichen Teil sind Thema in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Bau und Verkehr am Mittwoch, 19. April, und der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 11. Mai. Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Rathaus.

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