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„Dein Weg ins Berufsleben bei der Stadtverwaltung“

Im Langener Rathaus rühren Auszubildende die Werbetrommel

12.08.2019

Es gab Zeiten, da mussten junge Leute auf der Suche nach einer Ausbildungsstelle viele Klinken putzen. Heute ist es umgekehrt. Arbeitgeber buhlen um den Nachwuchs, der zu großen Teilen lieber gleich von der Schule ins Studium wechselt als eine Lehre zu beginnen. Auch die Stadt Langen hat ihre Anstrengungen auf dem Ausbildungsmarkt intensiviert, um qualifizierte Kräfte zu gewinnen. Eigene Azubis nehmen das Marketing sogar selber in die Hand. Das verleiht dem Ganzen Authentizität – und hoffentlich den gewünschten Erfolg, wie Bürgermeister Frieder Gebhardt betont und von einer vorbildlichen Initiative spricht.

Ein Schlaglicht auf die aktuelle Situation warf vor kurzem der Saisonauftakt von Eintracht Frankfurt. Ein Werbetruck vor dem Stadion schien nicht zu den üblichen Sponsoren des Fußballclubs zu passen, trug er doch das Emblem des Industrieverbandes Hessenmetall und kein Logo eines Sportausrüsters oder Bierbrauers. Mit dem Truck wollte der Verband um Nachwuchs werben und über Ausbildungsmöglichkeiten informieren, denn genau wie Eintracht Frankfurt sind auch Unternehmen immer auf der Suche nach den Talenten von morgen.

Solche ungewöhnlichen Werbeaktionen scheinen mittlerweile nötig zu sein, um Lehrlinge zu gewinnen. Denn der Markt ist leergefegt wie nie. Mehr als 13.000 Ausbildungsstellen sind nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesarbeitsagentur in Hessen unbesetzt. Im Langener Rathaus haben nun Azubis Flyer und Werbeplakate entworfen und drucken lassen, die im gesamten Stadtgebiet verteilt und plakatiert werden und die kurz und prägnant deutlich machen wie „Dein Weg ins Berufsleben bei der Stadtverwaltung“ aussieht.

Jetzt geht das Material auch zur Verteilung an Schulen in Langen und Dreieich. Parallel dazu werden einzelne Azubis den Kontakt dorthin suchen, um die Ausbildung in der Verwaltung den Jahrgängen neun bis elf schmackhaft zu machen, Fragen zu beantworten und um sich für Diskussionen anzubieten. Noa Giulia Macaluso, die im Rathaus im zweiten Jahr zur Verwaltungsfachangestellten ausgebildet wird, hat dafür an der Initiative „Ausbildungsbotschafter“ der Industrie- und Handelskammer Offenbach teilgenommen und ist nun für die Werbeaktionen bei den Schülerinnen und Schülern optimal vorbereitet.

Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres zielen die Marketingaktionen schon auf die nächste Dekade. Zum 1. August beziehungsweise 1. September 2020 stellt die Stadt bis zu 54 Ausbildungs- und Praktikumsstellen zur Verfügung, und zwar für künftige Verwaltungsfachangestellte und Beamte (Studiengang Bachelor of Arts – Public Administration), Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste und Fachkräfte für Veranstaltungstechnik. Einen Schwerpunkt im Ausbildungsangebot bilden nach wie vor die Kindertagesstätten. Aus gutem Grund, denn für sie sucht die Stadt ständig qualifiziertes Personal, wie Gebhardt hervorhebt. Sowohl dort als auch in der Flüchtlings- und Obdachlosenhilfe, beim Brand- und Zivilschutz und im Fachdienst Kultur und Sport werden zudem Helferinnen und Helfer für das Freiwillige Soziale Jahr mit offenen Armen empfangen.

In ihren Werbebotschaften zählen die Azubis natürlich auch „gute Gründe“ für eine Ausbildung bei der Stadtverwaltung Langen auf. Dazu zählen flexible Arbeitszeiten, beste Übernahmechancen, eine attraktive Vergütung, 30 Tage Erholungsurlaub, Zuschüsse für Lehrbücher und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Und was meinen die Auszubildenden selber? Ayleen Amend aus Darmstadt, 20 Jahre alt, absolviert eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten: „Nachdem ich meinen Realschulabschluss in der Tasche hatte, wollte ich erst mein Abitur machen. Ich habe dann aber relativ schnell gemerkt, dass ich lieber etwas Praktisches erlernen möchte. Bei der Berufsberatung in der Agentur für Arbeit stellte sich heraus, dass ein Beruf in der Verwaltung gut zu mir passen könnte.

Daraufhin habe ich geeignete Vorschläge erhalten, von denen ich mir die Ausschreibungen im Internet durchgelesen habe. Der Ausbildungsplatz zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt Langen klang sehr interessant und abwechslungsreich, weshalb ich mich beworben habe. Währenddessen habe ich in einem Nebenjob erste positive Berufserfahrungen gesammelt.

Als von der Stadt Langen die Einladung zum Eignungstest kam, habe ich natürlich gerne zugesagt und erfolgreich teilgenommen. Darauf folgte die Zusage. Meine Erwartungen über nette Kolleginnen und Kollegen, dass mir der Beruf Spaß macht und ich neue Erfahrungen sammeln kann, wurden durch und durch erfüllt. Darüber bin ich natürlich sehr glücklich.

