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Feiern, babbeln und trinken

Langen freut sich aufs Ebbelwoifest

11.06.2018

Das Ebbelwoifest ist das Langener Großereignis schlechthin und zieht jedes Jahr Zehntausende in seinen Bann. Gefeiert wird es seit 1974 in ununterbrochener Folge am letzten Juni-Wochenende. Veranstalter ist immer der Verkehrs- und Verschönerungsverein 1877 Langen (VVV). Im Mittelpunkt steht der Vierröhrenbrunnen vor der Stadtkirche in der Altstadt, aus dem an den vier Festtagen – also vom 22. bis 25. Juni - nur Ebbelwoi fließt und der sich im Laufe der Jahre zum Treffpunkt und Kommunikationszentrum für Jung und Alt entwickelt hat. 

Eingespielt hat sich ein traditionelles Basis- und Rahmenprogramm: Feuerwerk, Singen der Langener Chöre, Ebbelwoidaaf und -staffel, Krönung/Proklamation des Ebbelwoikönigs und der -prinzen/-prinzessinnen, Frühschoppen und Bachgassenmarkt, moderner Vergnügungspark, die Langener Altstadt mit Gastronomie in traditionellen Lokalen und in Heckenwirtschaften wie dem Kirchhof.

Eigentlich hat auch der Ablauf der Langener Nationalfeiertage Tradition. Doch für die 45. Auflage des Festes müssen sich die Besucher auf diverse Änderungen einstellen. „Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre haben wir etwas an den Stellschrauben gedreht, um die Veranstaltung für alle noch attraktiver zu gestalten“, sagt VVV-Vorsitzender Walter Metzger.

Die Festmeile mit Verpflegungs-, Süßigkeits- und Getränkeständen, Schieß- und Losbuden und Fahrgeschäften öffnet zwar nach wie vor am Freitagnachmittag und gegen 18 Uhr wird Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring wie immer den Ebbelwoianstich am Vierröhrenbrunnen zelebrieren, an den sich ein Platzkonzert des Orchestervereins anschließt (18.30 Uhr). Doch dann folgen schon am Freitagabend gegen 19 Uhr die Ebbelwoidaaf und die Krönung des Ebbelwoikönigs und der –Prinzen, also derjenigen, die das beste Stöffche gekeltert haben. Bei ersterer Prozedur werden verdiente „Oigeplackte” vom Brunnenwirt zu echten Langenern „gedaaft”. Eigentlich ein Riesenspektakel, das zuletzt aber dennoch beim ursprünglichen Samstagstermin um 17 Uhr unter Zuschauerschwund litt, weil viele offenbar länger einkaufen und erst später das Fest besuchen – oder vom Vorabend noch nicht so fit sind für den nächsten Schoppen.

Beim neuen Daaf- und Krönungszeitpunkt dürften sich indes keine Lücken auftun. Denn normal ist es am Freitagabend rund um den Vierröhrenbrunnen und in der gesamten Altstadt gerammelt voll und die Protagonisten können ausführlich in der Menge baden und sich ihrer Verdienste oder ihrer Kelterkunst rühmen lassen.  

Nach dem ganzen Tohuwabohu werden die wenigsten das Feuerwerk vermissen, dass der VVV im Zuge der Modifizierungen vom Freitag- auf den Samstagabend verlegt hat und das dann der Höhepunkt des zweiten Ebbelwoifest-Tages wird. Bei Einbruch der Dunkelheit (gegen 22.45 Uhr) steigen die Leuchtraketen, die so viele „Ohs“ und „Ahs“ hervorrufen, in bewährter Manier von der Weiherwiese aus in den Nachthimmel und illuminieren auf faszinierende Weise die Altstadt. Wer einen geeigneten Balkon oder Ausguck hat, ist klar im Vorteil.

Beibehalten wurde für den Samstagnachmittag der Auftritt von Langener Chören, die ab 15 Uhr im Kirchhof hinter der Stadtkirche singen. Ein weiterer Programmpunkt ist - ebenfalls am Samstag – um 17 Uhr ein Platzkonzert vor dem Vierröhrenbrunnen mit dem TV-Blasorchester.

Auf dem traditionellen Bachgassenmarkt offerieren mehr als 20 Beschicker ihre Waren, und zwar am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 22 Uhr. Sieben der Marktanbieter stammen aus Langen, jeweils zwei aus Egelsbach und Rödermark - die anderen reisen unter anderem aus Dreieich, Dietzenbach und Seligenstadt an. Der „Verein der Freunde der Langener Stadtkirche” zäumt wieder seinen traditionellen Bücherflohmarkt auf. 

Das Sortiment der übrigen Marktstände bietet zum Beispiel Schmuck in etlichen Varianten, Seife, Marmelade, Tiffany, Stoff- und Kosmetiktaschen, Dinkelkissen, Gestricktes und Gehäkeltes, Genähtes und Besticktes, Handspielpuppen, Knöpfe und dekorative Teile mit Ebbelwoimotiven.

Ein ökumenischer Gottesdienst unter freiem Himmel im Kirchhof hinter der Stadtkirche ist für Sonntagvormittag, 10 Uhr, terminiert. Veranstalter sind die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden.

Außerdem sorgt am Sonntagvormittag zur Frühschoppenzeit die Ebbelwoistaffel im Hausmann-Festzelt neben dem Alten Rathaus für Furore. Sie zählt seit Beginn an zum festen Programm der Langener Nationalfeiertage. Der humorvoll-sportliche Wettbewerb, an dem in den zurückliegenden 44 Jahren schon mal bis zu 40 Mannschaften an den Start gingen, nahm bis 2011 stets im Freien seinen Lauf. Austragungsort für die Gaudi-Konkurrenz war für Jahrzehnte der alte SSG-Platz an der Zimmerstraße, später der SSG-Kunstrasenplatz an der Rechten Wiese. 2012 ging die Staffel erstmals im Festzelt über die Bühne und hat sich dort bewährt. Start ist um 11 Uhr. 

