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In Langen möglichst nahe an der Bahn entlang

Weichenstellung für Raddirektweg nach Frankfurt und Darmstadt

30.10.2017

Radschnellwege nach dem Vorbild der Niederlande und Dänemarks sollen Autofahrer im Rhein-Main-Gebiet künftig verstärkt aufs Fahrrad locken. Am weitesten in der Planung ist die etwa 30 Kilometer lange Strecke von Darmstadt bis Frankfurt, die auch durch Langen führt. Bürgermeister Frieder Gebhardt begrüßt die Initiative, hinter der der Regionalverband FrankfurtRheinMain steht. Sie sei angesichts von Staus und vollen Zügen ein Gebot der Stunde und ein Meilenstein für die Zukunft des Radverkehrs in der Region. Auch aus den anderen Rathäusern kommt allgemein Beifall. Jetzt geht es darum, dass sich die Kommunen an der Finanzierung beteiligen, den endgültigen Verlauf festlegen und die spätere Unterhaltung auf ihrer Gemarkung übernehmen. 

Die entsprechenden Beschlüsse stehen in Langen aktuell auf der Tagesordnung der politischen Gremien. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Magistrat jedoch noch nicht auf die Streckenführung vor Ort festgelegt, sondern lediglich eine Route östlich der Bahn zur Kenntnis genommen, die von einer Arbeitsgruppe unter der Federführung der Regionalpark Südwest GmbH ausgearbeitet wurde. Ihr gehören unter anderen auch die Städte und Gemeinden an, durch die der Weg führt. Eine endgültige Entscheidung wird die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 7. Dezember, treffen, nachdem vorher der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr (Mittwoch, 1. November) eine Empfehlung abgibt. Beginn der Sitzungen ist jeweils um 20 Uhr im Rathaus.

Fakt ist, dass die Stadt zwei bereits festgelegte Anknüpfungspunkte berücksichtigen muss: zum einen die Holzbrücke an der Bahn an der Gemarkungsgrenze zu Egelsbach und zum anderen den Modellflugplatz in der Nordgemarkung, der den Übergang zum Anschluss nach Sprendlingen markiert. Dazwischen soll nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe der Langener Abschnitt – von Egelsbach kommend - zunächst entlang des vorhandenen Radwegs durchs Feld bis zum Leukertsweg führen, dort (in Höhe einer Sitzbank) nach links abschwenken, durch die Sterzbachwiesen (wo es ebenfalls einen Weg mit Brücke gibt) verlaufen und dann auf die Goethestraße treffen. Über den Wiesengrund und die Walter-Rietig-Straße geht es parallel zu den Gleisen und am Bahnhof vorbei auf die Liebigstraße und unter der Brücke der Nordumgehung hindurch in Richtung Modellflugplatz.

„Damit eine solche Strecke ein gut ausgebauter und für die Radler komfortabler Weg wird, ist allerdings noch einiges zu tun“, sagt Gebhardt. Generell gelte, dass die Route vier Meter breit, beleuchtet, asphaltiert, ampel- und schrankenfrei sein solle. Hinzu kämen Markierungen und Beschilderungen.

Das bedeutet im Klartext: Feld- und vorhandene Radwege müssen ausgebaut und Straßen umgestaltet werden. So müssten zum Beispiel die Abschnitte auf der Walter-Rietig-Straße und Im Wiesengrund als Fahrradstraßen ausgewiesen und bei der geplanten Erneuerung der Liebigstraße im Jahr 2019 wäre auf der Bahnseite ein zweispuriger Fahrradweg notwendig.

Fraglich ist allerdings, ob die geforderten Standards überall zwischen Darmstadt Hauptbahnhof und dem Holbeinsteg in Frankfurt - den Start- beziehungsweise Endpunkten der Verbindung - eingehalten werden können. Die Regionalpark Südwest GmbH als Projektbeauftragte spricht denn auch von einer Raddirektverbindung und nicht von einem Radschnellweg. „Das ändert aber nichts daran, dass unter Strich ein dickes Plus für die Radinfrastruktur in der Region herauskommt“, betont Gebhardt. Hauptziel sei es, Berufspendler auf dem Weg zur Arbeit vom Auto aufs Fahrrad zu bringen.

Über die Streckenführung in Langen hatte bereits im vorigen Jahr die Stadtverordnetenversammlung diskutiert und sich für eine bahnnahe Trasse ausgesprochen, nachdem zuvor eine Machbarkeitsstudie des Regionalverbandes eine „siedlungsnahe“ Variante favorisierte. Sie hätte über die Zimmerstraße in der Bahnstraße geführt, wo das Verkehrsaufkommen relativ hoch ist und durch die geplanten Bauvorhaben einschließlich eines Supermarkts weiter steigen könnte. Diese Situation würde sich nach Meinung der Stadtverordneten nachteilig auf die Attraktivität der Raddirektverbindung auswirken.

Deshalb soll es nun unter Einbeziehung bestehender Wege hauptsächlich an der Bahn entlanggehen. Die Kosten für den Langener Abschnitt dürften sich auf mehr als eine Million Euro summieren. Allerdings werden die Ausgaben der Kommunen bis zu maximal 90 Prozent durch das Land Hessen gefördert. In der Regel sind es mindestens 70 Prozent.  

Begonnen werden soll mit dem Projekt im kommenden Sommer, und zwar mit dem Abschnitt von Wixhausen bis Egelsbach, der ebenfalls an der Bahn verläuft. 2019 würde es dann in Langen weitergehen.

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