Aktuelles Rathaus | Aktuelles Wirtschaft | Aktuelles Technologiepark-Multipark

Stadt stellt Weichen für den Technologiepark

Neues Herz für den Hightech-Standort Langen

19.06.2015
[(c): Susanne Craß]
Der Technologiepark Langen soll direkt an der S-und Regionalbahn entstehen. Die Grafik von Ende 2013 zeigt im Vordergrund neben den Bestandsgebäuden an der Triftstraße (links) das gerade im Bau befindliche Appartementhaus am Weißen Stein, dann den mit einem Hotel überbauten Park-and-ride-Platz, ein Parkhaus und Bürogebäude. Grafik: Lengfeld + Wilisch Architekten

Er wird das Aushängeschild des Wirtschaftsstandorts Langen: Mit einem modernen Technologiepark in allerbester Lage westlich der Bahnlinie und praktisch genau gegenüber dem Bahnhof lockt die Stadt Langen zukunftsfähige Branchen in ihr Wirtschaftszentrum. Aus dem Konzept für das Großvorhaben hat die Verwaltung einen Bebauungsplan entworfen, der nun seinen parlamentarischen Gang nimmt: Am 24. Juni wird er im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr beraten und am 9. Juli liegt er der Stadtverordnetenversammlung vor. Nach deren Zustimmung folgen die Beteiligung der Öffentlichkeit und die Verhandlungen mit den Eigentümern im Hinblick auf die notwendige Infrastruktur. „Unser Ziel ist es, dass die Gremien das Regelwerk im Dezember beschließen. Dann kann es losgehen“, sagten Bürgermeister Frieder Gebhardt und Erster Stadtrat Stefan Löbig.

Auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Areal zwischen den Gleisen und der Pittlerstraße soll künftig das Herz des Hightech-Standorts Langen schlagen. „Es geht hier um ein Projekt, das in den kommenden Jahren bis zu 140 Millionen Euro an privaten Investitionen bewirken kann und möglicherweise bis zu etwa 3.000 Beschäftigte neu in unser Wirtschaftszentrum bringt“, umriss Gebhardt die Dimensionen. „Und natürlich erhoffen wir uns durch die Ansiedlung von Unternehmen auch zusätzliche Einnahmen bei der Gewerbesteuer.“

Bisher ist das Gelände nur an seinem westlichen Rand bebaut. Hier ist seit vorigem Jahr die RUG SEMIN GmbH ansässig, die als Nachfolgerin der altbekannten Langener Firma Riegelhof & Gärtner Revisionsklappen und Dachprofile aus Metall vertreibt. Außerdem hat die MP Holding GmbH, die weiter nördlich den Multipark entwickelt, dort ihren Sitz. Darüber hinaus stellt die Advancis Software & Services GmbH gerade ihr neues Bürogebäude fertig und hat eine Halle saniert, in der der Autovermieter Sixt eine Zweigstelle unterhält. Advancis, erfolgreicher Markt- und Technologieführer im herstellerneutralen Sicherheits- und Gebäudemanagement, leistet damit für den Technologiepark regelrecht Pionierarbeit. Das Neubauvorhaben steht mit dem künftigen Bebauungsplan in vollem Einklang.

Die Stadt Langen und die Stadtwerke verfügen zur Bahn hin über zwei große benachbarte Grundstücke. Weitere Flächen innerhalb der fünf Hektar sind in privater Hand. Hinzu kommen die Park-and-ride-Plätze. Außerdem existieren an der Straße „Am Weißen Stein“ einige Reihen- und ein Mehrfamilienhaus, deren Bestand gesichert wird.

Für Gebhardt ist das Areal eines der wichtigsten Stadtentwicklungsgebiete in Langen. Eine Trumpfkarte sei die hervorragende Verkehrsanbindung vor allem durch die unmittelbare Nähe zur S- und Regionalbahn. Außerdem verfügten das Wirtschaftszentrum und gerade auch die Pittlerstraße über ein hochleistungsfähiges Breitbandnetz, an das der Technologiepark angeschlossen werde. „All das ist auch in einer Top-Region wie dem Rhein-Main-Gebiet ein Standortvorteil“, betonte Gebhardt. Er ist optimistisch, dass für den ausgezeichneten Standort Investoren gefunden werden, die an der Zukunft Langens mitbauen und das Wirtschaftszentrum Neurott an markanter Stelle maßgeblich aufwerten. Entstehen sollen Flächen für Büros, Distribution und Entwicklung, die für die Ansiedlung von Unternehmen hauptsächlich aus der Technologiesparte konzipiert sind. Ausgeschlossen sind die Logistikbranche und der Einzelhandel, der im benachbarten Fachmarktzentrum ein neues Domizil hat.

Laut dem Bebauungsplanentwurf geht es beim Technologiepark auch darum, einen urbanen Lebensraum mit hoher Arbeits- und Aufenthaltsqualität in einem modernen städtischen Umfeld zu schaffen. Ein weiterer Aspekt ist die ökologische Ausrichtung, die durch eine starke Begrünung (auch auf den Dächern) erreicht werden soll. Für die neuen Gebäude sind bis zu fünf Stockwerke vorgesehen. Der bestehende Park-and-ride-Platz könnte zum Teil mit einem Hotel überbaut und zudem zu einem zentralen Parkhaus erweitert werden, in das auch Pendler ihre Autos abstellen würden.

Zurück