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Liebigstraße Nord und Süd auf der Zielgeraden

Bebauungspläne: Nach öffentlichere Auslegung Beschlussfassung in Sicht

11.11.2019
Bebauungsplaene Liebigstraße - Gleisschwellenwerk
Hier wurden früher Gleisschwellen transportiert, jetzt wird daraus das Baugebiet „Liebigstraße Süd“. Im Hintergrund markieren die Kräne die Wohnbebauung innerhalb des Quartierszentrums. Foto: Sorger/Stadt Langen

An der Liebigstraße in bester Lage an zwei S-Bahn-Stationen und einem Regionalbahn-Halt setzt die Stadt Langen auf Wachstum. Knapp 1.600 Wohneinheiten für etwa 3.300 Einwohner sollen entstehen. „Das ist schon eine veritable Größenordnung und eine spürbare Wohltat für den angespannten Wohnungsmarkt gerade vor den Toren Frankfurts“, sagt Erster Stadtrat Stefan Löbig. Bis zur Nordumgehung und zur Hans-Kreiling-Allee reicht das 28 Hektar große Gebiet, das in der Region Maßstäbe setzt. Jetzt hat der Magistrat für die Abschnitte Nord und Süd zwei Bebauungspläne zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt, die zuvor öffentlich ausgelegt wurden.

Wie Löbig berichtete, gab es einige Anregungen von den sogenannten Trägern öffentlicher Belange wie Naturschutzbehörden, Nachbarkommunen und Wasserverbände, aber auch von Privatpersonen und von Gewerbetreibenden. Sie wurden vom Magistrat eingehend geprüft, abgewogen und soweit möglich berücksichtigt. Neu ist nach Löbigs Worten im Wesentlichen, dass sich die drei existierenden Gewerbebetriebe am nördlichen Ende der Liebigstraße darauf verlassen können, wegen der Wohnbebauung nicht das Feld räumen zu müssen. 

Außerdem wurden die Vorgaben für den Lärmschutz für die Häuserreihe direkt hinter den Bahngleisen noch strikter gehandhabt. Das spiegelt sich beispielsweise in den Grundrissen der künftigen Wohnungen wider. Mindestens ein Aufenthaltsraum muss auf der lärmabgewandten Seite liegen. An den anderen muss zur Bahn hin zusätzlicher Schallschutz angebracht werden. Außerdem gilt, dass die Riegelbebauung an der Liebigstraße für die Abschirmung der dahinterliegenden Wohnbebauung zuerst errichtet werden muss.  

Hintergrund für den verschärften Lärmschutz ist, dass die Neubaustrecke der Bahn zwischen Frankfurt und Mannheim offenbar noch längere Zeit auf sich warten lässt. Sie würde die bestehende Trasse deutlich entlasten, vor allem beim Güterzugverkehr.   

Der Bebauungsplan „Liebigstraße Süd“ umfasst im Wesentlichen die etwa fünf Hektar große Fläche des Gleisschwellenwerkes, das die Eigentümer geräumt und an das Wohnungsbauunternehmen Weisenburger (Rastatt) verkauft haben. Zum Norden – mit 18,5 Hektar das größte Gebiet innerhalb des gesamten Areals - zählen der ehemalige Bau- und Wertstoffhof der Kommunalen Betriebe, der an die Feuerwehr umgezogen ist, die Gewerbebetriebe und jede Menge Ackerland. Als Entwicklungsträger tätig ist hier die Firma Bonava (Fürstenwalde), die die Langener Terrassen an der Elisabeth-Selbert-Allee errichtet hat und neben Privatleuten und weiteren Investoren auch an der Liebigstraße Nord bauen will.

Sowohl dort als auch im Südteil vorgesehen ist eine Mischung aus Geschosswohnungsbau, Punkt-, Reihen- und sogenannten Kettenhäusern, die immer mit einer Seite direkt an der Grenze zum Nachbargrundstück stehen. Im Norden kommen noch Doppelhäuser hinzu. Entlang der Liebigstraße und südlich der Nordumgehung schützen (außer bei den vorhandenen Gewerbebetrieben) drei- bis viergeschossige Gebäude das Wohngebiet vor Verkehrslärm von der Straße und der Schiene. Zum wirksamen Lärmschutz sollen auch Elemente zwischen den Häusern beitragen und zur Lebensqualität Wohnhöfe im hinteren Teil. Ebenfalls Geschosswohnungsbau und sechs gestaffelt angeordnete Punkthäuser (drei bis fünf Stockwerke plus Staffelgeschoss) sieht das Konzept für den südöstlichen Abschluss des Areals vor. Hier soll eine Erschließungsstraße in einen neuen Kreisverkehr auf der Hans-Kreiling-Allee münden und die reibungslose Zufahrt zur Nordumgehung gewährleisten.

Neben weiteren Haupterschließungsstraßen gibt es innerhalb der kleinteiligen Bebauung ein Wohnstraßensystem (eine Fläche für alle, keine Bürgersteige) zum Teil mit Quartiersplätzen an den Kreuzungen, außerdem diverse Fußwege, einige Parkflächen und als Verlängerung der Elisabethenstraße eine Fahrradstraße. Beim Geschosswohnungsbau sind Tiefgaragen angesagt. An Standorte für Car-Sharing ist ebenfalls gedacht – und an den öffentlichen Personennahverkehr mit einer Buslinie.

Im Norden wird die erste Häuserreihe natürlich nicht direkt an die Umgehungsstraße heran-rücken. Vielmehr liegt dazwischen als Puffer ein etwa 30 bis 40 Meter breiter Bürgerpark. Im nordöstlichen Teil des Grüngürtels soll eine Kindertagesstätte entstehen, eine weitere und obendrein eine Grundschule auf der Fläche des früheren Bauhofs.

Die beiden Bebauungspläne Liebigstraße Nord und Süd gehen nach Beratung im Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr (20. November) in die Stadtverordnetenversammlung (5. Dezember). Wenn sie dort beschlossen werden, sind sie rechtsverbindlich und es kann gebaut werden. Das geschieht bereits am anderen Ende des Gebietes unterhalb des Alpha-Hochhauses (ehemaliges Betriebsgelände der Stadtwerke Langen). Hier entsteht ein Quartierszentrum mit einem Einkaufsmarkt und weiteren Geschäften, einem Hotel und einem Parkhaus. Außerdem markieren bereits mehrgeschossige Wohngebäude, wenn auch noch im Rohbau, das Entree zum neuen Viertel.

Noch in Arbeit ist als letzter Mosaikstein der Bebauungsplan für das sogenannte Rodehau-Areal westlich des Stadtwerke-Turms. Das Regelwerk geht demnächst zur finalen Abstimmung in die Gremien. Ansässig war auf den früheren Gewerbeflächen eine Metallwarenfabrik. Neue Eigentümerin ist die FRANK-Heimbau Main/Taunus GmbH (Hofheim), die ebenfalls Wohnungen bauen will.

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