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Neue Parkplätze fürs Alpha-Hochhaus

Vorübergehende Einschränkungen für Bewohner, aber keine Ablöse

27.02.2019

Bewohner des Alpha-Hochhauses haben sich an die Stadt gewandt, weil ihr alter Parkplatz im Zuge des Baus des Einkaufszentrums an der Liebigstraße durch ein neues Parkhaus ersetzt werden soll. Sie ärgern sich über den vorübergehenden Wegfall ihrer Stellplätze und befürchten, dass sie für die künftigen Parkplätze hohe Ablösesummen zahlen müssen. „Das trifft aber nicht zu“, sagt Bürgermeister Frieder Gebhardt. Er hat Verständnis dafür, dass es bei so einem Projekt Ängste und Argwohn gibt. Über die Einzelheiten sei aber schon bei der Aufstellung des Bebauungsplans für das Quartierszentrums Liebigstraße in allen Einzelheiten informiert worden. Damals hätten alle Anwohner die Gelegenheit gehabt, sich detailliert mit dem Vorhaben auseinanderzusetzen und ihre Argumente in den Abwägungsprozess einzubringen.

Inzwischen ist die Fläche mit den gut 200 Parkplätzen unterhalb des Alpha-Hochhauses an die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft mbH (HBB) mit Sitz in Hamburg übergegangen. Der Investor beginnt jetzt damit, Läden für den Einzelhandel zu errichten und das neue Parkhaus hochzuziehen. Geplant sind vier Stockwerke für Stellplätze sowohl für die Bewohner der 220 Hochhaus-Wohnungen als auch – im Erdgeschoss – für die Kunden des Einkaufszentrums, die überdies auf der Freifläche vor den künftigen Geschäften parken können. Der Standort für das neue Parkhaus ist kein Zufall. Denn genau auf der Altfläche sind die Alpha-Stellplätze als Baulast im Grundbuch verankert. Im Vergleich zum Ist-Zustand fällt kein einziger weg.

Fakt ist, dass die bisherigen Parkplätze in einem sehr schlechten Zustand sind und deswegen zum Teil überhaupt nicht mehr genutzt werden können. Unter dem Areal liegen seit den siebziger Jahren die Fundamente für weitere, aber nie verwirklichte Wohnhochhäuser. Durch den labilen Untergrund sind einige Parkplätze abgesackt und stehen nicht mehr zur Verfügung. „Die alte Parkfläche hätte ohnehin für schätzungsweise eine halbe Million Euro saniert werden müssen, dann allerdings auf Kosten der Wohnungseigentümer“, erklärt Gebhardt.

Jetzt kommen auf sie keine Investitionskosten zu. Sie müssen laut Bürgermeister definitiv keine Ablösesummen für ihre Stellplätze zahlen, allerdings in Zukunft eine Stellplatzgebühr entrichten. Sie beträgt nach Kenntnisstand der Stadt monatlich pro Platz etwa 35 Euro. Aber dafür entfallen die Ausgaben für die Sanierung der alten Parkfläche.

Gebhardt rechnet für das Parkhaus mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr. Im Vorfeld hat die Stadt bereits Berechtigungsausweise an die Bewohner des Alpha-Hochhauses verteilt. Damit können sie kostenlos das benachbarte Parkdeck an der Westendstraße nutzen. Durch Beschilderung reserviert ist dafür das oberste Stockwerk mit einer Kapazität für etwa 50 bis 60 Fahrzeuge. Wer hier nichts findet, kann auf die Park-and-ride-Plätze östlich und westlich der Bahn ausweichen, wie der Magistrat empfiehlt.

„Bei einem großen Bauvorhaben gibt es immer Einschränkungen“, bittet Gebhardt um Verständnis. In die Waagschale müsse aber auch geworfen werden, dass das Einkaufszentrum ein großer Gewinn für die Nahversorgung der Anlieger und der ganzen Stadt sei und enorm wichtig für das neue Wohngebiet an der Liebigstraße. HBB plant auf 6.000 Quadratmetern rund ein Dutzend Ladeneinheiten. Dazu zählen ein Lebensmittelmarkt und weitere Fachmärkte und Dienstleistungsbetriebe. Es handelt sich dabei um Verkaufsflächen, die bisher in der Langener Innenstadt nicht realisierbar waren, aber dringend für den Einzelhandel notwendig sind, um fehlende Sortimente anbieten zu können.

 

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