Aktuelles | Aktuelles Rathaus | Aktuelles Wirtschaft | Aktuelles Ausbildung | Slider Startseite | Slider Wirtschaft

Ausbildungszentrum soll weiter wachsen

Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH plant neues Gebäude

15.11.2021
Pittler PBA Grafik neues Gebäude
Das neue Gebäude der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH soll in seiner Ausführung dem 2018 eröffneten Bau gleichen. Grafik: M&P baugewerbliche Architekten, Hünstetten

Die Erfolgsgeschichte geht weiter: Die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH (PBA) möchte weiterhin wachsen und dafür ein zusätzliches Betriebsgebäude errichten. Entstehen soll es auf einem Grundstück an der Ecke Siemens- und Triftstraße, südlich des bereits bestehenden Ausbildungszentrums. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf voraussichtlich 6,1 Millionen Euro. Abzüglich eines KfW-Investitionskostenzuschusses von 1,34 Millionen will die PBA den Neubau komplett selbst finanzieren, sodass auf die beiden Träger der Gesellschaft (Stadt Langen und seit 2006 Stiftung ProRegion der FRAPORT AG) keine Kosten zukommen.

Die Zahlen sprechen für sich: Bei der Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH, 1986 hervorgegangen aus der PITTLER Maschinenfabrik und 1997 von der Stadt übernommen, lernen über 500 junge Menschen aus mehr als 120 Unternehmen in Berufen der vier Fachbereiche Metall, Elektro, Kältetechnik/Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie Facility Management. Die PBA gehört damit zu den größten und modernsten Aus- und Weiterbildungszentren im Rhein-Main-Gebiet und erfreut sich nach wie vor steigender Nachfrage. 

Erst 2018 war ein weiteres Betriebsgebäude eröffnet worden. Doch innerhalb kürzester Zeit ist die PBA wieder an ihrer räumlichen Kapazitätsgrenze angekommen. „Wir stehen erneut an der Schwelle zu einer Expansion“, sagt Geschäftsführer Thomas Keil. Zwar sind die Auszubildenden nie alle gleichzeitig vor Ort, sondern einen Teil der Zeit auch in der Berufsschule sowie bei Partnerbetrieben. Aber mit dem Anstieg der Gesamtsumme erhöht sich natürlich auch die Zahl derer, die in Langen betreut werden: durchschnittlich 75 Azubis in sieben Ausbildungsberufen waren es im Jahr 2000, 177 Azubis in elf Berufen im Jahr 2010, 290 Azubis in 17 Berufen im Jahr 2020.

Dass die Nachfrage wieder sinkt, ist nicht anzunehmen. Im Gegenteil: „Obwohl FRAPORT aus Pandemiegründen aktuell nur etwa ein Drittel der üblichen Menge an Azubis bei uns hat, ist die Gesamtzahl aller Azubis am Standort erfreulicherweise gleichgeblieben. Wenn der Flughafenbetreiber in naher Zukunft wieder zur normalen Stärke zurückkehrt, wird es allein schon deswegen eng“, erläutert Thomas Keil. Zudem zieht ein großer Elektrokonzern in Betracht, ab 2023 mit der PBA zu kooperieren, da sie die eigene Ausbildungswerkstatt schließt und einen Partner für die Ausbildung im Rhein-Main-Gebiet sucht. Auch mit einem Unternehmen aus der Pharmabranche steht eine Zusammenarbeit in der Zukunft im Raum.

Weiterhin plant die PBA, in Darmstadt angemietete Räume aufzugeben. Der dortige Standort war bezogen worden, da neue Partner in Südhessen kurze Wege wünschten. Mittlerweile hat sich die Zusammenarbeit so gut entwickelt, dass dies keine große Rolle mehr spielt. „Wir könnten die bisherigen Mietzahlungen in das neue eigene Gebäude investieren sowie Personalsynergien nutzen“, erläutert Thomas Keil.

Das geplante neue Gebäude soll in seiner Ausführung dem 2018 eröffneten gleichen. Im dritten Stock sind ebenso wie in dem Gebäude Siemensstraße Zimmer zur Übernachtung von Auszubildenden und Schulungsteilnehmern geplant.

Kfz-Stellplätze sollen in einer Tiefgarage untergebracht werden, um eine optimale Ausnutzung des Grundstückes zu gewährleisten. Neben einem Ausbildungs- und Schulungstrakt ist eine doppelstöckige Halle vorgesehen. Die Flächen sind für die Zusammenführung der Elektroausbildungsberufe vorgesehen; diese verteilen sich zurzeit auf Gebäudeflächen in der Ampèrestraße sowie auf zwei Hallenflächen in der Siemensstraße. Durch die Zusammenführung unter einem Dach können wesentliche Synergien genutzt werden.

Die in Ampère- und Siemensstraße freiwerdenden Flächen können den Bedarf der Niederlassung Darmstadt aufnehmen. Weiterhin soll der Fachbereich Facility Management geeignete Lagerflächen bekommen.

Das Grundstück für den Erweiterungsbau befindet sich über die Beteiligungsmanagement Langen GmbH (BML) im Eigentum der Stadt. Wie schon beim jetzigen Betriebsgelände soll die Nutzung durch PBA mittels Erbbaurecht erfolgen.

„Durch die neuen Kapazitäten könnte die PBA pro Ausbildungsjahr etwa 20 bis 30 Auszubildende zusätzlich aufnehmen, somit würden über vier Jahre circa 100 bis 120 Plätze zusätzlich entstehen“, kündigt Thomas Keil an. Die Konzeption des Erweiterungsgebäudes ist auf höchstmögliche Flexibilität ausgerichtet, um auf wirtschaftliche oder bildungspolitisch bedingte Entwicklungen reagieren zu können.

Für Bürgermeister Jan Werner ist die Pittler ProRegion Berufsausbildung GmbH ein Aushängeschild der Stadt, dessen guter Ruf weit über die Stadt hinausstrahlt. „Die PBA macht aus jungen Menschen hoch qualifizierte und auf dem Markt stark gefragte Fachkräfte und ist zudem ein finanziell gesundes Unternehmen mit einer weiterhin sehr positiven wirtschaftlichen Entwicklung“, sagt er. Besonders hebt der Bürgermeister hervor, dass der Neubau komplett eigenfinanziert wird. „Mit dem neuen Betriebsgebäude wird die Erfolgsgeschichte der PBA ungebremst weitergehen“, ist sich Jan Werner sicher.

Damit das Neubauprojekt in Angriff genommen werden kann, bedarf es eines Grundsatzbeschlusses der Stadtverordnetenversammlung. Diese wird am 2. Dezember darüber abstimmen. Zuvor wird der Haupt- und Finanzausschuss am 16. November über das Thema beraten. Zudem wird es einen Beschluss des Aufsichtsrates der BML und letztendlich auch der Gesellschafterversammlung der PBA geben müssen, in der neben der Stadt Langen (BML) auch Vertreter der Stiftung ProRegion zustimmen müssen.

Zurück