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Frische Ideen und Pläne für die Kinderbetreuung

Magistrat legt Bedarfs- und Entwicklungsplan vor

23.04.2019

Langen ist auf Wachstumskurs: Nach derzeitigen Prognosen wird die Bevölkerungszahl von jetzt 38.000 Einwohnern im Jahr 2021 bei etwa 42.000 liegen. Vor allem für junge Familien ist die Sterzbachstadt mit ihrer zentralen und zugleich ruhigen Lage im Grünen ausgesprochen attraktiv. Durch den Zuzug steigt der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder, denn deren Versorgung ist für die Eltern ein wichtiger Aspekt in ihrer Lebensplanung. Wie dieser Herausforderung zu begegnen ist, skizziert der städtische Fachbereich Soziales und Bildung in seinem druckfrischen Bedarfs- und Entwicklungsplan.

Er enthält einen Rückblick auf die Platzentwicklung im vergangenen Jahr und listet aktuelle Bevölkerungszahlen und Bedarfsprognosen für Krippen- und Kita-Plätze sowie der Schulkinderbetreuung auf. Auch konkrete Vorschläge, wie das Angebot weiterentwickelt werden kann, fehlen nicht in der Ausarbeitung. Hintergrund für die regelmäßige Aufbereitung des Zahlenwerks ist das Hessische Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch, das einen solchen Bedarfs- und Entwicklungsplan von den Kommunen fordert.

Derzeit kann der Fachdienst Kinderbetreuung den Eltern für deren Nachwuchs exakt 1.713 Betreuungsplätze anbieten. 308 davon stehen für Krippenkinder unter Drei zur Verfügung (davon 92 bei Tagespflegepersonen). 1.170 Mädchen und Jungen zwischen drei und sechs Jahren werden in den Einrichtungen der Stadt, der freien oder kirchlichen Träger umsorgt. Die Fördervereine der Schulen, die Langener Arbeiterwohlfahrt (AWO) und die stadteigenen Kitas verfügen zusammen über Betreuungskapazitäten für rund 800 Schüler im Alter von Sieben bis Zehn. In Relation zur Einwohnerzahl bedeutet das: Für 34 Prozent der Ein- bis Dreijährigen, 88 Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und 56 Prozent der Sechs- bis Zehnjährigen gibt es jeweils einen Betreuungsplatz.

Bürgermeister Frieder Gebhardt betont: „Unser Ziel ist es bis 2021 den Versorgungsgrad für den U-3-Bereich auf 45 Prozent zu erhöhen und damit den tatsächlichen Bedarf zu decken sowie bei Kindern über drei Jahren eine 100-prozentige Versorgung zu gewährleisten.“ Erschwert werde die Situation durch den anhaltenden Fachkräftemangel. Nach einer Erhebung des Kreises Offenbach dürften in den kreisangehörigen Kommunen bis Ende 2020 mindestens 466 Erzieherinnen und Erzieher fehlen.

Bereits in naher Zukunft wird sich die Situation im U3- und Ü3-Bereich in Langen verbessern. Möglich machen dies die erweiterte Kita Sonnenschein (Ohmstraße), die Einrichtung „Kinderwohnen“ an der Odenwaldstraße und die Tagestätte der AWO an der Frankfurter Straße. Durch diese Errungenschaften können künftig zusätzlich knapp 68 Kinder zwischen einem und drei Jahren untergebracht werden. Darüber hinaus werden zwei weitere Kitas innerhalb des Neubaugebiets an der Liebigstraße und eine an der Steubenstraße entstehen, alles in allem ein Zuwachs von rund 155 Plätzen.

Durch die erweiterte Kita Sonnenschein und die neue AWO-Kita werden zudem bis Anfang nächsten Jahres 100 Ü-3-Betreuungsplätze hinzukommen. Bereits seit Januar können durch die Kooperation mit Egelsbach 50 Langener Mädchen und Jungen eine Einrichtung in der Nachbargemeinde besuchen. Insgesamt wird sich durch all das bis 2022/23 die Zahl der Plätze um 419 erhöhen. „Dafür arbeiten wir eng mit den freien und kirchlichen Trägern, den Eltern, dem Kreis Offenbach und den politisch Verantwortlichen zusammen“, bilanziert Gebhardt.

Fachbereichsleiter Constantin Strelow Castillo und sein Team setzen sich engagiert mit allen Beteiligten dafür ein, das Angebot der Kinderbetreuung in Langen nachhaltig zu verbessern. „Um als Wohnstandort attraktiv zu bleiben, ist ein kontinuierlicher Ausbau der Betreuungskapazitäten wichtig, vor allem für die Altersgruppe der Ein- bis Sechsjährigen. Dafür haben wir konkrete Vorschläge gemacht und Lösungen aufgezeigt“, erläutert der Fachbereichsleiter.

Bei der Schulkinderbetreuung ist eine enge Kooperation zwischen der Stadt Langen und dem Kreis Offenbach nötig. „Der Ausbau ist ein zusätzlicher wichtiger Baustein in der Tages- und Nachmittagsbetreuung von Kindern bis zum zehnten Lebensjahr. Auch dazu haben wir einige Ideen, wie dieses wichtige Ansinnen in die Tat umgesetzt werden kann“, sagt Strelow Castillo.

Der „Bedarfs- und Entwicklungsplan Kinderbetreuung“ geht am Donnerstag, 2. Mai, zur Beratung in den Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport und am Mittwoch, 8. Mai, in den Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr sowie am Donnerstag, 9. Mai, in den Haupt- und Finanzausschuss . Die Stadtverordnetenversammlung befasst sich damit in ihrer Sitzung am Donnerstag, 23. Mai. Beginnt ist jeweils um 20 Uhr im Rathaus.

 

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