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Feiern, babbeln und trinken

Langen freut sich aufs Ebbelwoifest/Zurück zum Bewährten

10.06.2019

Das Ebbelwoifest ist das Langener Großereignis schlechthin und zieht jedes Jahr Zehntausende in seinen Bann. Gefeiert wird es seit 1974 in ununterbrochener Folge am letzten Juni-Wochenende. Veranstalter ist immer der Verkehrs- und Verschönerungsverein 1877 Langen (VVV). Im Mittelpunkt steht der Vierröhrenbrunnen vor der Stadtkirche in der Altstadt, aus dem an den vier Festtagen – also vom 21. bis 24. Juni - nur Ebbelwoi fließt und der sich im Laufe der Jahre zum Treffpunkt und Kommunikationszentrum für Jung und Alt entwickelt hat.

Eingespielt hat sich ein Basis- und Rahmenprogramm: Feuerwerk, Singen der Langener Chöre, Ebbelwoidaaf und -staffel, Krönung/Proklamation des Ebbelwoikönigs und der -prinzen/-prinzessinnen, Frühschoppen und Bachgassenmarkt, moderner Vergnügungspark, die Langener Altstadt mit Gastronomie in alteingesessenen Lokalen und in Heckenwirtschaften wie dem Kirchhof.

Nachdem der VVV, bedingt durch die Fußballweltmeisterschaft 2018, einige Änderungen im Ablauf des Festes vorgenommen hatte, kehrt er in diesem Jahr wieder zu den bewährten traditionellen Terminen zurück. „Wir glauben, dass dies der richtige Weg ist, damit die Veranstaltung weiterhin attraktiv bleibt“, sagt Vorsitzender Walter Metzger.

Die Festmeile mit Verpflegungs-, Süßigkeits- und Getränkeständen, Schieß- und Losbuden und Fahrgeschäften öffnet nach wie vor am Freitagnachmittag und gegen 18 Uhr wird Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring wie immer den Ebbelwoianstich am Vierröhrenbrunnen zelebrieren. Musikalisch wird er dabei unterstützt durch den Traditionsspielmannszug des Turngaues Main-Rhein. 

Ein weiterer Höhepunkt des ersten Tages ist das Brillant-Feuerwerk, das im vergangenen Jahr ausnahmsweise am Samstagabend gezündet wurde. Bei Einbruch der Dunkelheit - gegen 22.45 Uhr - steigen die Leuchtraketen, die so viele „Ohs“ und „Ahs“ hervorrufen, in bewährter Manier von der Weiherwiese aus in den Nachthimmel und illuminieren auf faszinierende Weise die Altstadt. Wer einen geeigneten Balkon oder Ausguck hat, ist klar im Vorteil.

Der zweite Tag (Samstagnachmittag) startet mit Darbietungen der Langener Chöre, die ab 15 Uhr im Kirchhof hinter der Stadtkirche singen. Ein weiterer Programmpunkt ist – ebenfalls am Samstag – um 18.30 Uhr ein Platzkonzert vor dem Vierröhrenbrunnen mit dem Orchesterverein Langen. Danach, so gegen 19 Uhr, folgen die Krönung des Ebbelwoikönigs und der –Prinzen, also derjenigen, die das beste Stöffche gekeltert haben. Der Höhepunkt wird zweifellos die Ebbelwoidaaf. Bei dieser Prozedur werden verdiente „Oigeplackte” vom Brunnenwirt zu echten Langenern „gedaaft”.

Auf dem traditionellen Bachgassenmarkt offerieren mehr als 20 Beschicker ihre Waren, und zwar am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 22 Uhr. Sieben Anbieter stammen aus Langen, jeweils zwei aus Egelsbach und Rödermark - die anderen reisen unter anderem aus Dreieich, Dietzenbach und Seligenstadt an. Der Verein der Freunde der Langener Stadtkirche zäumt wieder seinen traditionellen Bücherflohmarkt auf. Das Sortiment der übrigen Marktstände bietet zum Beispiel Schmuck in etlichen Varianten, Seife, Marmelade, Tiffany, Stoff- und Kosmetiktaschen, Dinkelkissen, Gestricktes und Gehäkeltes, Genähtes und Besticktes, Handspielpuppen, Knöpfe und dekorative Teile mit Ebbelwoimotiven.

Ein ökumenischer Festgottesdienst unter freiem Himmel im Kirchhof hinter der Stadtkirche ist für Sonntagvormittag, 10 Uhr, terminiert. Veranstalter sind die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden. Musikalisch wird das Ganze wie immer vom TV Blasorchester begleitet. Nach dem Gottesdienst geht’s zum zünftigen Frühschoppen über.

