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Neue Bäume für die Stadt

Pflanzaktion dank Spenden und städtischer Haushaltsmittel

09.04.2020
Neue Bäume für die Stadt
Jeder Baum - wie hier in einer kleinen Grünanlage an der Odenwaldstraße - ist eine Bereicherung fürs Stadtbild und gut fürs Klima. Foto: Sorger/Stadt Langen

Der heftige Sturm, der vorigen August durch Langen fegte und großes Unheil anrichtete, ist vielen noch in Erinnerung. Etliche Bäume im Stadtgebiet wurden Opfer der Naturgewalt. Dank Spenden aus der Bevölkerung und von der Stadtverordnetenversammlung freigegebener Haushaltsmittel fällt nach Ostern der Startschuss für die Anpflanzung von neuem Grün. Zunächst mit gut 60 Bäumen werden die Kommunalen Betriebe die inner-städtischen Verluste ausgleichen, vor allem entlang von Bahnstraße, Gartenstraße, Berliner Allee, Mörfelder Landstraße, auf dem Bergfried, an der Konrad-Adenauer-Straße, auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und dem Wernerplatz.  

Die Wiederbegrünung besteht aus Purpur-Erlen, Spitzahorn, Säulen-Hainbuchen, Linden, Platanen, Weiß- und Rotdorn, Kupfer-Felsenbirne, Zier-Apfelbäumen und Kastanien. Weitere 60 Bäume folgen im Herbst, sodass die Stadt mit immerhin 120 neuen Sauerstoffspendern ökologisch aufgewertet wird, wie Bürgermeister Frieder Gebhardt betonte. Damit sei zumindest ein Anfang gemacht.  

Unabhängig von den immensen Kräften, die bei einem Sturm wirken können, haben es Straßenbäume nicht leicht. Platzmangel im Wurzelraum, aber auch in der Baumkrone, Schadstoffe aus dem Straßenverkehr, Streusalz, Hundeurin, Hitzestress und Trockenheit sowie Beschädigungen im Stammbereich durch ein- und ausparkende Autos setzen ihnen erheblich zu. Um ihnen dennoch ein gutes Wachstum zu ermöglichen, müssen sie – im Gegensatz zu einem privaten Garten - mit besonderem Aufwand gepflanzt werden, was mit jeweils rund 1.000 Euro zu Buche schlägt. Konkret geht es darum, zunächst den alten Wurzelstock auszufräsen, eine ordentliche, etwa anderthalb Meter tiefe und zweimal zwei Meter breite Pflanzgrube auszuheben und Baumsubstrat einzuarbeiten, um den Boden lockerer zu machen, damit die feinen Wurzeln ausreichend Wasser aufnehmen können.

Alle neuen Gehölze werden schon seit etwa zehn bis 15 Jahren in Baumschulen gepflegt. Dort wurden sie viermal verpflanzt und erreichten dadurch eine ordentliche Startgröße mit einem Stammumfang von 18 bis 20 Zentimetern. Damit auch die jungen Bäume schon Stürmen trotzen können, werden stabile Dreiböcke zur Befestigung in die Pflanzgrube eingearbeitet. Hinzu kommt für die bessere Wasseraufnahme in den ersten zwei Jahren pro Exemplar ein 50-Liter-Wassersack. Überdies werden die Bäume durch Kalkanstriche vor der Sonneneinstrahlung geschützt. Ein moderater Kronenrückschnitt bewirkt, dass die Pflanze zunächst alle Kräfte in das Wurzelwachstum und damit in seine Versorgung legt. Eine Abdeckung der Baumscheibe mit Lavamulch verbessert zudem die Bodenluftzufuhr und vereinfacht die Bewässerung.

Aktuell stehen im Langener Stadtgebiet mehr als 2.500 Bäume von 57 unterschiedlichen Arten. Gebhardt wies darauf hin, dass bei der Auswahl der neuen Arten ein besonderes Augenmerk auf die individuellen Platzverhältnisse, die Besonnung und die Wärmeverträglichkeit sowie auf eine hohe Schädlingsresistenz gelegt wurde.

Der Bürgermeister bedankte sich bei allen knapp 100 Baumspendern, die nach einem Aufruf der Stadt nach dem August-Sturm gemeinsam annähernd 30.000 Euro für den grünen Zweck gegeben haben. „Sie alle setzen sich mit ihren Spenden für das Allgemeinwohl ein“, sagte Gebhardt. Bäume seien unersetzbar als Kohlenstoffspeicher, Sauerstoffproduzenten, Schattenspender, Staub- und Schadstofffilter und nicht zuletzt Nahrungsquelle und Lebensraum für viele Tierarten. Zugleich würdigte der Verwaltungschef den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, die im vergangenen Oktober im Nachtragshaushalt zusätzlich 96.000 Euro für die Wiederbegrünung der verwaisten Baumstandorte bereitgestellt hatte.

Auf Unterstützung für Baumneupflanzungen im Sinne des Klimaschutzes ist die Stadt weiterhin angewiesen. Das Spendenkonto bei der Volksbank Dreieich – Stadt Langen, IBAN DE62 5059 2200 0000 1508 00, Verwendungszweck „Baumspende“ - ist nach wie vor aktiv. Auf Wunsch wird eine Spendenquittung ausgestellt. Dies bitte unter dem Verwendungszweck vermerken oder an die Adresse ref332@langen.de mailen.

Bei Fragen hilft die Umweltberatung im Rathaus unter der Rufnummer 203-391 gerne weiter.

 

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