Der Ablauf bleibt indes noch das Geheimnis des VVV-Organisationsteams um Thorsten und Stefan Lenz, Sven und Julia Metzger und Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring. Die Mannschaften, die aus fünf Personen bestehen, bekommen erst kurz vor Veranstaltungsbeginn die Aufgaben mitgeteilt, die leicht zu bewältigen sind und bei denen der Spaß im Vordergrund steht. Das Ganze ist eine Mischung aus sportlichen Leistungen, Geschicklichkeit und Glück. Für die Bestplatzierten gibt‘s Medaillen und Pokale, für alle Erinnerungsurkunden. Mitmachen können Vereine, Stammtische, Familien, Hausgemeinschaften, Hobbygruppen und Cliquen – übrigens nicht nur aus Langen. 

Anmeldungen für die Ebbelwoistaffel sind noch möglich, müssen aber schriftlich erfolgen. Anlaufstelle und Kontakt ist Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring, Wassergasse 2, Fax: 06103 27747, E: Mail: ebbelwoistaffel_vvv@web.de

Inhaltlich reformiert haben die VVV-Organisa-toren den Frühschoppen am Montagvormittag im Festzelt. Das bisherige Konzept – namhafte Besucher dirigieren das TV-Blas-orchester – wurde über Bord geworfen, nachdem die Resonanz zunehmend nachgelassen hat. Jetzt soll der Frühschoppen unter dem Motto „Langener Miteinander – babbeln, essen, trinken beim VVV“ zu einem neuen Festerlebnis in gemütlicher Atmosphäre werden. Bei dezenter Hintergrundmusik können ab 11 Uhr beispielsweise Firmen-Belegschaften, Vereine und Freundeskreise zum Auswärts-Mittagstisch zusammenkommen. Zur Unterhaltung trägt Langener Gebabbel vom Brunnenwirt bei und auch die Heimatkundigen im VVV werden Anekdoten aus Hessen zum Besten geben und über Langener Traditionen berichten. Tischreservierungen nimmt Festzeltwirt Patrick Hausmann (patrick@festhalle-hausmann.de) entgegen.

Fest- und Juxplatz: Das Ebbelwoifest-Gelände entlang der Frankfurter Straße, Fahrgasse, Darmstädter Straße, Bachgasse und auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und dem alten Rathaushof hat rund 60 Anlaufstationen: Karussells, Imbiss-, Los- und Schießbuden, Jux- und Fahrgeschäfte. Zu den Hauptattraktionen nicht nur für die Jüngsten dürfte wie immer das um 1900 gebaute und 1979/1980 renovierte Nostalgie-Karussell der Hayner Reitschul sein. Der Doppelstöcker mit Holzgäulen, Drehgondeln und Schaukelschiffen nimmt seinen Stammplatz auf dem Schneidhiwwel ein.

Beim Alten Rathaus wird die große Nessie-Schaukel zum Erlebnis für die ganze Familie. Spaß sollen die Ebbelwoifest-Besucher auch an fünf anderen augenfälligen Fahrgeschäften haben: der Drop Zone an der Frankfurter Straße, bei der man – so die Werbung – „das Kribbeln beim freien Fall aus 21 Metern Höhe genießen kann”, dem vis-à-vis der Drop Zone ausgerollten Crazy Carpet – einem „Kinderfahrgeschäft der Superlative mit dem Nervenkitzel wie bei den Großen -, dem Kultkarussell Wellenflug vor der Stadtkirche, dem Brasil, einem lustiger Irrgarten an der Kreuzung Rheinstraße/Fahrgasse, der Actionfieber in 4D bietet, und dem Jumper, einem rasanten Fahrgeschäft für junge Leute.

Heckenwirtschaften: Für Brunnenwirt Heinz-Georg Sehring und VVV-Chef Walter Metzger sind sie das „Rückgrat des Ebbelwoifestes”. Die zünftigen Freiluftkneipen in Toreinfahrten, Scheuern, Remisen, Hinterhöfen und Hausgärten sind in der Tat so etwas wie das Salz in der Suppe bei einem der größten Volksfeste in der Rhein-Main-Region und werden auch jetzt nicht fehlen. „Zusammen mit den etablierten Gaststätten in der Altstadt kommen wir wieder auf knapp 40 Lokalitäten“, bilanziert Metzger.

Eine der größten Heckenwirtschaften ist der Kirchhof, in dem etwa 300 Besucher Platz finden. Er wird dieses Mal nicht von Detlef Kraft bewirtschaftet, sondern von dem Trio Sandra Brendel, Petra Ott und Oliver Schneider aus Rodgau, die dafür einschlägige Erfahrungen mitbringen und hessische Spezialitäten kredenzen werden. Zum Trinken gibt es unter anderem Ebbelwoi aus der Kelterei Stier aus Maintal.

Kultiger Ausklang des Festes ist wie immer der „Last order-Schoppen“ von 22 Uhr an am Vierröhrenbrunnen. Offizielle Öffnungszeiten beim Ebbelwoifest sind Freitag von 18 bis 2 Uhr, Samstag von 14 bis 2 Uhr, Sonntag von 14 bis 0 Uhr und Montag von 10.30 bis 0 Uhr.

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