Jetzt bin ich schon im dritten Lehrjahr angekommen und die Zeit ist förmlich verflogen. Ich muss sagen, dass ich mich bei der Stadt Langen sehr wohlfühle. Als Auszubildende ist man mit Fragen nie alleine und bei Problemen wird immer eine Lösung gefunden. Ich freue mich, dass ich mich, trotz meiner längeren Anfahrtszeit für die Ausbildung in Langen entschieden habe. Jetzt bin ich gespannt auf das letzte Ausbildungsjahr, denn das Ziel, die Abschlussprüfungen 2020 gut zu bestehen, steht bevor.“

Theresa Breyer aus Langen, 27 Jahre, macht ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in Teilzeit. Auch das ist im Rathaus möglich, denn von flexiblen Arbeitszeiten und einer guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

„Vor meiner Ausbildung bei der Stadt Langen und nach dem Abitur studierte ich erst einige Semester an der Goethe-Universität in Frankfurt. Ich merkte aber mit der Zeit, dass das Studium nicht das Richtige für mich war und ich gerne eine praxisorientiertere Ausbildung machen möchte. Durch Berufsorientierungstests im Internet und durch Gespräche mit Freunden und Verwandten kam ich auf die Idee, nach Ausbildungsplätzen für Verwaltungsfachangestellte zu suchen. Da ich ehemalige Azubis aus dem Rathaus kannte, bewarb ich mich hier und erhielt schließlich die Zusage. Ich hatte nicht viele Erwartungen, ich habe einfach auf eine vielseitige, interessante Ausbildung gehofft, die alle Grundlagen vermittelt, die im späteren Berufsleben gebraucht werden. Auch wenn der Start ins Arbeitsleben anstrengend war und eine Umgewöhnung – die Routine kam schnell und die Auszubildenden wurden unter sich rasch ein sehr gutes Team. 

Mittlerweile bin ich im dritten Jahr meiner Ausbildung und habe überwiegend positive Erfahrungen gesammelt. Alle im Haus sind sehr freundlich und hilfsbereit, man kann sich mit Fragen jederzeit an die Kollegen wenden und außerdem am internen Fortbildungsprogramm teilnehmen. Positiv überrascht hat mich vor allem die Familienfreundlichkeit der Stadt Langen, da ich alleinerziehende Mutter bin und die Ausbildung daher in Teilzeit absolvieren darf. Ich kannte dieses Modell vorher nicht und bin wirklich dankbar für diese Möglichkeit, die es mir erlaubt, meine Aufgaben als Mutter und meine Ausbildung miteinander zu vereinbaren. Die Unterstützung und das Verständnis im Haus sind groß und daher bin ich sehr froh, mich für die Ausbildung bei der Stadt Langen entschieden zu haben.

In einigen Monaten stehen nun schon die schriftlichen Abschlussprüfungen auf dem Plan, das ‚Ende‘ ist also in Sicht. Die Zeit ist extrem schnell verflogen und ich habe mit der Ausbildung bei der Stadt Langen auf jeden Fall die richtige Entscheidung getroffen. Ich kann allen, die auf eine familienfreundliche, flexible und interessante Ausbildung mit einer wirklich angemessenen Vergütung Wert legen, die Stadt Langen empfehlen. Es lohnt sich.“

Alea Keile aus Rödermark, 20 Jahre, im dritten Jahr Bachelorstudium Public Administration: „Für mich war es völlig logisch, anschließend an mein Abitur eine Ausbildung zu beginnen. Das Modell des dualen Studiums hatte mich sehr angesprochen, da ich damit eine direkte Verknüpfung von Theorie und Praxis erlangen kann. Bei meiner Suche nach offenen Ausbildungsstellen stieß ich immer wieder auf Angebote im öffentlichen Sektor. Die Arbeit in der Verwaltung erschien mir deshalb interessant, da dort verschiedenste Aufgaben und Tätigkeiten zusammenkommen, was wiederum eine abwechslungsreiche Ausbildungszeit versprach.

Die Ausschreibung der Stadtverwaltung Langen für das duale Studium ‚Public Administration‘ weckte meine Aufmerksamkeit vor allem wegen der zentralen Lage der Stadt. Zudem sprachen mich die Studieninhalte in den Bereichen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften besonders an. Während meiner nunmehr zweijährigen Ausbildungszeit konnte ich viel Wissen dazugewinnen und Erfahrungen sammeln. Besonders positiv fiel mir auf, wie die städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Auszubildenden in das Team zu integrieren wussten und zu jeder Zeit ein offenes Ohr hatten.

In allen meiner Praxisphasen hatte ich die Möglichkeit, an einer kreativen Aufgabenstellung mitzuwirken. Auch wenn es nicht immer ganz leicht war, das ‚Gewohnheitsrecht‘ zu brechen, waren alle Projekte stets von Spaß begleitet, vor allem als die Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit anderen Auszubildenden bestand. Auf das letzte Jahr meiner Ausbildung kann ich mit Freude zugehen und bin gespannt, was der neue Abschnitt mit sich bringen wird.“

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