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Bessere Bezahlung für Musiklehrer

Magistrat will höhere Entgelte für Unterricht komplett weitergeben

24.10.2022
Kulturhaus Altes Amtsgericht [(c): Stadt Langen]
Das Kulturhaus Altes Amtsgericht ist der Sitz der Musikschule Langen. Foto: Stadt Langen

Die Musikschule ist die zentrale Langener Institution für musikalische Bildung, auf die die Stadt mit Recht stolz ist. Geboten werden eine hochwertige Ausbildung an unterschiedlich­sten Instrumenten und im Gesang, über 20 verschiedenen Ensembles, Bands, Orchester und Chöre, musikalische Früherziehung und vieles mehr. Möglich machen das gut ausgebildete und hoch motivierte Lehrkräfte. Ihre Honorare möchte der Magistrat jetzt um fünf Prozent erhöhen. Dafür sollen die Entgelte in gleichem Umfang angehoben werden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung sollen beide Erhöhungen ab 1. März 2023 gelten.

Letztmals wurden zum 1. März 2021 die Honorare der Lehrkräfte um 2,3 Prozent und die Entgelte um drei Prozent erhöht. „Die Steigerung der ohnehin niedrigen Honorarsätze hielt schon damals nicht mit der allgemeinen Einkommensentwicklung und der Inflation Schritt“, betont Bürgermeister Jan Werner. Als staatlich anerkannte, den Richtlinien des Landes Hessens entsprechende Bildungseinrichtung beschäftigt die Musikschule Langen ausschließlich Lehrerinnen und Lehrer mit musikpädagogischen Befähigungen und entsprechenden Hochschulabschlüssen. Für den ganz überwiegenden Teil stellt das Erteilen von Musikunterricht die Hauptverdienstquelle dar. „Vor diesem Hintergrund halten wir eine Erhöhung der Honorare und die Investition der Entgelterhöhung in die Qualitätssicherung und Verbesserung der Einkommenssituation der Lehrkräfte für dringend geboten“, sagt Jan Werner. Erster Stadtrat Stefan Löbig ergänzt: „Dies sehen wir auch vor dem Hintergrund, dass es in einzelnen Bereichen immer schwieriger wird, geeignete Lehrkräfte zu finden.“

Um die sehr starke Akzeptanz in der Langener Bevölkerung zu halten und die Musikschule attraktiv für die breite Bevölkerung – auch mit Blick auf einkommensschwächere Gruppen – zu halten, soll die Entgelterhöhung moderat ausfallen. „Schließlich ist Ziel und Aufgabe der öffentlichen Musikschulen, möglichst alle Bevölkerungskreise zu erreichen. Wir liefen bei einer stärkeren Erhöhung Gefahr, diese bildungspolitische Zielsetzung zu verfehlen“, erklärt Stefan Löbig.

Das Entgelt für den großen Bereich der Elementaren Musikerziehung (Kinder bis sechs Jahre) soll sich nach den Plänen des Magistrats um einen Euro je Monat erhöhen. Instrumental- und Vokalunterricht soll je nach Unterrichtsform zwei bis vier Euro teurer werden. Die von Erwachsenen stark nachgefragte Zehnerkarte kostet ebenfalls mehr. Der Preis für das schon recht teure Bandcoaching bleibt dagegen konstant.

Der Klaviertaler, den alle Klavierschüler für die Nutzung der sehr guten und bestens gepflegten Tasteninstrumente zu entrichten haben, steigt aufgrund der ab 2023 dafür fälligen Umsatzsteuer von zwei auf 3,50 Euro. Steuerpflichtig sind künftig auch die Mietpreise für Instrumente: Sie verteuern sich je nach Kategorie um zwei bis drei Euro auf 13 beziehungsweise 19 Euro je Monat.

Die Familien- und Sozialermäßigungen bleiben komplett erhalten: Das zweite Kind einer Familie erhält weiterhin 25 Prozent, alle weiteren bezahlen nur die Hälfte des Entgelts. Aus sozialen Gründen kann bei Vorlage der entsprechenden Bescheinigung bis zu 75 Prozent Ermäßigung gewährt werden.

Die Musikschule Langen hat wie andere Institutionen dieser Art unter der Corona-Pandemie gelitten. Die Schülerzahl sank von rund 2.800 auf 2.200. Musikschulleiter Uwe Sandvoß blickt aber sehr zuversichtlich in die Zukunft, ist die Institution doch speziell in der Nachwuchsförderung überaus aktiv. Die Musikschule ist Kooperationspartnerin fast aller allgemeinbildenden Schulen sowie der Langener Kitas, der Kirchen und vieler Vereine. In normalen Jahren präsentiert sie in weit über 100 Eigen- und Kooperationsveranstaltungen jährlich ihre musikalischen Leistungen.

Mit den Magistratsvorschlägen zur Neufassung von Entgeltverzeichnis und Honorarordnung befassen sich der Ausschuss für Soziales, Kultur und Sport am Donnerstag, 10. November, und der Haupt- und Finanzausschuss am Dienstag, 15. November. Der endgültige Beschluss ist in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 1. Dezember, vorgesehen.

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