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Grabsteine nicht aus Kinderhand

Kommunale Betriebe schlagen Änderungen in Friedhofssatzung vor

04.11.2019

Urnen, Grabsteine und totgeborene Kinder sind keine schönen Themen, aber in einer Friedhofssatzung haben sie ihren Platz – auch in dem Papier, das für die Stadt Langen gilt und jetzt geändert werden soll. Grund ist, dass das Land sein Friedhofs- und Bestattungsgesetz überarbeitet hat. Daraufhin legte der Hessische Städtetag eine neue Mustersatzung vor, auf die jetzt die Kommunalen Betriebe (KBL) zurückgreifen, die für den örtlichen Friedhof zuständig sind.

Demnach soll in Langen künftig eine Bestattungsfrist für Urnen gelten. Sie müssen innerhalb von neun Wochen nach der Einäscherung beigesetzt werden. Außerdem ist vorgesehen, Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit entsprechend einer Konvention der Internationalen Arbeitsorganisation zu verbieten. „Für den Nachweis werden Siegel von Organisationen akzeptiert, die die Produktion der Grabsteine überprüfen“, heißt es in der KBL-Vorlage, die bereits vom Magistrat befürwortet wurde. Alternativ sollen auch Dokumente gelten, die beweisen, dass der Stein in EU-Ländern, EU-Vertragsstaaten oder der Schweiz hergestellt wurde.

Außerdem hat das Land die Bestattungspflicht für totgeborene Kinder geregelt. Künftig ist ein Körpergewicht von 500 Gramm beziehungsweise die 24. Schwangerschaftswoche entscheidend. Fehlgeburten, die unter dieser Grenze liegen, können ebenfalls bestattet werden. Schließlich soll neben diesen Punkten künftig auch in der Langener Satzung geregelt sein, dass Urnen, Särge, Sargzubehör und -ausstattung aus umweltfreundlichem Material bestehen.

Die von der KBL-Betriebskommission vorgelegte Satzungsänderung geht nach Beratung im Haupt- und Finanzausschuss (12. November) am Donnerstag, 5. Dezember, zur Beschlussfassung in die Stadtverordnetenversammlung.

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