Außerdem garantiert am Sonntagvormittag zur Frühschoppenzeit die Ebbelwoistaffel im Hausmann-Festzelt neben dem Alten Rathaus für Furore. Sie zählt seit Beginn an zum festen Programm der Langener Nationalfeiertage. Der humorvoll-sportliche Wettbewerb, an dem in den zurückliegenden 45 Jahren schon mal bis zu 40 Mannschaften an den Start gingen, nahm bis 2011 stets im Freien seinen Lauf. Austragungsort für die Gaudi-Konkurrenz war für Jahrzehnte der alte SSG-Platz an der Zimmerstraße, später der SSG-Kunstrasenplatz an der Rechten Wiese. 2012 ging die Staffel erstmals im Festzelt über die Bühne und erzeugt dort jedes Mal bestet Stimmung. Start ist um 11 Uhr.

Der Ablauf bleibt indes noch das Geheimnis des VVV-Organisationsteams um Thorsten und Stefan Lenz, Sven und und Janine Metzger, Julia Metzger, Sven Uhl und Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring. Die Mannschaften, die aus fünf Personen bestehen, bekommen erst kurz vor Veranstaltungsbeginn die Aufgaben mitgeteilt, die leicht zu bewältigen sind und bei denen der Spaß im Vordergrund steht. Das Ganze ist eine Mischung aus sportlichen Leistungen, Geschicklichkeit und Glück. Für die Bestplatzierten gibt‘s Medaillen und Pokale, für alle Erinnerungsurkunden. Mitmachen können Vereine, Stammtische, Familien, Hausgemeinschaften, Hobbygruppen und Cliquen – übrigens nicht nur aus Langen.

Anmeldungen für die Ebbelwoistaffel sind noch möglich, müssen aber schriftlich erfolgen. Anlaufstelle und Kontakt ist Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring, Wassergasse 2, E: Mail: .

Das Konzept des Frühschoppens im vorigen Jahr ist gut angekommen. Unter dem Motto „Langener Miteinander – babbeln, essen, trinken beim VVV“ lädt der Verein zu diesem Festerlebnis in gemütlicher Atmosphäre ein. Bei dezenter Hintergrundmusik können ab 11 Uhr beispielsweise Firmen-Belegschaften, Vereine und Freundeskreise zum Auswärts-Mittagstisch zusammenkommen. Zur Unterhaltung trägt Langener Gebabbel vom Brunnenwirt bei. Tischreservierungen nimmt Festzeltwirt Patrick Hausmann () entgegen.

Fest- und Juxplatz: Das Ebbelwoifest-Gelände entlang der Frankfurter Straße, Fahrgasse, Wassergasse, Bachgasse und auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und dem alten Rathaushof hat rund 60 Anlaufstationen: Karussells, Imbiss-, Los- und Schießbuden, Jux- und Fahrgeschäfte. Zu den Hauptattraktionen nicht nur für die Jüngsten dürfte wie immer das um 1900 gebaute und 1979/1980 renovierte Nostalgie-Karussell der Hayner Reitschul sein. Der Doppelstöcker mit Holzgäulen, Drehgondeln und Schaukelschiffen nimmt seinen Stammplatz auf dem Schneidhiwwel ein.

Beim Alten Rathaus wird in diesem Jahr wieder ein Riesenrad zum Erlebnis für die ganze Familie. Ihre Freude haben sollen die Ebbelwoifest-Besucher auch an drei anderen augenfälligen Fahrgeschäften haben: der Drop Zone an der Frankfurter Straße, bei der man – so die Werbung – „das Kribbeln beim freien Fall aus 21 Metern Höhe genießen kann”, dem Kultkarussell Taumler vor der Stadtkirche und dem Jekyll & Hyde, einem 42 Meter hohen und 130 Stundenkilometer schnellen Überschlag an der Kreuzung Rheinstraße/Fahrgasse.

Heckenwirtschaften: Für Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring und VVV-Chef Walter Metzger sind sie das „Rückgrat des Ebbelwoifestes”. Die zünftigen Freiluftkneipen in Toreinfahrten, Scheuern, Remisen, Hinterhöfen und Hausgärten sind in der Tat so etwas wie das Salz in der Suppe bei einem der größten Volksfeste in der Rhein-Main-Region und werden auch jetzt nicht fehlen. „Zusammen mit den etablierten Gaststätten in der Altstadt kommen wir wieder auf knapp 40 Lokalitäten“, bilanziert Metzger.

Kultiger Ausklang des Festes ist wie immer der „Last order-Schoppen“ am Montagabend von 23-Uhr an am Vierröhrenbrunnen. Der Brunnenwirt zapft die letzten Schoppen. Offizielle Öffnungszeiten beim Ebbelwoifest sind Freitag von 18 bis 2 Uhr, Samstag von 14 bis 2 Uhr, Sonntag von 14 bis 24 Uhr und Montag von 10.30 bis 24 Uhr.

 

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