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Aufklärung mit dem Cannabus

Jugendzentrum und Wildhof starten Initiative zur Suchtprävention

11.01.2021
Cannabus
Mit dem Cannabus sind Julia Pöhler und Andreas Rehwald vom Team des Jugendzentrums ab sofort im Nordend unterwegs. Ihre Mission: Jugendliche, aber auch ihre Eltern über die Gefahren des Cannabis-Konsums aufzuklären. Foto: JUZ

Die Corona-Krise hat auf die Lebenssituation vieler Kinder und Jugendlicher gravierende Auswirkungen. Die oft entstandene Frustration sorgt dafür, dass manche vermehrt zu Rauschmitteln greifen. Das Jugendzentrum (Juz) startet deshalb im Januar im Rahmen des Projekts „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ (JUSTiQ) und in Kooperation mit dem Suchthilfezentrum Wildhof eine neue Initiative zur Suchtprävention: den Cannabus.

Bislang waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Juz jeden Mittwoch von 17 bis circa 19 Uhr mit einem Bollerwagen im Langener Nordend auf Spielplätzen, dem Platz der Deutschen Einheit und am Bahnhof unterwegs (wir haben am 21.02.2020 berichtet). Bei einer Tasse Tee kamen sie mit dem Nachwuchs ins Gespräch und sind bei einem Großteil der im Nordend lebenden Kinder und Jugendlichen als Ansprechpartner bekannt und gerne gesehen.

In der Corona-Krise hat sich einiges verändert. Jugendliche waren lange Zeit nicht in der Schule und die Schulabgänger befinden sich teilweise in Lebenssituationen ohne Abschluss und ohne einen Ausbildungsplatz. Das hat mitunter Folgen: Wer im Langener Nordend wohnt oder dessen Wege regelmäßig dort entlangführen, riecht nicht selten Cannabis und sieht Menschen unterschiedlicher Altersgruppen beim „Gras“ rauchen.

„Dabei sind oftmals Jugendliche anzutreffen, deren Alltag vom Kiffen stark geprägt ist“, sagt Julia Pöhler vom Team des Jugendzentrums. „Die einen rauchen ab und zu, die anderen fangen morgens an und andere wiederum befinden sich in kritischen Phasen, in welchen der Konsum immer häufiger und alltagsbegleitend wird.“

Nicht weggucken und auf die jungen Menschen zugehen ist das Motto der Pädagoginnen und Pädagogen. Dabei sind sie nun nicht mehr mit dem Bollerwagen mit Tee unterwegs, sondern mit dem sogenannten Cannabus. Im Rahmen des Projekts JUGEND STÄRKEN im Quartier, in Kooperation mit dem Suchthilfezentrum Wildhof aus Dreieich und eingedeckt mit ansprechendem Präventions- und Informationsmaterial informieren die Mitarbeiter dabei wöchentlich – wiederum mittwochs am frühen Abend – die Langener Bürger und Bürgerinnen.

Aufklärung, Prävention und das Reflektieren des eigenen Konsums sind dabei oberste Ziele. Dabei wollen die Pädagoginnen und Pädagogen sowohl mit Konsumenten als auch mit Passanten ins Gespräch kommen.

Start ist am 13. Januar. Dann geht die verantwortliche JUSTiQ-Mitarbeiterin Julia Pöhler erstmals mit dem auffälligen Cannabus auf Tour durch das Langener Nordend. Am 20. Januar wird sie dabei begleitet von Mitarbeitern des Suchthilfezentrums Wildhof. Dabei werden natürlich alle aktuell geltenden Corona-Regeln streng eingehalten.

Das Projekt Cannabus wird im Rahmen des Programms „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), das Bundesministerium des Inneren, für Bau und Heimat (BMI) und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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