Aktuelles Rathaus | Aktuelles Bebauungsplanung | April 2019

Neue Verkehrsuntersuchung zur B 486 zwischen Langen und A5

Ausbau durch zusätzliches Gutachten weiter verzögert

16.04.2019
Planfeststellungsverfahren B 486 Ausbaustrecke
Die staugeplagten Autofahrer auf der B 486 (hier Höhe K 168) müssen sich auch weiterhin in Geduld üben, denn der Ausbau der Strecke lässt noch auf sich warten. Foto: Stadt Langen

Das Wort Verzögerung ist untrennbar mit dem geplanten vierspurigen Ausbau der B 486 zwischen Langen (Einmündung K 168) und der Anschlussstelle an der A5 verbunden. Jetzt geht es in die nächste Runde. Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil hat die Stadt Langen darüber informiert, dass ein neues Verkehrsgutachten erarbeitet wurde, das nun vorliegt.

Das bis dato gültige Papier stammt noch aus dem Jahr 2009. Es war von vielen Seiten, darunter auch vom Magistrat, wegen zahlreicher Mängel heftig kritisiert worden. So stimmten die Verkehrsprognosen nicht mit den von der Stadt Langen selber ermittelten Werten überein. Hessen Mobil ging bisher von deutlich geringeren Zahlen aus, gerade auch bei der Menge des Durchgangsverkehrs, der sich nach dem Ausbau in die Stadt Langen verlagern dürfte und nicht über die Nordumgehung abfließt.

Bürgermeister Frieder Gebhardt begrüßte deshalb, dass es ein aktuelleres Gutachten gibt, „von dem ich hoffe, dass es realistischer die Folgen des Ausbaus für unsere Stadt beleuchtet“. Nachteil sei allerdings, dass das Prozedere nicht zur Beschleunigung des Projektes beitrage, sondern es weiter in die Länge ziehe.

Im Frühjahr will Hessen Mobil die neuen Zahlen präsentieren. Dann kann sich auch der Magistrat dezidiert dazu äußern und überdies die Öffentlichkeit Stellung nehmen. Eingehende Anregungen und Bedenken werden anschließend vom Regierungspräsidium Darmstadt und von Hessen Mobil abgewogen.

Als Grund für die überarbeitete Untersuchung gibt die Landesbehörde den Ausbau des Frankfurter Flughafens an. Dessen Auswirkungen auf den Verkehr sei noch nicht ausreichend berücksichtigt worden. Außerdem geisterte noch die schon längst beerdigte Südumgehung Buchschlag in den Akten herum und verfälschte das Ergebnis. 

Ein zusätzliches Manko war das Prognosejahr 2020, das bereits vor der Tür steht. „Normalerweise sollte eine derartige Studie einen wesentlich längeren zeitlichen Horizont abdecken“, betonte Gebhardt. Dieser Forderung wird die Überarbeitung nun gerecht, denn sie nimmt Bezug auf das Jahr 2030, auch im Hinblick auf Lärm und Abgase. 

Wer auf dem stark befahrenen Abschnitt der B 486 unterwegs ist, braucht keine Fantasie, um zu erkennen, dass ein Ausbau dringend notwendig ist. Die Straße ist eng, stauanfällig (mit Auswirkungen bis auf die Autobahn) und für Radfahrer absolut tabu. Der von Hessen Mobil vorgesehene vierspurige Ausbau einschließlich einer Einzäunung, um Wildunfälle zu verhindern, soll endlich Besserung bringen. Konkrete Überlegungen dazu gibt es immerhin schon seit 1981. Weil die Verbreiterung der 2,3 Kilometer langen Strecke in den angrenzenden Wald hineinreicht, war lange über die Notwendigkeit der vierspurigen Variante diskutiert worden.

Im Dezember 2014 hatte das Regierungspräsidium ein Anhörungsverfahren eröffnet, im Sommer des Folgejahres wurden die Unterlagen öffentlich ausgelegt. Danach gingen etwa 200 Stellungnahmen und Einwände von Bürgern und Behörden ein. Durch den immensen Umfang der Eingaben und die aktuelle Verkehrsuntersuchung ist ein Planfeststellungsbeschluss als Voraussetzung für einen Baubeginn immer noch nicht in Sicht.

Konkret plant Hessen Mobil, südlich der bestehenden Fahrbahn einen Grünstreifen anzulegen an den sich zwei zusätzliche Fahrspuren und ein abgetrennter Radweg (bis zum Campingplatz in Mörfelden) anschließen. Um die B 486 sicher überqueren zu können, soll für Radler und den landwirtschaftlichen Verkehr eine Brücke gebaut werden und eine weitere für die Waldbewohner.

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