Corona-Pandemie: Bitte die Informationen auf der Startseite www.langen.de beachten!

Aktuelles | Aktuelles Rathaus | Aktuelles Wirtschaft

Einwandfreie Produkte, faire Preise, Top-Service

Langener Stadtwerke blicken auf erfolgreiches Jahr zurück

26.06.2020

Erfolgreich, aber ohne Sondereinflüsse wie Grundstücksverkäufe für den Wohnungsbau an der Liebigstraße und ohne Rückstellungsauflösungen: Auf diesen Nenner bringt Manfred Pusdrowski, Direktor der Stadtwerke Langen GmbH, das Geschäftsjahr 2019. Der erzielte Gewinn von 2,2 Millionen Euro liege auf „Normalniveau“. Er sei Ausdruck eines soliden Wirtschaftens und vor dem Hintergrund der Turbulenzen im Energiemarkt und der technischen Umwälzungen umso beachtlicher.

Gleichwohl ist die Summe weit entfernt von der Vorjahreszahl, als die Stadtwerke mit 10,1 Millionen Euro im Plus abschlossen. Aber das lässt sich laut Pusdrowski durch den Wegfall der Sondereinflüsse leicht erklären. „2019 war so betrachtet wieder ein buchhalterisch unspektakuläres Jahr mit einem Gewinn, der sogar etwas über Plan liegt und der aus der klassischen Energie- und Wasserversorgung stammt“, erklärte der Stadtwerke-Chef.

Dafür haben sich die 100 motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GmbH mächtig ins Zeug gelegt. Sie haben mit einwandfreien Produkten, fairen Preisen, erstklassigem Kundenservice und anspruchsvoller Technik die Herausforderungen im Versorgungsgebiet Langen und Egelsbach auf hohem Niveau gemeistert. Mit der Bilanz des Jahres 2019 könnten Anteilseigner, Geschäftsführung und Aufsichtsrat abermals zufrieden sein, unterstreicht Bürgermeister Frieder Gebhardt, der auch Vorsitzender des Kontrollgremiums ist. Beteiligt an den Stadtwerken sind die Stadt Langen mit 75,2 Prozent, die Gemeinde Egelsbach mit 4,8 Prozent, die Entega AG in Darmstadt und die Energieversorgung Offenbach AG mit jeweils zehn Prozent.

Gebhardt ist mit der Entwicklung der Stadtwerke seit seiner Amtsübernahme vor zwölf Jahren ausgesprochen zufrieden. „Das Unternehmen kümmert sich mit Tatkraft, aber auch mit Augenmaß um die Energiewende vor Ort. Die neuen Blockheizkraftwerke, der Ausbau der Fernwärme und die Installation der Elektroladesäulen sind dafür überzeugende Beispiele.“

Überdies sei die Tochtergesellschaft gerade bei der Stadtentwicklung ein unverzichtbarer Partner der Stadt. Die gute Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren habe Langen einen kräftigen Schub gegeben und sichtbar vorangebracht. „In wenigen Tagen wird mit dem Bebauungsplan Rodehau ein weiterer Meilenstein zur Entwicklung des Baugebiets Liebigstraße gesetzt. Damit haben die Stadtwerke dann alle Brachflächen rund um den Stadtwerke-Turm an der Weserstraße an Investoren verkauft, die darauf Wohnraum und soziale Infrastruktur schaffen werden“, bilanziert der Verwaltungschef.

Auch ansonsten scheint das Unternehmen auf dem richtigen Weg. „Wir sind innovativ, wachsen vor allem im Wärmemarkt, verstehen uns als ökologisch orientierter Infrastrukturdienstleister und lassen uns auch durch die Corona-Pandemie nicht von unserem Kurs abbringen“, fasst Pusdrowski zusammen.

Eckpfeiler des Geschäfts sind die Energieversorgung, vor allem mit Strom, Erdgas und Fernwärme. Außerdem gewinnt und liefert das Unternehmen Trinkwasser, managt den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in Langen und Egelsbach und ist eng mit den Kommunalen Betrieben (KBL) verzahnt. Deren Belegschaft nutzt seit 2018 den neuen modernen Standort an der Darmstädter Straße. Hier betreiben die Stadtwerke ein fortschrittliches Blockheizkraftwerk, das nicht nur das Betriebsgelände von Feuerwehr und KBL mit Fernwärme versorgt, sondern auch die umliegenden Wohnviertel und das Egelsbacher Neubaugebiet „Leimenkaute". „Wir leisten innerhalb unseres Versorgungsgebiets maßgebliche Beiträge zur Umstellung auf regenerative Energien, fördern Energieeffizienz und nutzen die Chancen für aktiven Klimaschutz“, hebt Pusdrowski hervor.

