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Abfall, Abwasser und Straßenreinigung

Neue Gebührenkalkulation der Kommunalen Betriebe

04.11.2019
Gebühren für Abfall-Abwasser-Straßenreinigung
Drastisch gestiegene Entsorgungskosten verteuern die Müllabfuhr in Langen. Foto: Stadt Langen

Weniger Geld sollen die Langenerinnen und Langener für die Entwässerung zahlen, aber etwas mehr für die Abfallentsorgung und die Straßenreinigung. Alle drei Jahre stellen die Kommunalen Betriebe (KBL) die Gebühren für diese drei Positionen auf den Prüfstand und beleuchten die Entwicklung der Einnahmen und Ausgaben. Jetzt legen sie der Stadtverordnetenversammlung die Kalkulation für die Jahre 2020 bis 2022 vor. Dies geschieht wie immer mit der im hessischen Kommunalabgabengesetzt verankerten Maßgabe, dass die Gebühren kostendeckend sein müssen, wie KBL-Betriebsleiter Manfred Pusdrowski betonte.

Unterm Strich halten sich die Auswirkungen auf die Immobilieneigentümer und Mieter in Grenzen. Auf einen Vier-Personen-Musterhaushalt in einem Einfamilienhaus auf einem 400 Quadratmeter großen Grundstück kommen bei der Verabschiedung der Vorlage Mehrkosten von 17 Euro im Jahr zu. Der Betrag setzt sich zusammen aus einem Plus von 18 Euro beim Abfall und neun Euro bei der Straßenreinigung, abzüglich zehn Euro Entlastung bei der Entwässerung der Häuser und Grundstücke.

Bei der Abwassergebühr für Schmutz- und Niederschlagswasser hat sich eine Gebührenrücklage angesammelt, die im Kalkulationszeitraum abgeschmolzen wird. „Ohne diesen Effekt wäre es auch hier teurer geworden“, erklärte Pusdrowski. Denn der Abwasserverband habe seine jährlich von KBL zu zahlende Umlage für den Betrieb der Kläranlage um 350.000 Euro erhöht. Hinzu kämen allgemeine Kostensteigerungen.

Dank der Rücklage kann die Schmutzwassergebühr um 1,3 Prozent von derzeit 2,51 auf 2,48 Euro je Kubikmeter gesenkt werden und die Niederschlagswassergebühr um fünf Prozent je Quadratmeter versiegelter Fläche von 0,85 auf 0,81 Euro. Der Musterhaushalt mit vier Personen in einem Reihenhaus mit 150 Kubikmeter Frischwasserverbrauch und 120 Quadratmeter versiegelter Fläche spart somit 2,1 Prozent beziehungsweise rund zehn Euro pro Jahr.

Anders sieht es beim Abfall aus. Zum einen sind die Erlöse beim Altpapier gesunken, zum anderen die von KBL zu tragenden Entsorgungskosten von Grünabfall, Bauschutt, Bau- und Abbruchabfällen und von Holz drastisch gestiegen. Gründe hierfür sind die ausgelasteten Müllheizkraftwerke, der weiter anhaltende Bauboom und das Überangebot von Holz aufgrund von Trockenheit, Baumschäden und Stürmen. Hinzu kommen Tarifsteigerungen. Zudem seien in der Sparte Abfallwirtschaft die Gebührenrücklagen aufgebraucht, sagte Pusdrowski.

Nach der neuen Kalkulation steigt die Grundgebühr bei einem Vier-Personen-Haushalt um acht Euro. Hinzugerechnet werden müssen bei einer 80-Liter-Mülltonne jährliche Mehrkosten für die Leistungsgebühr von zehn Euro, zusammen also 18 Euro, was einem Anstieg von 7,9 Prozent entspricht. Bei einem Bewohner kommt die Beispielberechnung auf sechs Euro höhere Ausgaben per anno, bei zwei Personen auf elf und beim einem Sechs-Personen-Haushalt auf 26 Euro.

Bei der Straßenreinigung schmelzen die Rücklagen ebenfalls dahin, zugleich muss KBL allgemeine Kostensteigerungen auffangen. Folge ist ein Gebührenanstieg von 44 Cent je Quadratwurzelmeter Grundstücksgröße auf künftig 2,99 Euro. Dies entspricht einem Plus von 17,2 Prozent.  

Nachdem die KBL-Betriebskommission und der Langener Magistrat der neuen Gebührenkalkulation bereits zugestimmt haben, befasst sich damit am Dienstag, 12. November, der Haupt- und Finanzausschuss. Die Beschlussfassung in der Stadtverordnetenversammlung für Donnerstag, 5. Dezember, vorgesehen.

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