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Aufwachsen in der Natur

Weitere Gruppe der Kita Zauberburg nimmt konkrete Formen an

17.05.2021

Den Entdeckergeist von Kindern anregen, die Natur mit allen Sinnen erleben, einfach dem Nachwuchs schon frühestmöglich aufzeigen, wie wichtig es ist, dass der Mensch im Einklang mit seiner Umwelt lebt: Das sind die Ziele von Wald- oder Naturkindergärten. Die städtische Kita Zauberburg erhält dazu nun einen „Ableger“ auf einem Grundstück zwischen Langen und Egelsbach. 20 zusätzliche Vormittags-Betreuungsplätze werden durch die Naturgruppe geschaffen, für die die Stadtverordnetenversammlung nun die Weichen stellen soll.

Die Zauberburg im neuen Wohngebiet Belzborn grenzt an die südliche Feldgemarkung an und ist somit bereits prädestiniert dafür, dass die Erzieher und Erzieherinnen mit den Kindern viel Zeit draußen verbringen. Doch anders als die knapp 100 Kinder, die in dem im Herbst 2017 eingeweihten Neubau betreut werden, sollen die Drei- bis Sechsjährigen in der neuen Naturgruppe noch mehr an der frischen Luft unterwegs sein. Ihnen wird als Aufenthaltsraum ein Schutzwagen zur Verfügung stehen.

Als Standort ausgedeutet hat Bürgermeister Jan Werner ein rund 430 Quadratmeter großes Grundstück südwestlich der Kita Zauberburg in unmittelbarer Nähe des Olympia-Spielplatzes. Es ist Teil einer städtischen und landwirtschaftlich genutzten Fläche, die an einen Landwirt verpachtet ist. Die zuständigen Genehmigungsbehörden beim Kreis haben bereits ihre Zustimmung gegeben.

Geplant ist, das Areal einzufrieden und dort einen etwa 36 Quadratmeter großen Schutzwagen aufzustellen. Dazu müssen Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser verlegt werden. Auf dem Grundstück werden zudem zwei Sonnendächer aufgestellt und ein Sandkasten angelegt. Ein Spielhaus und ein Balancierbalken ergänzen die Außenspielfläche.

Als zusätzlicher Schutzraum bei extremen Wetterlagen dient das Bistro in der Kita Zauberburg. „Da dieses nicht ausschließlich von der Naturgruppe genutzt werden kann, können die Plätze laut Auskunft der Fachaufsicht des Kreises nicht als Ganztagsplätze ausgewiesen werden“, erläutert Erster Stadtrat Stefan Löbig. 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sollen von 7.30 bis 13 Uhr betreut werden.

Der Magistrat empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung nun, die für die baulichen Maßnahmen erforderlichen Gelder in den Nachtragshaushalt 2021 einzustellen. Die Beschaffung des Schutzwagens wird auf gut 83.000 Euro taxiert, die Herrichtung und Erschließung der Fläche auf rund 182.000 Euro. In den Haushalt 2022 sollen dann Betriebskosten von etwa 216.000 Euro eingestellt werden. „Das ist gut angelegtes Geld“, sind sich Jan Werner und Stefan Löbig einig. „Wir bieten damit eine interessante Betreuungsmöglichkeit für Eltern, die ihre Kinder möglichst naturnah aufwachsen lassen möchten. Und gleichzeitig ist die neue Gruppe wieder ein wichtiger Schritt beim Abbau der leider immer noch sehr langen Warteliste auf einen Kitaplatz.“

Fördermöglichkeiten sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorhanden. „Sollten weitere Förderprogramme aufgelegt werden, wird der Fachdienst Kinderbetreuung alle Möglichkeiten nutzen, um zusätzliche Mittel für die Baumaßnahme zu erhalten und dadurch den städtischen Anteil zu verringern“, versprechen der Bürgermeister und der Erste Stadtrat.

Wann genau die Naturgruppe der Kita Zauberburg eröffnen kann, steht noch nicht genau fest. „Wenn die Stadtverordnetenversammlung zugestimmt hat, werden wir sofort alle weiteren Schritte in die Wege leiten“, sagt Stefan Löbig. Allerdings sind Schutzwagen für die Kinderbetreuung derzeit gefragt, weshalb unter Umständen Lieferzeiten von mehreren Monaten zu befürchten sind. „Wir werden aber natürlich alles Mögliche unternehmen, um die Kinder dort so zügig wie möglich begrüßen zu können“, verspricht Jan Werner. „Ich hoffe sehr, dass uns das noch im Spätherbst gelingt.“

Mit der Schaffung der Naturgruppe befasst sich der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am Mittwoch, 19. Mai. Einen Tag später berät darüber der Haupt- und Finanzausschuss. Beide Sitzungen beginnen um 19 Uhr in der Stadthalle. Das endgültige Votum fällt in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 10. Juni.

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