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Empfehlungsprogramm für Kita-Fachkräfte

Stadt plant Geldprämien für erfolgreiche Personalvermittlung

09.05.2022

Empfehlungsmarketing – dieser Begriff steht im Wirtschaftsleben meist für Kundengewinnung durch Mund-zu-Mund-Propaganda, kann aber auch im Personalwesen Anwendung finden. Genau das soll jetzt im Kita-Bereich in Langen geschehen, wenn es nach einem Antrag des Magistrats geht. Demnach sollen künftig alle, die zur erfolgreichen Vermittlung von pädagogischem Fachpersonal beitragen, eine Prämie in Höhe von 250 Euro erhalten.

Die Stadt treibt – gemeinsam mit freien und kirchlichen Trägern - den Ausbau der Kinderbetreuung massiv voran. In der jüngst fertiggestellten Sport-Kita in Oberlinden kommen 75 Kinder in drei Ü3-Gruppen unter. Betrieben wird sie von der ASB Lehrerkooperative gGmbH. Die neue städtische Musik-Kita im Garten des Kulturhauses an der Darmstädter Straße bietet seit Februar Platz für 25 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. In der Kita WaldKitz im ehemaligen Forsthaus an der Mörfelder Landstraße und im dazugehörigen Schutzwagen für eine Waldgruppe entstanden vor zwei Jahren 30 Betreuungsplätze für Drei- bis Sechsjährige. Nach der vollständigen Fertigstellung der Einrichtung, die von der Terminal for Kids gGmbH betrieben wird, sollen Anfang 2023 zwei weitere Gruppen hinzukommen, so dass im Forsthaus insgesamt 78 Kinder betreut werden können.

Bei der Aufstockung der Platzkapazitäten in der Kinderbetreuung spielen auch die privaten und kirchlichen Träger der Sterzbachstadt eine wichtige Rolle. Mit insgesamt etwa 2 Millionen Euro unterstützt die Stadt den Ausbau der nanuS-Kita an der Robert-Bosch-Straße sowie die Erweiterung der evangelischen Kita Rappelkiste an der Uhlandstraße. Beide Einrichtungen können so künftig zusammen 63 Kinder zusätzlich unterbringen.

Eine große Herausforderung bei der Bedarfsdeckung im Krippen- und Kitabereich stellt der weithin vorherrschende Fachkräftemangel dar. Bei der Personalgewinnung setzt das Team des städtischen Fachdienstes Kinderbetreuung deshalb auch auf kreative Ansätze, wie die Zusammenarbeit mit internationalen Personalvermittlern. Fünf Fachkräfte aus Spanien konnten so vor wenigen Wochen ihre Arbeit in den städtischen Tageseinrichtungen aufnehmen. Für Stellenanzeigen auf bekannten Internet-Portalen und digitalen Plattformen stehen der Stadt aktuell rund 47.000 Euro jährlich zur Verfügung. Das Prämienversprechen soll die Personalgewinnungsmaßnahmen jetzt sinnvoll ergänzen.

„Mit dem Empfehlungsprogramm setzten wir darauf, dass zufriedene Beschäftigte das beste Aushängeschild für die Stadt Langen als Arbeitgeber sind“, erläutert Bürgermeister Jan Werner das Vorhaben. Insbesondere Erzieherinnen, Erzieher und Kita-Leitungen der örtlichen Einrichtungen sollen als Multiplikatoren agieren. Der Magistrat empfiehlt, Mittel in Höhe von 5.000 Euro für die Auszahlung der Prämien im städtischen Haushalt bereitzustellen. Offiziell starten soll die Personalwerbemaßnahme im Juli.

Als prämienberechtigte Vermittler können alle fungieren, die in Langen wohnhaft oder bei einer Kinderbetreuungseinrichtung tätig sind. Sie erhalten die 250 Euro, sobald eine neue Fachkraft die sechsmonatige Probezeit bei der Stadt beendet hat. Für Teilzeitarbeitsverträge mit weniger als 37 Wochenstunden beträgt die Vermittlungsprämie 125 Euro. Voraussetzung für die Prämienberechtigung ist, dass die vermittelnde Person im Bewerbungsschreiben genannt ist. Bei einem Einrichtungswechsel innerhalb Langens wird keine Prämie gezahlt.

„Die Stadt Langen bietet sehr attraktive Arbeitsplätze für Erzieherinnen und Erzieher und ein tolles Betriebsklima in unseren Einrichtungen“, betont Werner. Neben den zahlreichen Sozialleistungen (Zusatzversorgungskasse, Vermögenswirksame Leistungen, betriebliche Altersvorsorge, Jahressonderzahlung, Leistungsentgelt) locken ein RMV-JobTicket, regelmäßige Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie feste Vor- und Nachbereitungszeiten für das pädagogische Personal. Sogar Unterstützung bei der Wohnungssuche sichert die Stadtverwaltung ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu. Zudem erhalten die Kinder der städtischen Fachkräfte vorrangig einen Betreuungsplatz.

Über die Einführung des Prämiensystems berät sich der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am Donnerstag, 12. Mai, bevor die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag, 2. Juni, darüber abstimmen.

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