Zufrieden zeigte er sich mit den Umsatzerlösen, die um 7,5 Prozent auf gut 50 Millionen Euro gestiegen sind. Nur beim Wasser war ein leichtes Minus zu verzeichnen. Zu den guten Zahlen trugen vor allem die Stromerlöse bei. Sie kletterten um 7,4 Prozent auf 25,6 Millionen Euro. In der Sparte Erdgas gab es nicht zuletzt witterungsbedingt ein Plus von rund elf Prozent auf 13,6 Millionen Euro. Beim Trinkwasser ging der Umsatz um 2,7 Prozent auf 5,5 Millionen Euro zurück. Parallel dazu sank der Verbrauch wegen des im Vergleich zu 2018 etwas weniger trockenen Jahres.

Den prozentual größten Umsatzanstieg von 15,8 Prozent auf drei Millionen Euro verbuchten die Stadtwerken bei den Wärmeerlösen. Vor allem, weil zusätzliche Kunden das Wachstum der Sparte fortsetzen. „Das Geschäft mit der auch ökologisch sinnvollen Fernwärme ist inzwischen zu einer tragenden Säule der Stadtwerke Langen geworden“, erklärt Pusdrowski. 

Nur geringfügige Veränderungen gab es beim Fahrkartenverkauf für die Stadtbusse und die Anrufsammeltaxis, die zusammen 1,4 Millionen Fahrgäste beförderten, was einem Minus von 2,9 Prozent entspricht. Für den höheren Verlust in dieser Sparte, der von 759.000 auf über eine Million Euro stieg, waren aber vor allem gestiegene Treibstoffkosten und die Ausweitung des Busverkehrs verantwortlich. „Diese Zahlen tun den Stadtwerken und der Stadt natürlich weh. Wir müssen das Defizit aber in Kauf nehmen, weil der ÖPNV nicht nur einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leistet, sondern unverzichtbar für die Mobilität der Bevölkerung ist. Berufstätige, Schüler und ältere Menschen profitieren besonders davon“, betont Pusdrowski und hofft auf positive Ergebnisse einer Arbeitsgruppe, die sich beim Kreis Offenbach mit Fragen einer Neuorganisation des ÖPNV und zukunftsweisenden Finanzierungskonzepten beschäftigt.

Kräftig investiert haben die Stadtwerke im vorigen Jahr wieder in den Neubau und die Modernisierung von Anlagen zur Elektrizitäts-, Erdgas-, Wärme- und Trinkwasserversorgung. In die einzelnen Vorhaben flossen insgesamt 6,5 Millionen Euro. Schwerpunkte waren die Verbesserung der Netzinfrastruktur und der Neubau von Wärmeerzeugungsanlagen. Ein Vorzeigeprojekt ist die Heizzentrale im Lärmschutzwall an der B 486, die die Neubauten entlang der Hans-Kreiling- und der Elisabeth-Selbert-Allee mit Wärme versorgt. Ein Meilenstein ist darüber hinaus die neue Wasserleitung entlang der Darmstädter Straße von Langen nach Egelsbach. 

Im Vermietungsgeschäft war die Stadtwerke Langen Immobilien GmbH mit ihren 140 komplett vermieteten Wohnungen an der Anna-, Elisabethen-, Bahn- und Westendstraße sowie an der Fahrgasse wieder sehr erfolgreich und führte einen Gewinn von 178.000 Euro an die Muttergesellschaft ab. „Über diese gute und stabile Entwicklung freue ich mich besonders. Die Tochtergesellschaft zeigt, wie bezahlbarer Wohnraum mit Gewinn für Mieter und Vermieter geschaffen und betrieben werden kann“ sagt Pusdrowski. Er wies darauf hin, dass die Stadt die aktuellen Pläne für einen weiteren Neubau der Stadtwerkegesellschaft im Wohngebiet Liebigstraße unterstützt.   

Bei der Elektromobilität kamen die Stadtwerke mit dem Ausbau der öffentlichen Lade-infrastruktur voran. Zuwachs gab es darüber hinaus bei der Photovoltaik. Von privater Seite wurden in Langen und Egelsbach 26 zusätzliche Anlagen installiert. Der Bestand erhöhte sich dadurch auf knapp 350. Insgesamt produzieren sie eine Strommenge, die den Bedarf von gut 80 Haushalten deckt.

Die Stadtwerke sind laut Pusdrowski ein attraktiver Arbeitgeber mit gutbezahlten und sicheren Arbeitsplätzen für Fachkräfte, die für eine erfolgreiche Zukunft in einem kommunalen Infrastrukturunternehmen mit Wachstumspotenzial gebraucht werden. Die Corona-Pandemie führe jetzt allerdings dazu, dass die Aussichten der Gesellschaft unsicherer würden. Hinzu komme das ohnehin schwierige Marktumfeld, in dem sich alle Energieversorger bewegten. „Dennoch bleibt unser Optimismus größer als der Respekt vor den absehbaren Klippen, die wir in den kommenden Jahren zu umschiffen haben“, meint Pusdrowski.

Zurück