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Gieß- und Beetpaten gesucht

Naturschutzprojekt von Stadt und lokalen Vereinen

09.08.2021

Auch wenn das Frühjahr und auch der bisherige Sommer keine Hitzerekorde aufgestellt haben, die nächsten heißen und trockenen Sommertage im Rhein-Main-Gebiet kommen bestimmt. Besonders für die über 2.300 Stadtbäume in Langen bedeutet das den reinsten Umweltstress. Wenn der reguläre Niederschlag nicht mehr ausreicht, muss zusätzlich bewässert werden. Und das haben die Kommunalen Betriebe Langen (KBL) in den vergangenen Jahren reichlich getan. Mittlerweile sind jährlich über 20 Gießgänge mit Tankwagen der Normalzustand. Früher genügten zehn.

Die ökologischen Aufgaben der Stadtbäume können gar nicht hoch genug bewertet werden. Verschönern sie doch nicht nur das Stadtbild, sondern sorgen auch für ein gutes Klima, indem sie Sauerstoff produzieren und das Treibhausgas Kohlendioxid speichern. Dazu filtern sie Staub und Schadstoffe aus der Luft, schützen vor Lärm und Wind, bieten Schatten sowie Lebensraum und Nahrung für die heimische Tierwelt.

Das sind gute Gründe genug für die Ortsgruppen Langen/Egelsbach des Naturschutzbundes (NABU) und des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) sowie den Verkehrs- und Verschönerungsverein Langen (VVV), auf die Stadt zuzugehen und ein zeitgemäßes Naturschutzprojekt vorzuschlagen: die gemeinsame Suche nach Anwohnern, die sich für das Stadtgrün einsetzen und darum kümmern wollen. Konkret heißt das: Gesucht werden Gießpaten, die an heißen Sommertagen der grünen Nachbarschaft eine ordentlich Gießspende zukommen lassen. Unter dem Slogan „Volle Kanne“ sollte damit auch nicht gespart werden. „Besser gelegentlich kräftig gegossen als öfter nur ein paar Tropfen verteilen“, erklärt Sandra Trinkaus von der städtischen Umweltberatung. Und jeder kennt es aus dem eigenen Garten oder vom Balkon: Früh morgens oder abends vertragen die Pflanzen das Wasser am besten und es verdunstet nicht gleich unnötig viel.

Die zweite Idee ist noch etwas ambitionierter: Bürger sollen für das ehrenamtliche Engagement eines Beet- oder Baumscheibenpaten gewonnen werden. Baumscheiben werden die unbefestigten Bereiche direkt um den Baumstamm genannt, die bepflanzt werden sollen. Denn: Bei einer geschlossenen Pflanzendecke verdunstet weniger Wasser und eine grüne oder bunte Unterpflanzung bietet auch was fürs Auge und zusätzlichen Nutzen für die einheimische Tierwelt. Dabei ist das Vorgehen aber etwas komplizierter als bei den Gießpaten, die ohne weitere Verpflichtungen einfach losgießen können.

Zur Pflege eines Beetes gehört dabei eine ökologisch wertvolle Bepflanzung mit einheimischen Pflanzen, die auch den Insekten wie Biene, Hummel, Schmetterling & Co. Nahrung bieten. Dazu kommen natürlich wieder das Gießen, das gelegentliche Lockern des Bodens und das Befreien der Fläche von Unrat. Infomaterial mit Pflanzvorschlägen und Tipps rund um die Pflege sind im Rathaus erhältlich. Die Mitglieder des Naturgartenvereines Langen und des NABU beraten nach Absprache auch gerne vor Ort.

Zudem wird die Fläche als Patenschafts-Beet gekennzeichnet, damit die Kommunalen Betriebe Langen diese nicht unnötig doppelt pflegen und vielleicht sogar frisch gepflanzte Blumen wieder entfernen. Außerdem ist ein kurzer Patenschaftsvertrag erforderlich, bei dem die Stadt alle Beete mit Grundstücksdaten und Kontaktdaten der Gärtner erfasst. Die regelmäßige Kontrolle der Beete übernimmt dann wieder die Naturschutzvereine.

Die Stadt bittet um Verständnis, dass es keine Vergütungen für die Paten geben kann, der Aufwand und die Kosten dafür wären unverhältnismäßig hoch. „Gerade beim Gießen kostet ein Kubikmeter Frischwasser, also 1.000 Liter, gerade einmal zwei Euro.

Bei der Beetpflege können schon mehr Kosten durch den Pflanzenkauf entstehen. Aber auch dabei kann man sparsam wirtschaften mit Saatmischungen oder Ablegern aus dem eigenen Garten oder von Freunden oder Nachbarn.

Neben Bildergalerien mit den schönsten privat gepflegten Beeten im Internet wird sich die Stadt noch eine schöne Aufmerksamkeit als Dankeschön für den grünen Daumen ihrer engagierten Bürger überlegen. Angedacht ist beispielsweise ein schönes Sommerfest mit allen beteiligten Gärtnern.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.langen.de (Bereich Bauen/Umwelt), dort kann auch Infomaterial (Flyer, Projektpostkarten, Tipps rund um die Beetpflege und Pflanzlisten) runtergeladen oder bestellt werden. Persönliche Beratungen und weitere Infos gibt es hier:

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Infofaltblatt Gieß- und Beetbaten
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